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Rio Tinto legt bei Angebot für Turquoise Hill Resources nach

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Lange zogen sich die Verhandlungen hin, doch jetzt ist es amtlich. Der britisch-australische Bergbaukonzern Rio Tinto hat nochmals tiefer in die Taschen gegriffen und sich mit Turquoise Hill Resources auf einen Preis für die vollständige Übernahme geeinigt. Zuvor hatte Turquoise Hill Resources seinem Bieter mehrfach die kalte Schulter gezeigt und dies unter anderem damit begründet, dass die Offerten den vollen und fairen Wert des kanadischen Unternehmens nicht widerspiegelten. Doch nach einer zweimaligen Anhebung des Kaufpreises ist das Turquois Hill Resources-Management nun schwach geworden.

Rio Tinto – der Gigant unter den Bergbaukonzernen

Die Rio Tinto Group, ist ein britisch-australischer Bergbaukonzern mit globalem Aktionsradius und ist neben den Unternehmen Vale S.A. und BHP Group, eines der drei größten Unternehmen weltweit im Bereich Bergbau und Rohstoffgewinnung. Das Unternehmen fördert und verarbeitet Rohstoffe wie Eisenerz, Bauxit und Alaun für die Aluminiumgewinnung, Gold, Silber, Kupfer, Zink, Molybdän, Diamanten, Kohle, Salze, Borate, Titandioxidpigmente und andere Industrielle Mineralien und Energieträger, darunter auch Uran.

Die geografischen Schwerpunkte liegen in Australien und Nordamerika, aber auch in Europa, Südamerika, Asien und Afrika ist Rio Tinto aktiv. Der Konzern betreibt Tage- und Untertagebau, Mühlen, Raffinerien und Schmelzhütten sowie eine Reihe unterschiedlicher Forschungs- und Serviceeinrichtungen.

Rio Tinto peppt Angebot für Turquoise Hill Resources auf

Dabei setzt Rio Tinto schon seit geraumer Zeit immer wieder auf gezielte Übernahmen. Mit dem Kauf von Turquois Hill Resources will der Bergbau-Riese jetzt seine Präsenz in der Mongolei entscheidend ausbauen. Für den restlichen 49-prozentigen Anteil an der kanadischen Minengesellschaft Turquoise Hill Resources, der dem britisch-australischen Bergbaukonzern noch nicht gehört, hat Rio Tinto die Offerte jetzt abermals nach oben geschraubt.

Mitte März hatte der Bergbaukonzern 2,7 Milliarden Dollar und vorige Woche dann 3,1 Milliarden Dollar geboten, aber erst mit der finalen Offerte über 3,3 Milliarden Dollar konnte Rio Tinto beim Objekt der Begierde punkten.

Satte Prämie auf den Aktienkurs

Das jüngste Angebot liegt bei 43 kanadische Dollar pro Aktie und entspricht einer Prämie von 67% auf den Kurs der Turquoise-Hill-Aktie vom 11. März, als die Übernahmeabsichten bekannt wurden. Jetzt müssen „nur“ noch die restlichen Aktionäre dem Deal zustimmen. Gemäß der vorläufigen Vereinbarung müssen zwei Drittel der verbleibenden Aktionäre, einschließlich Rio Tinto, für das Geschäft stimmen. Außerdem müssen mehr als 50% der Minderheitsaktionäre das Angebot annehmen.

Mine in der Mongolei im Visier

Der Grund des Deals liegt auf der Hand. Mit der Übernahme macht Rio Tinto den Weg frei für den direkten Besitz des großen Kupfer-Gold-Bergbauprojekts Oyu Tolgoi in der Mongolei. Derzeit kontrolliert und betreibt Rio die Mine, die 550 Kilometer südlich der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar liegt und eine der größten bekannten Kupfer- und Goldlagerstätten der Welt ist. Turquoise Hill hält einen Anteil von 66% an der Mine, die restlichen 34% gehören der mongolischen Regierung. Sobald die Mine unterirdisch ausgebaut ist, dürfte es sich Schätzungen zufolge um die viertgrößte Kupfermine der Welt handeln.

Nicht alle Anleger sind begeistert

Der Vorstandsvorsitzende von Rio Tinto, Jakob Stausholm, sagte, die vorgeschlagene Übernahme würde die Unternehmensführung vereinfachen, die Effizienz verbessern und eine größere Finanzierungssicherheit für den langfristigen Erfolg des Oyu Tolgoi-Projekts schaffen. Davon sind aber nicht alle Anleger überzeugt. Sailingstone Capital Partners, der fünftgrößte Investor in Turquoise Hill Resources (Anm.: hält 2,2% aller Aktien), ist bereit, die geplante Übernahme auszubremsen, da das Angebot die Minderheitsaktionäre nicht „angemessen“ entschädigt. Ob ihm dies gelingen wird, werden die nächsten Wochen zeigen.