Die drei deutschen Automobilbauer im Vergleich

Daimler Mercedes Benz RED – shutterstock_383806060 Ivan Kurmyshov

Die deutschen Automobilbauer haben den Mangel an elektronischen Bauteilen und Rohstoffen bisher vergleichsweise gut gemeistert. (Foto: Ivan Kurmyshov / Shutterstock.com)

Daimler übertraf mit seinen Zahlen für die ersten 9 Monate die Erwartungen des Marktes. Der Umsatz stieg um 15,7%, und der Gewinn hat sich vervielfacht. Das operative Ergebnis (EBIT) hat sich auf 14,5 Mrd. € mehr als versiebenfacht.

Im weitergeführten Geschäft ohne die Abspaltung der Nutzfahrzeug-Sparte, die im Dezember abgeschlossen sein soll, erzielte der Konzern einen Umsatz von 98,7 Mrd. € und einen Gewinn von 8,4 Mrd. €. Der Absatz stieg um 4% auf 2,04 Mio. Fahrzeuge. Davon waren gut 184.000 elektrifiziert, 43% mehr als im Vorjahr. In der Sparte Cars & Vans lag der Absatz mit 1,72 Mio. Fahrzeugen knapp über Vorjahresniveau. Die EBIT-Marge verbesserte sich dagegen von 2,2 auf 11,8%.

Luxus-Modelle können zulegen

Verantwortlich für das starke Ergebnis war die hohe Nachfrage nach den margenstarken Modellen der S- und G-Klasse sowie nach den Marken Maybach und AMG. Hinzu kam das aufgrund der durch den Halbleiter-Mangel eingeschränkten Produktion günstige Preisumfeld. Denn die hohe Nachfrage und langen Lieferzeiten sorgten dafür, dass Daimler kaum Rabatte einräumen musste. Davon profitierte vor allem das Geschäft mit Firmenwagen und Autovermietern. Aber auch die deutlich geringeren Fixkosten sorgten für eine höhere Rentabilität.

2021 wird ein gutes Geschäftsjahr für Daimler

Für das Gesamtjahr hat das Management deutliche Anstiege bei Umsatz und EBIT in Aussicht gestellt, also um mehr als 10%. Für die Sparte Cars & Vans wird eine EBIT-Marge von 10 bis 12% prognostiziert.

Ambitioniert ist das Ziel in der E-Mobilität: Noch vor 2030 soll die gesamte Fahrzeugflotte elektrifiziert sein. Mit preisgünstigen Modellen soll der Absatz ab 2024 angekurbelt werden.

Unternehmensporträt

Daimler ist ein weltweit führender Hersteller von Premium-Personenwagen und bei Nutzfahrzeugen weltweit die Nummer 1. Geschäftsfelder sind Mercedes-Benz Cars, Daimler Trucks, Daimler Financial Services sowie Vans und Busse.

BMW hat die ersten 9 Monate mit Rekordergebnissen abgeschlossen

Der Umsatz stieg um 19,2%, und der Gewinn hat sich nahezu verfünffacht. Der Absatz stieg um 18% auf 1,93 Mio. Fahrzeuge. Davon waren 231.575 elektrifiziert, doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Die Zahl der reinen Stromer lag bei 59.688. Verantwortlich für das starke Zahlenwerk waren eine starke Nachfrage in Asien und den USA, erfolgreiche Sparmaßnahmen, nachgeholte Autokäufe und die Konzentration auf margenstarke Modelle.

Die Jahresziele wurden zum zweiten Mal angehoben

Das Management erwartet jetzt in der Automobil-Sparte eine operative Marge von 9,5 bis 10,5%. Ergebnistreiber sind positive Preiseffekte bei Neu- und Gebrauchtwagen sowie die anteilige Auflösung der Rückstellung für ein EU-Kartellverfahren. Zudem erwartet der Konzern ein solides Absatzwachstum um etwa 5%, sowie einen deutlichen Anstieg des Anteils elektrifizierter Fahrzeuge. Dieser lag im Vorjahr bei 8,3% und nach 9 Monaten bei 12,7%. Risikofaktoren bleiben die kritische Versorgungssituation bei Halbleiter-Komponenten, die Preisentwicklung an den internationalen Rohstoffmärkten sowie die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss BMW noch deutlich mehr E-Modelle verkaufen. Bis 2025 soll der Absatz mit reinen Stromern jährlich um 50% steigen. Schon 2023 will der Konzern 25 elektrifizierte Modelle im Angebot haben. Davon sollen 13 reine Stromer sein. Die Konsumenten werden aber nur dann auf E-Fahrzeuge umsteigen, wenn ausreichend Ladekapazitäten vorhanden sind.

Unternehmensporträt

Die BMW Group gehört mit ihren Marken BMW, Mini und Rolls Royce zu den weltweit führenden Herstellern von Pkws des gehobenen Preissegments. Motorräder und Finanzdienstleistungen runden die Produktpalette ab. Der Konzern betreibt 28 Produktionsstätten in 13 Ländern sowie ein globales Vertriebsnetzwerk mit Vertretungen in über 150 Ländern.

Volkswagen hat in einem herausfordernden Umfeld solide Ergebnisse erzielt

In den ersten 9 Monaten stieg der Umsatz um 20%, und der Gewinn hat sich nahezu verachtfacht. Die operative Marge verbesserte sich von 1,5 auf 7,6%. Der Absatz stieg um 2,5% auf 6,47 Mio. Fahrzeuge. Davon entfielen 2,09 Mio. auf die Marke VW, was einem Zuwachs von 10,1% entspricht. Der Absatz von elektrifizierten Fahrzeugen hat sich auf 539.000 Einheiten nahezu verdoppelt. Vor allem die Modelle ID.3 und ID.4 kamen bei den Kunden gut an.

Für das Gesamtjahr hat das Management ein deutliches Umsatzwachstum sowie eine operative Marge von 6 bis 8% in Aussicht gestellt – und zwar sowohl für den Bereich Pkw als auch für den gesamten Konzern. Der Absatz soll trotz des Halbleiter-Mangels das Vorjahresniveau erreichen. Ich erwarte jetzt einen Umsatz von 249 Mrd. € und einen Gewinn von 14 Mrd. €. Bis 2030 sollen 70% der in Europa ausgelieferten Fahrzeuge elektrifiziert sein.

Um auch langfristig im Wettbewerb mithalten zu können, muss VW noch profitabler werden

Vor allem in den Bereichen Entwicklung und Produktion besteht Handlungsbedarf. Gerüchten zufolge stehen allein in Deutschland 30.000 Arbeitsplätze zur Disposition. Einen solchen Kahlschlag werden Betriebsrat und der Großaktionär, das Land Niedersachsen, jedoch nicht absegnen. Enorme Kosten können gespart werden, wenn der Konzern zum Beispiel die neuen Elektro-SUVs, die für den europäischen Markt bestimmt sind, in China produzieren lässt.

Die Aktie entwickelt sich auf Jahressicht etwas besser als der DAX und ist im historischen Vergleich günstig bewertet

Unternehmensporträt

Die Volkswagen-Gruppe (VW) ist mit einer Produktion von fast 10 Mio. Autos der größte Hersteller Europas. Wichtigster Absatzmarkt ist Deutschland. Zum Konzern gehören die Pkw-Marken Audi, Bentley, Bugatti, Lamborghini, Seat, Skoda, Porsche und Volkswagen. Zudem bietet der Konzern Finanzdienstleistungen an. Die Sparte Nutzfahrzeuge mit den Marken Scania und MAN wurde unter dem Name Traton an die Börse gebracht.

Dax30 – Beiersdorf und Daimler im Chartcheck!

Dax30 – Beiersdorf und Daimler im Chartcheck!Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des Video-Newsletters John Gossens Daily Dax. Täglich analysiere ich zwei Mal für Sie die internationalen Aktienmärkte und morgens starten wir immer mit dem Blick… › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz