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Bayer trennt sich von Schädlingsbekämpfungssparte für 2,4 Milliarden Euro

Bayer trennt sich von Schädlingsbekämpfungssparte für 2,4 Milliarden Euro
ricochet64 / shutterstock.com
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Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer ist im Umbruch. Schon seit langem stand das Geschäft mit Schädlingsbekämpfung und Unkrautbeseitigung im Schaufenster. Jetzt melden die Leverkusener Vollzug. Bayer verkauft das Geschäft an den Finanzinvestor Cinven.

Die Anleger goutierten den Verkauf. In einem ansonsten schwachen Marktumfeld konnten die Papiere des Pharma-Riesen gestern zwischenzeitlich rund 2% an Wert zulegen.

Verkauf spült Milliardenbetrag in die Kassen

Für Bayer ist der Deal ein Erfolg. Der Geschäftsbereich mit Produkten zur Schädlingsbekämpfung und Unkrautbeseitigung wechselt für 2,6 Milliarden Dollar (rd. 2,4 Milliarden Euro) den Besitzer. Das ist mehr als einige Analysten im Vorfeld der Transaktion erwartet hatten. Wie aus Finanzkreisen zuvor zu hören war, ging man von Verkaufserlösen in Höhe von rund 2 Milliarden Euro aus.

800 Mitarbeiter und 1,1 Milliarden Dollar Umsatz

Der Geschäftsbereich mit dem Hauptsitz im US-Bundesstaat North Carolina beschäftigte im Jahr 2021 rund 800 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Er bietet Produkte zur Schädlingsbekämpfung und Unkrautbeseitigung in nichtlandwirtschaftlichen Bereichen an, etwa für Grünanlagen, Golfplätze sowie für die Vegetationskontrolle in der Forstwirtschaft, aber auch zur Pflege von Zierpflanzen. Im letzten Jahr steigerte die Sparte die Erlöse um 3% auf 1,1 Milliarden Euro. Damit stand die Sparte für rund 2,5% der gesamten Umsätze des Bayer-Konzerns.

Für das laufende Jahr wird ein Betriebsergebnis von rund 200 Millionen Dollar erwartet. Damit legt Cinven das 13-Fachen des erwarteten Betriebsgewinns auf den Tisch.

Transaktionserlös soll Schulden senken

Die Transaktion soll laut Bayer in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden. Mit den Einnahmen des Verkaufs will Bayer seine Schuldenlast reduzieren. Zum Hintergrund: Der DAX-Konzern kämpft immer noch unter der Schuldenlast nach der 63 Milliarden Dollar schweren Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto, die zahlreiche Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken Glyphosat-haltiger Unkrautvernichter nach sich zog. Die Kosten der Rechtsstreitigkeiten gehen inzwischen in die Milliarden. Zum Jahreswechsel bilanzierte Bayer Nettofinanzschulden im Umfang von 33,1 Milliarden Euro.

Zudem soll durch den Verkauf der Fokus auf das landwirtschaftliches Kerngeschäft und die erfolgreiche Umsetzung in der Division Crop Science gestärkt werden.

Cinven nicht der einzige Interessent

Dabei war der Käufer Cinven nicht der einzige, der an der Sparte interessiert war. Auch dem britischen Finanzinvestor CVC Capital Partners und dem kanadischen Assetmanager Brookfield Asset Management wurde Interesse nachgesagt. Zwischenzeitlich hatten sich aber auch einige Bieter aus dem Rennen verabschiedet, darunter Apax. Auch der Bayer-Konkurrent Syngenta war nicht mehr in der finalen Bieterrunde dabei.

Bayer schlägt die Erwartungen

Bei Bayer selbst lief es zuletzt besser als erwartet: Im vierten Quartal 2021 erzielte Bayer Umsätze von 11,1 Milliarden Euro und konnte damit die Analystenschätzungen um 500 Millionen Euro schlagen. Auch das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag mit 2,4 Milliarden Euro etwas über der Konsensschätzung. Im Gesamtjahr stieg der Umsatz um auf 44,1 Milliarden Euro (+8,9%), das EBITDA vor Sondereinflüssen lag bei 11,2 Milliarden Euro (+2,5%). Für 2021 erhalten die Aktionäre eine unveränderte Dividende von 2 Euro.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Bayer mit einem währungs- und portfoliobereinigten Umsatzplus von 5% auf 46 Milliarden Euro. Gleichzeitig soll das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 12 Milliarden Euro ansteigen (+7,4%).