Dr. Stefan Wolf: Vom Rechtsanwalt zum Firmenchef

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Stefan Wolf leitet seit 2006 als CEO die Geschicke der ElringKlinger AG. Seine lange Historie im Unternehmen zahlt sich in […] (Foto: Nordroden/Shutterstock)

Stefan Wolf leitet seit 2006 als CEO die Geschicke der ElringKlinger AG. Seine lange Historie im Unternehmen zahlt sich in der Führung des Automobilzulieferers aus Baden-Württemberg für den promovierten Juristen aus.

Der Beruf des Anwalts als Sprungbrett in die freie Marktwirtschaft

Nach seiner Banklehre bei der Commerzbank von 1982-1984 absolvierte der Schwabe erfolgreich das Studium der Rechtswissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen. 1993 promovierte er dort zum Dr. jur. am Lehrstuhl von Prof. Thomas Oppermann.

Als fertig ausgebildeter Rechtsanwalt war Dr. Wolf von 1994 bis 1997 bei der international vertretenen Großkanzlei Thümmel, Schütze & Partner am Standort Stuttgart beschäftigt.

1997 startete er dann seine Karriere bei ElringKlinger – zunächst ein Jahr als Syndikusanwalt.

An der juristischen Tätigkeit in der freien Marktwirtschaft reizte Wolf schon immer, dass er dort nur einen statt 100 Mandanten hat, da er dies leichter findet, wie er sagt.

Den Erfolg seines Unternehmens wesentlich mitbestimmt

Von 1998 bis 2005 war Wolf dann Bereichsleiter Recht und Personal bei ElringKlinger.

Als der Konzern 2000 durch juristische Verschmelzung unter seiner Leitung an die Börse ging, realisierte er durch die Ausnutzung des Umwandlungsgesetzes Deutschlands wohl günstigsten Börsengang aller Zeiten, der lediglich 40.000 DM Beurkundungsgebühr kostete. Der Börsenwert von ElringKlinger stieg seitdem um mehr als 1.400%.

Daraufhin übernahm der promovierte Rechtsanwalt zudem die Führung der Abteilung Investor Relations und Kapitalmarktbetreuung. 4 Jahre später wurde er zum Generalbevollmächtigten des AG-Vorstands berufen, 2005 zum Sprecher des Vorstands gewählt und wiederum nur ein Jahr darauf zum Vorstandsvorsitzenden ernannt.

Dem CEO unterliegen bei ElringKlinger heute die Konzerngesellschaften sowie die Zentralbereiche Finanzen, Controlling, Recht, Personal, IT, Investor Relations und Unternehmenskommunikation und außerdem die Geschäftsfelder Ersatzteile und Gewerbeparks.

Auch herrscht in Wolfs Konzern ein typisch schwäbisches Kostenbewusstsein, das sich quer durch alle Verantwortungsbereiche, Abteilungen und Prozesse zieht.

Und standen bei den Schwaben 2005 noch 474 Millionen € Umsatz zu Buche, so kletterte dieser Wert unter der Leitung des Chefs bei gleicher bzw. höherer Profitabilität auf schlappe 1,1 Mrd. €. So ist der Global Player aus dem beschaulichen Dettingen an der Erms heute einer der profitabelsten Automobilzulieferer.

Rechtsanwalt, Firmenchef, Familienmensch – und noch viel mehr

Über sein Engagement bei ElringKlinger hinaus ist Dr. Wolf Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall. Er sitzt außerdem im Aufsichtsrat der Allgaier Werke GmbH, Uhingen. Obendrein ist der Rechtsanwalt noch Vorsitzender des Aufsichtsrats der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW).

Seit 2012 ist er zusätzlich Ehrenmitglied der juristischen Studentenvereinigung Phi Delta Phi.

Dass der Workaholic sich bei all diesen Aufgaben und Funktionen, die ihm täglich unterliegen, selbst am Wochenende noch als Frühaufsteher erweist und auch noch regelmäßig Zeit für Sport, Frau und Kinder findet, ist schon außergewöhnlich und kommt allen Seiten zugute.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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