Discount-Zertifikate: Gewinnchance mit Sicherheitspuffer

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Discount-Zertifikate bieten Ihnen die Möglichkeit mit Risikopuffer von steigenden Aktienmärkten zu profitieren. (Foto: Siriwat Sriphojaroen / Shutterstock.com)

Discount-Zertifikate eignen sich für Sie als sicherheitsorientierte Alternative zur Direktanlage in Aktien. Damit kaufen Sie den Basiswert (Aktie oder Index) mit Rabatt.

Ein Rechenbeispiel zur Veranschaulichung

Sie kaufen ein Discount-Zertifikat auf eine Einzelaktie bei einem Aktienkurs von 10,00 €. Das Zertifikat erhalten Sie mit 20%igem Rabatt zum Preis von 8,00 € und einem Cap (Gewinnobergrenze) von 10,00 €.

Sinkt der Aktienkurs beispielsweise bis zum Ende der Laufzeit des Zertifikats um 10% auf 9,00 €, erhalten Sie 9,00 € ausbezahlt.

Da Sie aber nur 8,00 € bezahlt haben, machen Sie trotz des Kursrückgangs der Aktie 1,00 € Gewinn pro Zertifikat (+12,5%).

Steigt die Aktie hingegen auf 13,00 € (+30%), so erhalten Sie maximal den Cap von 10,00 € ausbezahlt. Das entspricht einem Gewinn von 25%.

So finanziert der Emittent den gewährten Rabatt

Aber die Bank, die das Zertifikat herausgibt (Emittent), gewährt Ihnen diesen Vorteil nicht kostenlos. Im Gegenzug müssen Sie eine Gewinnobergrenze (Cap) hinnehmen.

Das bedeutet: Steigt der Aktienkurs bis zum Laufzeitende des Zertifikats über das Cap (beispielsweise 115 €), so kassiert die Bank die Differenz zwischen aktuellem Kurs und Cap ein.

Als zweite Gegenleistung kassiert der Emittent (die Bank, die das Zertifikat auf den Markt gebracht hat), alle Dividenden, die während der Laufzeit anfallen. Mit diesen Erträgen wird ein Teil des Rabatts finanziert.

Vorteile: Weniger Risiko und attraktive Seitwärtsrendite

Mit einem Discount-Zertifikat erreichen Sie nicht nur eine Risikominderung, Sie haben auch den Vorteil, bei einer Seitwärtsbewegung und sogar bei leichten Kursverlusten des Basiswerts noch Gewinne zu erzielen. Für vorsichtige Anleger sind Discount-Zertifikate daher gerade in unsicheren Börsenzeiten eine überlegenswerte Alternative.

Mit ihnen schneiden Sie nur bei stark steigenden Kursen schlechter ab als mit der Direktinvestition in den Basiswert, bei moderaten Kurssteigerungen etwa gleich gut. In allen anderen Fällen sind Sie als Zertifikate-Inhaber besser dran.

2 Strategien für den Einsatz von Discount-Zertifikaten

Bei Discount-Zertifikaten besitzen Sie grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder kaufen Sie ein Discount-Zertifikat, dessen Cap bereits erreicht ist (die sicherheitsbewusste Variante) oder Sie wählen ein Discount-Zertifikat, dessen Cap noch über dem aktuellen Kurs liegt (die renditestärkere Variante).

Discount-Zertifikate als Ersatz für Zins-Papiere

Bei einigen Discount-Zertifikaten liegt der Kurs des Basiswertes bereits höher als der Cap. Trotzdem können sie mit solchen Papieren noch Gewinn machen, schließlich erhalten Sie die Zertifikate mit Rabatt. Wenn es am Laufzeitende nicht zu einem gravierenden Kursrückschlag kommt, ist Ihnen bei Fälligkeit die Auszahlung in Höhe des Cap sicher.

Ihr Verlustrisiko ist geringer als mit Zertifikaten, bei dem der Kurs des Basiswerts noch unterhalb des Caps liegt. Vom Chancen-Risiko-Verhältnis ähneln diese defensiven Zertifikate Unternehmensanleihen. Sie können sie daher als Ersatz für Zinspapiere einsetzen. Oftmals ist Ihre Rendite mit den Zertifikaten sogar etwas höher.

Discount-Zertifikate zur Rendite-Optimierung

Bei den meisten Discount-Zertifikaten hat der Kurs des Basiswerts den Cap noch nicht erreicht. Hier ist Ihre Renditechance deutlich höher, Sie profitieren aber weiterhin von den Vorzügen der Discount-Zertifikate:

  • Der Rabatt sorgt für einen komfortablen Sicherheitspuffer. Sie geraten auch dann nicht so schnell in die Verlustzone, wenn der Kurs des Basiswerts sinkt.
  • Sie machen bei leichten Kursanstiegen höhere Gewinne als ein Aktionär, der den Basiswert im Depot hat.
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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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