ATX: Österreichs Leitindex mit großem Nachholpotenzial

ATX Frau Monitor RED – Wiener Boerse

Der österreichische Aktienindex ATX bietet bis zu seinem Allzeithoch aus dem Jahr 2007 noch ein Aufwärtspotenzial von knapp 70%. (Foto: Wiener Börse AG)

In der vergangenen Woche habe ich Ihnen hier im Schlussgong mit dem Öl- und Gasausrüster SBO ein österreichisches Unternehmen vorgestellt, mit dem Sie auf ein Comeback der Öl- und Gasbranche setzen können. Heute möchte ich mit Ihnen allgemein auf den österreichischen Markt blicken, da dieser auch insgesamt großes Nachholpotenzial bietet.

Der österreichische Leitindex ATX kämpft in diesen Tagen „erst” mit der 3.000-Punkte-Marke. Das Allzeithoch aus dem Jahr 2007 liegt aber deutlich höher bei 5.010 Punkten! Um diese Marke zu knacken, müsste der ATX aktuell um rund 67% zulegen.

Das bedeutet: Wenn Ihnen die Kurse an den großen Märkten etwas überhitzt erscheinen und Sie für neue Investitionen Nachzügler suchen, ist die Börse Wien für Sie eine Goldgrube.

ATX hat kein Qualitätsproblem

Denn: Die schwache Performance hat nichts mit der grundsätzlichen Qualität der Unternehmen zu tun. Österreich besitzt viele Hidden Champions, die in ihren Bereichen zum Teil sogar Weltmarktführer sind (Lenzing, Rosenbauer, Andritz, Schoeller-Bleckmann (SBO), Palfinger, Mayr-Melnhof etc..

Die relativ schwache ATX-Performance in den vergangenen gut 10 Jahren hat einen anderen Grund: Viele Börsen-Schwergewichte aus Österreich sind extrem konjunkturabhängig. Aktien aus den Branchen Banken, Versicherungen, Öl oder auch Immobilien leiden in Konjunkturkrisen besonders stark.

Der ATX hat daher lange gebraucht, um sich von der Immobilien- und Finanzkrise nach der Lehman-Pleite zu erholen. Der vom ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump angezettelte globale Handelsstreit war in den vergangenen Jahren ebenfalls Gift für die Börsenentwicklung. Darüber hinaus war und ist auch die Corona-Krise ein Belastungsfaktor.

Jede Medaille hat zwei Seiten

Jede Medaille hat aber zwei Seiten: Bei Gegenwind tauchen die konjunkturabhängigen Titel direkt unter – in guten Phasen werden sie zu Schnellbooten. In der Krise 2000 bis 2003 ist der ATX von 1.300 auf 1.000 Punkte abgestürzt.

Danach folgten große Konjunkturpakete und ein mehrjähriger wirtschaftlicher Aufschwung. Bildlich gesprochen: Es folgten vier Jahre blauer Konjunkturhimmel. Und in dieser relativ kurzen Zeitspanne von 2003 bis 2007 ist der ATX von 1.000 auf 5.000 Punkte explodiert.

Wer 2003 in den „lahmen” ATX investiert hat, konnte anschließend innerhalb von nur vier Jahren 400% verdienen – und die Dividenden kamen als Bonus noch dazu!

Voraussichtlich mehrjähriger Konjunkturaufschwung voraus

Niemand von uns hat eine Glaskugel und kann mit Gewissheit sagen, wie die Zukunft aussieht, aber es gibt Punkte, die auch jetzt wieder für eine mehrjährige Konjunkturerholung sprechen:

1) Globale Konjunktur-Pakete, um die Wirtschaft zu stützen

2) Geld gibt es von den Notenbanken praktisch „gratis”

3) Ab dem 2. Halbjahr sollten die Impf-Maßnahmen für eine Erholung der Wirtschaft sorgen

4) Die politischen Störfeuer Trump und Brexit-Diskussion sind Geschichte

Setzt der mehrjährige Konjunkturaufschwung ein, kann der ATX auf Sicht von zwei bis drei Jahren die 5.000-Punkte-Marke zurückerobern und sogar übertreffen. Mit ausgewählten Einzelwerten sind sogar schnellere Kurssprünge möglich. Ich habe Ihnen mit SBO bereits einen spannenden Einzelwert aus Österreich vorgestellt und weitere werden hier im Schlussgong folgen.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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