+++ Die kostenlosen Online Live Webinare 2022 - Trading, Finanzen, Geldanlage & Vermögen +++

Mit BioNTech neue Arbeitsplätze in Mainz

Mit BioNTech neue Arbeitsplätze in Mainz
Marcus Krauss - stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Der Mainzer Biotechnologie- Konzern wurde in den vergangenen beiden Jahren durch die Entwicklung des Corona-Impfstoffes Comirnaty bekannt. Dabei wurde mit Pfizer kooperiert, um die Produktion und internationale Logistik zu gewährleisten. Die Stadt Mainz, die durch die Gewerbesteuer von BioNTech Milliarden eingenommen hat, plant mit einem BioTechHub die Hochburg der deutschen Biotechnologie zu werden. Dort sollen auf 30 Hektar Fläche 5.000 Arbeitsplätze entstehen.

Davon gehen 12 Hektar an BioNTech, um die Milliardengewinne in neue Technologien zu reinvestieren und auch langfristig profitabel zu bleiben. Langfristig könnten weitere Unternehmen und Start-ups folgen. Die Attraktivität der Stadt, die Nähe zu einer renommierten Universität im Fachbereich und die Reputation, die mit BioNTech entstanden ist, macht die Stadt zu einem attraktiven Standort.

Neben Mainz strebt BioNTech auch die Erbauung neuer internationaler Produktionsanlagen an. Der Großteil der Produktion wurde bisher vom Partner Pfizer übernommen. Beispielsweise soll künftig eine Produktionsanlage in Ruanda entstehen, deren Baubeginn Mitte des Jahres sein wird. Die Produktionskapazität ermöglicht die Herstellung von jährlich hundert Millionen Dosen mRNA-Impfstoff. Bisher bestand die Eigenproduktion des Konzerns hauptsächlich aus dem Marburger Werk. Dort wurde im Herbst 2020 eine Produktionsanlage übernommen, die nur umgerüstet werden musste. Mit der Technologie des Umrüstungspartners Siemens konnte der Standort in weniger als drei Monaten mit der Produktion beginnen. Die Erbauung neuer Produktionsanlagen und die Reinvestition der Milliardengewinne dämpfen die gängige Kritik, dass die Gewinne von BioNTech mit einem Abklingen der Corona-Krise nicht langfristig sein könnten.

CRISPR-Technologie revolutioniert den Markt

CRISPR bezeichnet die Technologie, die hinter der Verwirklichung der Genschere steckt. Sie beschreibt sich wiederholende Abschnitte von DNA bei Bakterien, die zur Veränderung von RNA genutzt werden kann. Das Enzym Cas9 kann beispielsweise darauf abgerichtet werden, bestimmte Teile eines Gens herauszuschneiden. Dadurch können weitreichende Technologien in der Biotechnologie entstehen.

Ein Hauptfeld dieser Technologie ist die Vision, Erbkrankheiten wie Mukoviszidose, ALS oder die Blutkrankheit Hämophilie aus der DNA zu löschen. Für diese Technologie wurde 2020 der Nobelpreis für Chemie vergeben. In Zukunft könnte man diese Technologie, ähnlich wie die mRNA-Technologie, die für die Entwicklung der Corona-Impfstoffe von BioNTech und Moderna genutzt wurde, dazu nutzen, um bestimmte Bereiche von Zell-DNA anzusteuern. Beispielsweise forschen Wissenschaftler in Gatersleben daran, Gersten-Pflanzen gegen das Gelbmosaikvirus zu immunisieren.

Unternehmen, die sich mit dieser Technologie beschäftigen, sind unter anderem Pfizer, Biogen, Gilead und Evotec CRISPR ist das Elektroauto der Biotechnologie und wird uns in der künftigen Entwicklung von Wirkstoffen und Medikamenten begleiten. Immer mehr Unternehmen erwerben CRISPR- Lizenzen und investieren in dedizierte Labore, um daran zu forschen.