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Ambarella: Aktie des Chip-Spezialisten weiter mit hoher Schwankungsbreite

Inhaltsverzeichnis

Seit dem Jahreswechsel hat es die Aktie des US-Halbleiterspezialisten richtig erwischt. Der Kurs sackte von über 200 auf unter 90 Dollar in den Keller. Der Grund liegt nicht etwa in der operativen Geschäftsentwicklung – hier läuft es weiter ausgezeichnet. Vielmehr führt der Kurseinbruch den Anlegern eines vor Augen: Die Börse ist keine Einbahnstraße. Die Ambarella-Aktie hatte im Börsenjahr 2021 mit einem Kursplus von 120% einen fulminanten Lauf. Da war eine Konsolidierung mehr als angebracht. Zumal die schärfere Gangart der US-Notenbank FED hinsichtlich einer restriktiveren Geldpolitik die Stimmung bei Technologieaktien ohnehin stark eingetrübt hat.

Ambarella: Chip-Konzern mit breiter Kundenbasis

Mit einem Börsenwert von knapp 3,5 Milliarden Dollar gehört Ambarella noch zu den kleineren Technologieaktien. Hierzulande dürfte die Firma nicht jedermann bekannt sein: Ambarella wurde im Jahr 2004 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Santa Clara, Kalifornien. Das Unternehmen entwickelt Hochleistungschips, die in einer Vielzahl von Anwendungen zum Einsatz kommen.

Die Lösungen des Unternehmens ermöglichen beispielsweise die Erstellung von Videoinhalten für tragbare Kameras, Fahrzeugkameras, Drohnen, Virtual-Reality-Kameras und Internetprotokoll-Sicherheitskameras für den professionellen Einsatz, die Heimsicherheit und -überwachung sowie für die Robotik und industrielle Anwendungen, einschließlich Identifikations-/Authentifizierungskameras, Roboterprodukte und Sensorkameras.

Das Unternehmen vertreibt seine Lösungen an Originalhersteller und Erstausrüster über seinen Direktvertrieb und Distributoren.

Ambarella mit satten Wachstumsraten im Schlussquartal

Im vierten Quartal erreichte der Chip-Spezialist enorme Wachstumsraten: Der Umsatz kletterte um 45,2% auf 90,23 Millionen Dollar. Damit wurde die Wachstumsdynamik der Vorquartale (Q3: 64%; Q2: 58%) aber nicht ganz erreicht. Die Analystenerwartungen wurden mit dem Umsatz hingegen exakt getroffen.

Besonders stark lief es im Bereich mit IoT-Kameras: Die Bereiche Sicherheit und Automotive waren für rund 90% der gesamten Konzernumsätze verantwortlich. Zuletzt begann Rivian, der amerikanische Elektroautohersteller, der auf Ambarellas Sicherheitstechnik setzt, mit der Auslieferung von Fahrzeugen. Auch der chinesische Lkw-Hersteller Shanqi setzt Funktionen zur Fahrspurerkennung und Kollisionswarnung von Ambarella und hat kürzlich die Massenproduktion aufgenommen.

Auffallend hoch sind übrigens die Forschungs- und Entwicklungskosten bei Ambarella. Im vierten Quartal flossen 48,5 Millionen Dollar in die hauseigene Entwicklungsabteilung. Das entspricht beinahe 54% der Gesamtumsätze.

Verluste weiter verringert

Auch bei der Profitabilität machte der Konzern weitere Fortschritte. Nach einem Nettoverlust von 12,49 Millionen Dollar im Vorjahresquartal stand nun ein Verlust von 9,19 Millionen Dollar in den Büchern. Je Aktie entspricht dies einem Verlust von 25 Cent. Im Vorquartal konnte Ambarella noch einen kleinen Gewinn erzielen.

Lieferkettenprobleme überschatten Ausblick

Mit seiner Prognose konnte der Chip-Spezialist bei den Anlegern weniger punkten. Im laufenden Quartal wird ein Umsatz zwischen 88,5 bis 91,5 Millionen Dollar erwartet. Gegenwind kommt von geopolitischer Seite sowie von anhaltenden Herausforderungen in der Lieferkette. Ambarella geht außerdem davon aus, dass die Bruttogewinnspanne von 64,8% im vierten Quartal auf 63% bis 64% sinken wird.

Fazit: Ambarella ist eine spannende Firma mit einem attraktiven Produktportfolio, die in den letzten Jahren mit einer hohen Wachstumsdynamik glänzen konnte. Das macht sich allerdings auch im Aktienkurs bemerkbar. Trotz der jüngsten Korrektur handelt die Aktie mit dem 50-Fachen der erwarteten Jahresgewinne. Bei solchen einer Bewertung sollten
Anleger auch zukünftig meiner hohen Schwankungsbreite rechnen.