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Fresenius: Der neue Chef soll den Turnaround schaffen

Fresenius: Der neue Chef soll den Turnaround schaffen
peter brauers / stock.adobe.com
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Zum Wochenauftakt stand am Frankfurter Parkett die Fresenius-Aktie im Fokus. Am Freitag nach Börsenschluss hatte der Konzern überraschend einen Wechsel auf dem Chefsessel angekündigt. Ob das der schwer gebeutelten Aktie auf die Beine hilft, bleibt abzuwarten.

Sturm tritt als Fresenius-Chef ab

Die Nachricht am Freitagabend kam überraschend: Der langjährige Vorstandschef Stephan Sturm wird seinen Posten Ende September räumen. Sturm, seit 2017 an der Spitze des Gesundheitsdienstleisters, stand schon seit geraumer Zeit unter Druck. In den vergangenen Jahren musste er mehrere Gewinnwarnungen verkünden. Der Aktienkurs hat sich seit seinem Amtsantritt mehr als halbiert.

Die jüngste Gewinnwarnung gab es Ende Juli. Ausschlaggebend war die Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care (FMC). Nach einer weiteren Prognosekürzung musste Sturm auch bei den Jahreszielen der Muttergesellschaft Fresenius zurückrudern. Offenbar war diese erneute Gewinnwarnung der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Der neue Chef Sen soll die Wende bringen

Der Nachfolger von Sturm heißt Michael Sen. Der Sohn indischer Einwanderer hatte als Finanzvorstand bei E.ON schon den Börsengang von Uniper verantwortet. Bei Siemens brachte er die Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers erfolgreich an die Börse.

Seit 2021 gehört Sen dem Vorstand von Fresenius an und ist dort für Kabi verantwortlich. Sen strukturierte die Pharmasparte neu, indem er beispielsweise den Einkauf zentralisierte. Ab Oktober tritt er an, um den gesamten Konzern auf Vordermann zu bringen.

Das Unternehmen aus Bad Homburg beschäftigt weltweit rund 300.000 Mitarbeiter. Zu Fresenius gehört neben FMC und Kabi auch Helios, die mit rund 90 Krankenhäusern größte private Klinikkette in Deutschland.

Aktie fällt zeitweise unter das Corona-Tief

Das frühere Erfolgsmodell, wachstumsstarke Firmen auf Kredit zu kaufen und dank steigender Erträge wieder Spielraum für weitere Zukäufe zu generieren, ist spätestens mit der Corona-Pandemie mächtig ins Stottern geraten. Jetzt ist das Unternehmen vor allem damit beschäftigt, den hohen Schuldenberg abzubauen.

Das lässt sich auch an der Kursentwicklung ablesen. Kürzlich wurde zeitweise sogar das Corona-Tief bei 24 Euro unterschritten. Vom Rekordhoch, das Mitte 2017 bei 80 Euro erreicht worden war, ist der DAX-Titel mittlerweile satte 68% entfernt. Stetige Dividendenerhöhungen sind da nur ein schwacher Trost.

Hält die Unterstützung bei 24 Euro?

Ob Sen die Trendwende schafft, lässt sich kaum prognostizieren. Die Anleger jedenfalls reagierten zunächst positiv auf die Nachricht vom Führungswechsel. Die Fresenius-Aktie gewann zeitweise bis zu 7% und ging gegen den schwachen Markttrend mit einem Aufschlag von knapp 4% aus dem Handel.

Das Corona-Tief (24,25 Euro) wurde damit zunächst zurückerobert. Sollte sich die Fresenius-Aktie im Bereich des alten Tiefs stabilisieren, könnten für Aktionäre nach der jahrelangen Talfahrt möglicherweise bald bessere Zeiten anbrechen. Dies wird entscheidend davon abhängen, ob Michael Sen das Unternehmen wieder in die Erfolgsspur bringen kann. Im Augenblick ist die Fresenius-Aktie jedenfalls nur etwas für hartgesottene Turnaround-Spekulanten.