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GlaxoSmithKline baut mit Affinivax-Deal Produktpipeline aus

Inhaltsverzeichnis

Momentan jagt ein Deal den nächsten. Jetzt ist wieder ein Biotechnologieunternehmens ins Visier eines Pharma-Riesen geraten. Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) schluckt für bis zu 3,3 Milliarden das US-Biotechunternehmen Affinivax. Dies ist der zweite große Deal des britischen Pharmariesen in den letzten zwei Monaten und eröffnet dem Unternehmen den Zugang zu Affinivax‘ Produktpalette an Impfstoffen der nächsten Generation.

GlaxoSmithKline mit Milliardenofferte für Impfstoffhersteller Affinivax

Der britische Pharma-Riese GSK übernimmt das US-Biotech-Unternehmen Affinivax. Der Deal hat einen Gegenwert von bis zu 3,3 Milliarden Dollar, wobei zunächst 2,1 Milliarden Dollar den Besitzer wechseln. Weitere 1,2 Milliarden Dollar sollen fließen, wenn bestimmte Meilensteine erreicht werden.

Affinivax – der Pionier für Pneumokokken-Impfstoff

Affinivax leistet Pionierarbeit bei der Entwicklung einer neuen Klasse von Impfstoffen, von denen die am weitesten fortgeschrittenen Pneumokokkenimpfstoffe der nächsten Generation sind. Zum Hintergrund: Zu den Pneumokokken-Erkrankungen gehören Lungenentzündung, Meningitis, Infektionen der Blutbahn und mildere Erkrankungen wie Sinusitis und Mittelohrentzündung. Was viele nicht ahnen – trotz der Verfügbarkeit aktueller Pneumokokken-Impfstoffe gibt es hier einen erheblichen ungedeckten medizinischen Bedarf.

Phase-3-Studie soll voraussichtlich in Kürze starten

Affinivax hat ein System zur Präsentation mehrerer Antigene entwickelt, mit dem Impfstoffe hergestellt werden, die das Immunsystem darauf trainieren, mehrere Krankheitserreger gleichzeitig zu erkennen und schützende Antikörper und T-Zellen zu bilden. Dazu packt Affinivax nicht nur Proteinfragmente der Erreger in den Impfstoff, sondern auch Zuckerstrukturen, die Immunreaktionen auslösen.

Nach guten Ergebnissen in einer früheren Studie geht das Unternehmen nun zu einer Studie im Spätstadium bei Erwachsenen über 50 Jahren über und beginnt in diesem Jahr auch mit pädiatrischen Studien.

Zudem ist Affinivax in Kooperation mit der Impfstoffallianz Cepi auch an der Erforschung eines Covidimpfstoffs aktiv. Allerdings befindet sich das Präparat noch in der präklinischen Entwicklungsphase, wurde also bislang auch noch nicht an Menschen getestet.

Deal-Abschluss im dritten Quartal

Das Biotechunternehmen Affinivax hatte Anfang 2021 eine Finanzierungsrunde C über 226 Millionen Dollar abgeschlossen. Jetzt wechselt das nicht börsennotierte Unternehmen für einen Milliardenbetrag den Eigentümer. Lohnen könnte sich der Deal für GSK trotzdem. Sollte der Pneumokokken-Impfstoff erfolgreich zur Zulassung gebracht werden, winkt ein Milliarden-Absatzmarkt. Zum Vergleich: Der Rivale Pfizer erzielte zuletzt mit seinem Pneumokokken-Impfstoff Prevnar einen Jahresumsatz von 5,3 Milliarden Dollar.

GSK bringt Geschäft mit verschreibungsfreien Medikamenten an die Börse

Die Affinivax-Übernahme ist aber nicht die einzige Veränderung in der Konzernstruktur, die bei GSK ansteht. Am 18. Juli will der Konzern sein Geschäft mit verschreibungsfreien Medikamenten unter dem Namen Haleon an die Londoner Börse bringen. Das Spin-off des Unternehmens für Verbrauchergesundheit, das unter anderem Marken wie Sensodyne, Panadol und Fenistil vertreibt, wird der größte Börsengang in London seit zehn Jahren sein. Der britische Arzneimittelhersteller besitzt einen Anteil von 68% an dem Unternehmen; Pfizer hält die verbleibenden 32%, will aber aus dem Joint Venture aussteigen. .

Interessant: GSK lehnte Ende letzten Jahres ein Angebot von Unilever für den Geschäftsbereich in Höhe von 50 Milliarden Pfund ab. Zuletzt erzielte Haleon einen Jahresumsatz von beinahe 10 Milliarden Pfund und peilt ein Umsatzplus von vier bis sechs Prozent an.