Impfstoff-Aktien sind die Gewinner der Omikron-Variante

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Die Angst vor der Omikron-Variante hat die Börsen erfasst. Impfstoff-Aktien gehören zu den wenigen Gewinnern. (Foto: Markus Mainka - stock.adobe.com)

Die neue Omikron-Variante des Coronavirus versetzte den Börsen am Freitag einen Schock. Fast alle Aktien gerieten unter Druck, mit Ausnahme von stay-at-home-Werten sowie natürlich den Impfstoff-Aktien. Heute möchte ich einen Blick auf die verschiedenen Impfstoff-Werte werfen. Im Fokus dabei: Wer werden die Gewinner der neuen Virusvariante sein?

Insgesamt gibt es sechs Impfstoffe aus Europa und den USA, deren Impfstoffe zugelassen sind bzw. kurz davor stehen und deren Hersteller an der Börse notiert sind:

mRNA-Impfstoffe von BioNTech und Moderna besitzen einen großen Vorteil

BioNTech und Moderna haben sich in diesem Jahr mit ihren neuartigen mRNA-Impfstoffen einen Großteil des Umsatz-Kuchens gesichert. Beide Impfstoffe zeigen weiterhin die höchste Wirksamkeit bei geringen Nebenwirkungen.

Zudem besitzen sie im Hinblick auf die Omikron-Variante einen bedeutenden Vorteil: Sie lassen sich innerhalb relativ kurzer Zeit (einige Wochen bis wenige Monaten) an die speziellen Eigenschaften neuer Varianten anpassen. Bei anderen Impfstoff-Varianten dauert die Anpassung länger.

Aus diesem Grund dürften vor allem diese beiden Impfstoffe zu den Gewinnern gehören, falls weitere Auffrischungs-Impfungen durch die Omikron-Variante des Virus notwendig werden sollten. Ich gehe davon aus, dass beide Unternehmen in den nächsten Jahren glänzende Geschäfte machen. Wenn sie das Geld in die eigene Forschungspipeline stecken, könnte der Erfolg in einigen Jahren auf eine breitere Basis gestellt werden.

AstraZeneca und Johnson & Johnson sind keine Impfstoff-Investments

Die beiden Vektor-Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson haben zwar hierzulande erheblich an Bedeutung verloren, kommen aber international weiterhin zum Einsatz.

Allerdings handelt es sich sowohl bei AstraZeneca als auch bei Johnson & Johnson (J&J) um sehr große Pharmakonzerne (J&J macht zudem einen zweistelligen Milliardenumsatz mit Medizintechnik), bei denen sich der Effekt der Impfstoffe auf das Gesamtgeschäft in Grenzen hält. Beide sind sehr solide Aktien. Aber als Impfstoff-Investments sehe ich sie nicht an.

Totimpfstoffe von Novavax und Valneva vor der Zulassung

Interessanter als Impfstoff-Investment sind da schon die Aktien der Impfstoff-Newcomer Novavax (USA) und Valneva (Frankreich / Österreich). Beide Unternehmen setzen auf konventionelle Totimpfstoffe und haben gute Ergebnisse aus der dritten Phase der klinischen Studien vorgelegt. Die Zulassung in Europa wird voraussichtlich in Kürze erfolgen.

Möglicherweise werden diese beiden Impfstoffe zumindest einen Teil der Skeptiker überzeugen, die sich bislang aufgrund der Angst vor den neuartigen mRNA-Impfstoffen nicht impfen lassen wollten. Es wäre jedenfalls wünschenswert, um möglichst schnell aus der Pandemie rauszukommen. Im Vergleich zu BioNTech und Moderna sehe ich Novavax und Valneva als spekulativer an. Dies zeigt sich auch an den zum Teil noch höheren Kursschwankungen dieser Werte.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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