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BioNTech: Impfstoff-Milliarden treiben Forschungspipeline voran

BioNTech: Impfstoff-Milliarden treiben Forschungspipeline voran
Marcus Krauss - stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine ist das Thema Corona-Pandemie und Impfstoffe aus dem Fokus der Anleger gerückt. Daher dümpeln auch die Impfstoff-Aktien etwas vor sich hin. Heute möchte ich mit Ihnen bei BioNTech einmal einen Blick abseits des COVID-19-Impfstoffs auf die Forschungspipeline werfen.   

Nach dem COVID-19-Impfstoff muss die Forschungspipeline die Bewertung rechtfertigen

In den nächsten Jahren wird BioNTech viel Geld mit dem COVID-19-Impfstoff verdienen. Wichtig ist es aber, diese Zeit zu nutzen, um die eigene Forschungspipeline voranzutreiben. Im Idealfall stehen die neuen Medikamente bereit, die Lücke zu füllen, die der COVID-19-Impfstoff irgendwann hinterlassen wird. Die Impfstoff-Milliarden kommen dafür gerade recht. Wie die Corona-Pandemie gezeigt hat, lässt sich die medizinische Forschung mit viel Geld enorm beschleunigen.

Entwicklung der Forschungspipeline kommt gut voran

Die COVID-19-Impfstoffe haben es in weniger als einem Jahr zur Zulassung gebracht. So schnell werden es die Krebs-Medikamente, die BioNTech ebenfalls mit Hilfe der mRNA-Technologie entwickelt, nicht schaffen. Aber ich halte es für gut möglich, die Entwicklungszeit zu halbieren. Ein Blick in die aktuelle Forschungspipeline von BioNTech liefert einen Vorgeschmack darauf.

Im Sommer 2021 hatte BioNTech erst einen einzigen Wirkstoff in der zweiten Phase der klinischen Studien sowie zehn Wirkstoffe in der ersten Studienphase. Inzwischen hat das Unternehmen – dank der zusätzlichen Gelder – die Anzahl der Wirkstoffe in den klinischen Studien von elf auf 17 erhöhen können.

Statt einem Wirkstoff befinden sich mittlerweile vier Wirkstoffe bereits in der zweiten Studienphase. Bei allen vier handelt es sich um innovative Krebs-Therapien auf mRNA-Basis. Zwei davon erforscht BioNTech in Eigenregie, zwei in Kooperation mit Genentech, der Biotech-Tochter des Schweizer Pharma-Giganten Roche.

Die Anzahl der Studien in der ersten Phase hat sich innerhalb eines halben Jahres von zehn auf 13 erhöht. Dazu zählen Krebs-Medikamente auf mRNA-Basis, in Form von Zelltherapien und Krebs-Antikörpern. Zusammen mit Pfizer wird zudem an einem neuen Grippe-Impfstoff gearbeitet.  

Hoffnungsträger im Kampf gegen Krebs

Die Krebsforschung beschäftigt sich schon seit zwei Jahrzehnten mit der messenger RNA, kurz: mRNA-Technik. Dies war auch der Grund, weshalb uns der COVID-19-Impfstoff von BioNTech sowie kurz darauf von Moderna so schnell zur Verfügung stand. Die Entwicklung des Impfstoffes baute auf den Erkenntnissen der mRNA-Krebsforschung auf. Nachdem das Erbgut des Virus entschlüsselt war, konnte der COVID-19-Impfstoff innerhalb weniger Wochen fertiggestellt werden und musste dann nur noch getestet werden.

Vor allem in der sogenannten Krebsimmuntherapie – diese nutzt das körpereigene Immunsystem im Kampf gegen den Krebs – zählt die mRNA-Technologie zu den großen Hoffnungsträgern der Medizin. Allerdings ist der Kampf gegen den Krebs eine deutlich größere Herausforderung als eine Impfung gegen ein Virus. Denn Krebszellen sind bei jedem Krebspatienten unterschiedlich. Um diese zielgenau zu bekämpfen, sind an den Patienten angepasste individuelle Therapien die optimale Lösung. Und hier kommt ein großer Vorteil der mRNA-Technologie ins Spiel: Die Möglichkeit der schnellen Anpassung – von denen auch der gerade entwickelte Omikron-Impfstoff profitiert. 

Zusammen mit Moderna zählt BioNTech zu den führenden Unternehmen im Bereich der Krebsbekämpfung durch die mRNA-Technologie. Dank der Impfstoff-Milliarden werden beide Unternehmen ihre Marktführerschaft in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Damit besitzen beide die Chance, zu den großen Biotech-Konzernen aufzusteigen – auch wenn der COVID-19-Impfstoff eines Tages nicht mehr gebraucht werden sollte.