Hohe Volatilität in der Biotech-Branche

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Studienerfolge beeinflussen die Aktienkurse der Biotech-Unternehmen meist stärker als Quartalszahlen. (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Die Meinungen zu Biotechnologie-Unternehmen können an der Börse von einem auf den anderen Tag drehen und werden nicht nur von Quartalszahlen, sondern hauptsächlich von Studienerfolgen beeinflusst.

Kurse wie bei Amgen und Biogen sind geradezu einem Zickzackkurs ausgeliefert. Der Aktienmarkt setzt bei Werten in der Biotechnologie-Branche die Hoffnung immer auf die angekündigten Studien. Diese sind in 3 Phasen aufgeteilt. Vom Laborerfolg über Tests an einzelnen Probanden bis hin zur Phase 3, in der an über 1.000 Probanden Wirkstoffe getestet werden, um deren Effizienz und Sicherheit zu überprüfen.

Der schlimmste Fall, der Studienabbruch, wird oft von einem starken Rücksetzer begleitet. Die Aktie von Biogen verlor beispielsweise im März 2019 an einem Tag mehr als 30% aufgrund des Studienabbruchs des Alzheimer- Medikaments Aducanumab, da dieses die Erwartungen nicht erfüllt hat. Der Marktwert des Medikamentes wurde damals auf rund 12 Mrd. $ geschätzt.

Außerdem sind kleinere Biotechnologiewerte immer für eine Übernahme durch bekannte Pharmariesen gefragt. Im November 2019 beispielsweise sprang der Kurs von Qiagen aufgrund von Übernahmegerüchten durch den Forschungslieferanten Thermo Fisher Scientific in wenigen Wochen um über 40%. Trotz hoher Volatilität gehören Biotechnologie-Unternehmen zu Recht zu den gefragtesten Wachstumsaktien.

Wir sehen am Beispiel Aducanumab, dass eine erfolgreiche Studie jahrelang hohe Gewinne versprechen oder im Gegenteil als Milliardengrab enden kann. Kurzfristig können Neuigkeiten bezüglich Studienergebnissen oder Übernahmen die Kursverläufe plötzlich und stark beeinflussen. Langfristig erfolgreich sind Werte mit einem starken Portfolio und einer breiten Forschungspipeline.

Der Kampf um den Impfstoff

Seit die ersten Impfstoffe gegen Covid-19 zugelassen wurden, fahren Produktionsstätten ans Limit. Es wird so viel wie möglich produziert. Dennoch verkündeten AstraZeneca und Moderna Lieferengpässe und -verzögerungen. Auch die Produzenten profitieren von der extremen Nachfrage des Impfstoffes.

Moderna produziert selbst nur 200 Mio. der geplanten 600 Mio. jährlichen Dosen. Die restlichen Impfdosen werden vom Lohnhersteller Lonza produziert. Bereits vor Monaten sicherte sich Lonza einen Teil der Produktion des Wirkstoffes von Moderna. Damit wuchs auch das Lonza-Image als Pharmazulieferer stark. In Visp produziert Lonza aktuell auf einer Produktionslinie, dies soll sich jedoch bald ändern.

Zwei weitere Produktionslinien für den Wirkstoff des Corona-Impfstoffes sind geplant. Wann genau die Produktionsanlagen fertig gestellt werden, teilte der CEO nicht mit. Aber künftig sollen in Visp jährlich rund 300 Mio. Impfdosen produziert werden. Der Impfstoff selbst wird von Laboratorios Farmaceuticos ROVI in Madrid fertiggestellt. Im US-Werk in Portsmouth soll jährlich Wirkstoff für mehr als 100 Mio. Dosen produziert werden.

BB Biotech Portfolio

BB Biotech zählt zu den bekanntesten Fonds im Bereich Biotechnologie. Mit einem Blick ins Portfolio können immer wieder interessante Werte entdeckt werden. Ende 2020 waren Ionis Pharmaceuticals, Moderna und Neurocrine Biosciences die größten Positionen im Portfolio.

Durch den Kurszuwachs von Moderna nahm die Beteiligung mit 6,7% einen Spitzenplatz im Portfolio ein. Davor war nur noch Ionis Pharmaceuticals mit 10,4%.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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