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BMW Aktie trotz starker Kennzahlen im Keller

BMW Aktie trotz starker Kennzahlen im Keller
AR Pictures / shutterstock.com
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Am Mittwoch, den 16. März, wird BMW seinen Geschäftsbericht für das zurückliegende Jahr offiziell vorlegen. Erste Eckdaten gab der Münchener Autobauer aber bereits vorab bekannt.

Gewinn und Dividende verdreifacht

Demnach stieg der Umsatz des Konzerns insgesamt um 12 Prozent auf gut 111 Milliarden Euro. Unterm Strich bleiben 12,5 Milliarden Euro stehen, damit hat sich der Nettogewinn von BMW im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Der Gewinn je Aktie hat sich ebenfalls vervielfacht und beläuft sich auf 18,77 Euro nach gerade einmal 5,73 Euro im vorangegangenen Geschäftsjahr. Die Umsatzrendite konnte nach 2,7 Prozent auf nun 10,3 Prozent kräftig gesteigert werden.

Damit hat BMW seine zweimal angehobenen Jahresziele erreicht. Davon profitieren sollen auch die Anleger: Nach einer Dividende von 1,90 Euro für das Geschäftsjahr 2020 hat BMW nun mehr als das Dreifache vorgeschlagen. 5,80 Euro je Aktie stehen bei der Hauptversammlung am 11. Mai zur Abstimmung, insgesamt sollen 3,8 Milliarden Euro an die Anteilseigner ausgeschüttet werden.

BMW Kernmarke mit Rekordabsatz

Der operative Gewinn der Automobilsparte stieg von 2,2 Milliarden Euro auf 9,8 Milliarden Euro an. Besonders gut lief es dabei für die Kernmarke BMW: Hier wurden insgesamt 2,2 Millionen Fahrzeuge verkauft und damit so viele wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte. Der Absatz entspricht einem Wachstum von 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dass der Gesamtkonzern seinen Rekord von 2019 knapp verfehlte, lag dabei an schwächelnden Verkaufszahlen von Fahrzeugen der Marke Mini.

Tatsächlich hat BMW – wie auch die Konkurrenten Audi und Mercedes – seine Strategie nachjustiert und sich im Angesicht der globalen Chipkrise vorrangig auf hochpreisige Modelle wie Elektrofahrzeuge, Luxuslimousinen und die derzeit besonders beliebten SUV-Modelle fokussiert. Hier lassen sich besonders hohe Margen erzielen, dementsprechend wurden die wenigen vorhandenen Chips vorrangig in diesen Fahrzeugklassen verbaut.

Höhere Verkaufspreise stützen Gewinnsteigerung

Insgesamt konnte die Branche höhere Verkaufspreise durchsetzen, und das sowohl im Neuwagen- wie auch im Gebrauchtwagengeschäft. Die vor der Pandemie üblichen hohen Rabatte müssen zurzeit nicht mehr gewährt werden, da die Nachfrage das Angebot auf dem Weltmarkt seit einigen Monaten übersteigt. Somit können selbst bei geringeren Verkaufszahlen oftmals höhere Gewinne erzielt werden, so etwa bei BMW und Mercedes im 3. Quartal 2021.

Für die Zukunft hat BMW ein auf 5 Jahre angelegtes Aktienrückkaufprogramm in Aussicht gestellt und zudem angekündigt, seine Aktivitäten in China zu verstärken. Im Reich der Mitte verkaufen die Bayern fast ein Drittel ihrer Fahrzeuge, China gilt somit als einer der wichtigsten Märkte.

BMW will Engagement in China ausbauen

Künftig will BMW sowohl seine Forschungs- und Entwicklungszentren in China ausbauen als auch Produktionskapazitäten von den USA nach Fernost verlagern. Außerdem konnte BMW Anfang des Monats seinen Anteil am Joint Venture mit Brilliance von 50 auf 75 Prozent erhöhen und ist damit als erster nicht-chinesischer Autokonzern überhaupt mit einer Mehrheit an einer solchen Kooperation beteiligt.

Trotz der insgesamt glänzenden Bilanz ging die BMW Aktie nach der Veröffentlichung zunächst auf Tauchstation. Anleger bemängelten demnach die Margenentwicklung in der Autosparte zum Jahresende hin, der operative Gewinn im 4. Quartal hatte die Erwartungen der Analysten leicht verfehlt.

BMW Aktie im Keller – Analysten sehen Aufwärtspotenzial

Darüber hinaus drückt der Krieg in der Ukraine insgesamt die Stimmung am Parkett und schickt etliche Aktien auf Talfahrt. Autohersteller sind dabei als exportorientierte Unternehmen besonders betroffen, etwa von wirtschaftlichen Sanktionen durch die Europäische Union, die die Handelsbeziehungen mit Russland drastisch einschränken.

Seit Jahresbeginn hat der Kurs der BMW Aktie um rund 20 Prozentpunkte nachgegeben, zuletzt wurde das Papier zu einem Preis von etwas über 72 Euro gehandelt. Analysten zeigten sich dennoch zuversichtlich und bekräftigten nach Vorlage der Eckdaten zur Bilanz im Wesentlichen ihre Einschätzungen mit Kurszielen zwischen 90 Euro (JP Morgan, „halten“) bis 125 Euro (Jefferies & Company, „kaufen“).