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ASML: Halbleiterboom beflügelt die Geschäfte

Inhaltsverzeichnis

Die Halbleiterkrise spitzt sich weiter zu und führt beim niederländischen Chip-Riesen ASML zu einem Luxusproblem: Der Chipausrüster kann die Auftragsflut kaum bewältigen oder in anderen Worten: Die Nachfrage übersteigt die Kapazitäten und zwar deutlich. Geht es nach den Aussagen von Firmenboss Peter Wennink, dann wird sich hieran auch so schnell nichts ändern.

Obwohl die Geschäfte auf Hochtouren laufen, hinkte zuletzt der Aktienkurs hinterher. Seit dem Novemberhoch rutschten die ASML-Papiere rund ein Fünftel in den Keller. Beschweren dürften sich dennoch die Wenigsten. Die Langfristentwicklung ist nämlich gewaltig. Auf Jahressicht liegen die Papiere rund 40% im Plus. Wer sich bereits vor fünf Jahren ASML-Anteilscheine ins Depot legte, kann sich inzwischen sogar über einen Wertzuwachs von über 450% freuen.

Zweitgrößter Hersteller von Halbleiterausrüstung

ASML ist der zweitgrößte Hersteller von Halbleiterausrüstung auf der Welt. Mit einem Börsenwert von rund 260 Milliarden Euro ist der Chip-Spezialist sogar das wertvollste Technologieunternehmen Europas.

Der Halbleitermarkt wächst derzeit stark und macht unser digitales Leben erst möglich mit komplexen Chips, die unsere Geräte intelligent machen. Für TSMC, Samsung und Intel ist ASML der wichtigste Zulieferer. Denn nur mit ASML-Anlagen können die modernsten Mikrochips der Welt produziert werden.

ASML hat sich mit seinen fortschrittlichen Anlagen für die Halbleiterfertigung (sogenannten Lithographie-Anlagen) eine starke Marktstellung erarbeitet. Produktionsbetriebe sowie Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen befinden sich in den USA, Taiwan, Korea, China und in den Niederlanden. Weltweit ist der Konzern an über 60 Standorten in 16 Ländern präsent.

ASML feuert auf allen Zylindern

Zuletzt liefen die Geschäfte der Niederländer auf Hochtouren: Das Unternehmen profitiert vom Boom in der Halbleiterindustrie trotz knapp gewordener elektronischer Bauelemente. Im abgelaufenen Geschäftsjahr kletterten die Umsätze um 33% auf 18,6 Milliarden Euro.

Noch stärker ging es beim Gewinn nach oben. Unter dem Strich erhöhte sich der Konzernüberschuss um 64 % auf 5,9 Milliarden Euro. Das entsprach einem Gewinn je Aktie von 14,36 Euro. Das lag nicht nur signifikant über dem Vorjahresniveau (8,49 Euro), sondern auch deutlich über den Konsensschätzungen. Die Analysten waren im Vorfeld der Zahlen lediglich von einem Gewinn je Aktie von 13,61 Euro ausgegangen.

Auftragsbücher sind voll – Management strotzt vor Zuversicht

Auch für das laufende neue Geschäftsjahr zeigen sich die Niederländer extrem zuversichtlich. Der Umsatz soll um 20% auf 22,3 Milliarden Euro ansteigen. Der Konzern verweist bei seiner Prognose auf die prall gefüllten Auftragsbücher. Im zurückliegenden Jahr erhöhten sich die Neubestellungen massiv von 11,3 auf 26,2 Milliarden Euro. Bemerkenswert: Laut Konzernchef Wennink könnte ASML 40 bis 50% mehr Anlagen verkaufen, wenn mehr Fabriken und Personal zur Verfügung stünden.

Allerdings müssen sich die Anleger auf ein etwas schwächeres Startquartal einstellen. Der Hintergrund ist folgender: Um Maschinen schneller ausliefern zu können, verlagert ASML zeitweise die Abschlusstests für die Maschinen von ihren eigenen Werken zu den Kunden. Das verzögert aber die formelle Endabnahme, wodurch sich einige Umsätze nach hinten verschieben.

Dividende wird verdoppelt

Zeitgleich will ASML auch seine Ausschüttungen nach oben schrauben. Für das abgelaufene Geschäftsjahr sollen 5,50 Euro je Aktie an die Anleger fließen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Verdopplung der Dividendenzahlung.

Auch langfristig will der Konzern weiter wachsen. Erst vor wenigen Monaten wurde die Langfristprognose angehoben. Bis 2025 will der Konzern einen Umsatz zwischen 24 und 30 Milliarden Euro erreichen. Bislang wurde nur eine Bandbreite von 15 bis 24 Milliarden Euro angepeilt. Als Wachstumstreiber bezeichnete ASML den zunehmenden Einsatz der Lithografie-Technik in der Chip-Produktion.