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Pendragon-Aktie nach Übernahmeangebot mit Kurssprung

Inhaltsverzeichnis

Für einen deutlichen Kurssprung von 20% sorgte die vorgelegte Offerte der schwedischen Hedin-Gruppe für den börsennotierten britischen Autohändler Pendragon. Mit dem ersten Übernahmeversuch war Hedin im Frühjahr noch gescheitert. Das Angebot ist die jüngste potenzielle Übernahme in einem Sektor, in dem es in den letzten zwei Jahren viele Übernahmen gegeben hat.

So hat Constellation, der Eigentümer von Cinch und British Car Auctions, im vergangenen Jahr Marshall Motor übernommen und eine Beteiligung an Lookers, einem der größten britischen Autohändler, aufgebaut. Cambria, ein weiteres Einzelhandelsunternehmen mit Schwerpunkt auf Luxusmarken, wurde im vergangenen Jahr privatisiert.

Britischer Autohändler Pendragon….

Bevor wir auf die Details der Übernahme kommen, möchte ich Ihnen das Objekt der Begierde erst einmal näher vorstellen. Pendragon ist ein britischer Automobilhändler. Laut Automotive News Europe’s 2021 Guide to Europe’s biggest dealer groups ist der Konzern, gemessen am Umsatz, sogar die neuntgrößte Händlergruppe in Europa.

Die Gesellschaft verkauft neue wie auch gebrauchte Fahrzeuge und bietet darüber hinaus Services wie Reperatur und Checks, aber auch Leasing an. In Großbritannien verfügt die Gruppe über 200 Franchise-Stellen, die unter den Marken Stratstone, Evans Halshwa und Quicks für unterschiedliche Fahrezeugsegmente (Premium bis Niedrigpreis) tätig sind. Sitz der Gesellschaft ist Annesley, Nottingham.

……profitiert von Lieferkettenchaos

Pendragon erzielt rund 90% seiner Umsätze mit dem Verkauf von Autos und hat enorm von den Unterbrechungen der Lieferkette profitiert. Zum Hintergrund: Der Mangel an Computerchips hat die weltweite Fahrzeugproduktion beeinträchtigt, die verfügbaren Bestände begrenzt und für einen Boom bei den Gebrauchtwagenpreisen gesorgt. Die Lieferkettenproblem haben die Wartezeiten für Neuwagen auf bis zu ein Jahr verlängert und entsprechend die Preise für Gebrauchtwagen in die Höhe getrieben.

Das hat die Geschäfte von Pendragon beflügelt: Im zurückliegenden Geschäftsjahr kletterten die Umsätze um 23% auf 3,42 Milliarden Pfund in die Höhe. Nach drei verlustreichen Jahren drehte der Autohändler wieder in die Gewinnzone. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 62 Millionen Pfund in den Büchern.

Hedin bietet 400 Millionen Pfund

Im Rahnen der Offerte will die Hedin Mobility Group rund 400 Millionen Pfund für Pendragon auf den Tisch legen. Das entspricht einem Kaufpreis von 29 Pence pro Aktie. Das Angebot enthält eine Prämie von rund 28% auf den Schlusskurs vom Freitag. Mit einer Beteiligung von 27,5% ist die Hedin-Gruppe bereits der größte Aktionär von Pendragon.

Die Hedin Mobility Group ist einer der größten privaten Autohändler Europas. Die Gruppe beschäftigt mehr als 6.000 Mitarbeiter und betreibt über 230 Händler in acht Ländern. Der Nettoumsatz im Jahr 2021 betrug 28,2 Milliarden SEK (umgerechnet 2,58 Milliarden Euro) und der Konzern verkaufte mehr als 125.000 Fahrzeuge. Das Unternehmen befindet sich zu 100% im Besitz von Anders Hedin. Hedin ist auch in Deutschland und den Niederlanden aktiv und betreibt 240 Niederlassungen.

Lithia Motors-Angebot wurde abgelehnt

Der US-Autohandelsriese Lithia Motors hatte im August ebenfalls ein Angebot für Pendragon abgegeben, das Medienberichten zufolge später zurückgezogen wurde. Offenbar hatte sich einer der fünf größten Aktionäre gegen das Angebot gestellt. Gut möglich, dass es sich dabei um Hedin gehandelt hat.

Nun hat Hedin nach britischem Übernahmerecht bis zum 24. Oktober Zeit, ein verbindliches Angebot abzugeben. Die Anleger sind noch zurückhaltend. Zwar zog der Pendragon-Aktienkurs zuletzt deutlich an, notiert mit 27 Pence aber weiterhin ein gutes Stück unter der Kaufofferte.