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BMW setzt auf Elektro – zumindest ein bisschen

Inhaltsverzeichnis

Schafft BMW den Sprung ins elektrische Zeitalter doch noch? Bislang gelten die Münchener in Sachen Antriebsalternativen als wenig ambitioniert

BMW und Verbrenner: Weiterhin kein Ablaufdatum

Zwar war BMW vor knapp 10 Jahren der erste deutsche Autobauer, der mit dem i3 ein vollelektrisches Fahrzeug in die Serienproduktion brachte. Doch ein durchschlagender Erfolg wollte sich nicht einstellen, in diesem Jahr wird die Produktion des einstigen Vorzeigemodells endgültig eingestellt.

Anders als die Konkurrenz scheut sich der bayerische Premiumhersteller zudem, ein konkretes Enddatum für Verbrenner zu benennen. Während andere Hersteller zwischen 2025 und 2035 ein Ende des Verbrennungsmotors anpeilen und keine Diesel- oder Benzin-betriebenen Neufahrzeuge mehr am Markt platzieren wollen, hält man sich bei BMW bedeckt.

Wird BMW das nächste Blackberry?

Tatsächlich favorisiert das Unternehmen einen Antriebsmix und setzt, anders als andere Hersteller, auf Varianten wie etwa mögliche Wasserstoffantriebe. Was sich im besten Falle als mutiger Clou entpuppen könnte, wird von vielen Anlegern jedoch äußerst skeptisch gesehen: Sie fürchten, dass BMW sich verrennt und zu viele Ressourcen in aussichtslose Projekte stecken könnte. Am Ende könnten die Münchener dadurch von den Wettbewerbern abgehängt werden und gänzlich ins Hintertreffen geraten. Selbst ein Vergleich mit Blackberry machte zuletzt die Runde.

Zur Erinnerung: Der kanadische Elektronikkonzern hatte einst das erste internetfähige Mobiltelefon auf den Markt gebracht und galt als Liebling der Businesskunden. Das Blackberry mit seiner QWERTZ-Tastatur war ein Statussymbol in den Vorstandsetagen – doch dann kam das iPhone und mit ihm der Touchscreen. Weil Blackberry auf diesen Zug nicht aufsprang, war das Handy letztendlich dem Untergang geweiht und verschwand in der Versenkung.

Elektrooffensive im Münchener Stammwerk

Ganz so schlimm sieht es bei BMW freilich noch nicht aus. Immerhin hat das Analysehaus Bernstein Research die Münchener zusammen mit dem Stuttgarter Konkurrenten Mercedes-Benz zum Branchenfavoriten gekürt – und auch im Vorstand zeichnet sich allmählich ein Umdenken ab.

So verkündete BMW-Chef Oliver Zipse im Zuge der 100-Jahr-Feier des Münchener Stammwerks für eben jenen Standort eine gewaltige Elektrooffensive. Bereits im kommenden Jahr soll die Hälfte der dort produzierten Fahrzeuge vollelektrisch betrieben werden.

Ambitioniert – aber auch ambitioniert genug?

Damit wird das Werk zum Vorreiter in einer längerfristigen Unternehmensstrategie: Bis 2030 soll die Hälfte der weltweit durch BMW verkauften Fahrzeuge vollelektrisch betrieben sein. Damit allerdings positioniert man sich weitaus weniger ambitioniert als die Konkurrenz – und benennt weiterhin kein Datum für einen vollständigen Abschied vom Verbrennungsmotor.

Anlegern geht das zu langsam. Seit Beginn des Jahres hat die BMW Aktie um rund 15 Prozentpunkte nachgegeben – zum Vergleich: Papiere von Mercedes-Benz verloren im gleichen Zeitraum lediglich 8 Prozent an Wert.

Analysten verhalten optimistisch mit Blick auf BMW Aktie

Während Analysten mit Blick auf die Stuttgarter zuletzt voll des Lobes waren, fällt die Bewertung für die BMW Aktie zurückhaltender aus. Neben zahlreichen Kaufempfehlungen gibt es hier auch etliche neutrale Analysteneinschätzungen. Zum Teil wurden auch die Kursziele nach unten korrigiert, so etwa bei der Deutschen Bank, die das Ziel nicht mehr bei 135, sondern nur noch bei 130 Euro sieht – damit aber weiterhin am optimistischsten in die BMW-Zukunft blickt.

Die meisten anderen Experten sehen die BMW Aktie irgendwo zwischen 90 Euro (JP Morgan) und 100 Euro (Jefferies, Barclays, Bernstein Research), vereinzelt auch leicht darüber bei bis zu 112 Euro (Goldman Sachs).