Intuitive Surgical: Weltmarktführer für Operationsroboter wieder auf dem Wachstumspfad

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Der Markführer für Operationsroboter - Intuitive Surgical - lässt Corona-Delle hinter sich. Die Ergebnisse geben der Aktie weiteren Rückenwind. (Foto: spainter_vfx/Shutterstock)

Wenn Anleger von Roboter-Aktien sprechen, dann fällt schnell der Name des US-Konzerns Intuitive Surgical – und das vollkommen zu Recht. Denn der Hersteller von Operations-Robotern ist nicht nur ein sogenannter Pure Play, d. h. die Firma erzielt 100% ihrer Einnahmen aus dem Wachstumsmarkt „Robotik“, sondern auch der unangefochtene Marktführer auf dem Gebiet der Roboterchirurgie.

Die gerade vorgelegten Zahlen waren ausgesprochen stark und konnten die Analystenschätzungen deutlich übertreffen. Entsprechend positiv reagierte der Aktienkurs, der nachbörslich um 3% zulegen konnte.

Dem Roboter gehört auch im OP die Zukunft

Intuitive Surgical stellt Medizinroboter her, mit deren Hilfe Chirurgen komplexe Operationen minimalinvasiv durchführen. Demnach wird für die Operationen der Körper nicht mehr aufgeschnitten. Vielmehr werden durch Einstiche, Kameras und Instrumente mit Hilfe von Roboterarmen in den Körper eingeführt, um die Operationen im Körperinneren durchzuführen.

Das wichtigste Produkt ist das sogenannte „da Vinci“-OP-System: Dies ist ein roboter-assistiertes Chirurgie System, das inzwischen in zahlreichen großen Kliniken rund um die Welt bei Eingriffen im Darmbereich, Magen, Herz, Leber, Speiseröhre und Gallenblase zum Einsatz kommt.

Besonders erwähnenswert: Intuitive Surgical verdient nicht nur prächtig am Verkauf der bis zu 2 Millionen Euro teuren OP-Roboter, sondern auch an den dafür benötigten OP-Instrumenten, Wartungen und Updates. Dies führt dazu, dass über 70% der Umsätze wiederkehrender Natur sind.

Win-Win-Situation für Klinik und Patient

In den letzten Jahren ritt der Konzern mit seiner Positionierung auf einer regelrechten Erfolgswelle. Seit 2004 explodierten die Umsätze von 139 Millionen Dollar auf 4,35 Milliarden Dollar im zurückliegenden Geschäftsjahr. Beeindruckend sind aber vor allem die Gewinnmargen, die selbst im Corona-Jahr bei 24,33% lagen.

Warum die Entwicklung so sprunghaft verlaufen ist, liegt auf der Hand, denn bei den minimalinvasiven Eingriffen kann das DaVinci-System seine Stärken voll ausspielen:

Der Patient profitiert durch reduzierte Komplikationen und geringeren Blutverlust. Hohe Präzision ermöglicht günstige funktionelle Ergebnisse (z. B. Potenz-Erhalt). Kleinere Einschnitte bedeuten neben besseren kosmetischen Ergebnissen auch eine raschere Wundheilung sowie weniger Wundschmerz.

Dadurch ist eine raschere Mobilisierung (kürzerer Aufenthalt im Krankenhaus) des Patienten möglich, wobei wiederum Komplikationen nach der OP wie Thrombosen und Lungen-Komplikationen (z. B. Entzündungen) reduziert werden können.

Intuitive Surgical lässt Corona-Delle hinter sich

Im letzten Jahr bekam aber selbst der erfolgsverwöhnte Roboterhersteller die Pandemie zu spüren. Da viele Kliniken entweder voll mit Corona-Patienten waren oder Kapazitäten freihalten mussten, wurden zahlreiche Eingriffe verschoben. Dies betraf auch die robotergestützten Operationen. Entsprechend sanken die Umsätze in 2020 leicht um 2,6%.

Doch diese Wachstumsdelle ist längst passe, wie die gerade veröffentlichten Quartalszahlen zeigen: Im zurückliegenden Quartal kletterten die Umsätze um 71,3% auf 1,46 Milliarden Dollar in die Höhe. Damit wurden die Analystenschätzungen um 200 Millionen Dollar übertroffen. Insgesamt verschiffte Intuitive Surgical 328 DaVinci-Operationssysteme nach nur 178 im vergleichbaren Vorjahresquartal.

Wachstum beschleunigt sich wieder

Das Wachstum gewinnt also wieder an Dynamik. Im Vergleich zu einem Wachstum von 16% im ersten Quartal 2021 stiegen die weltweiten DaVinci-Eingriffe im zweiten Quartal um 68%. Zugleich weitet der US-Konzern seine Anwendungsgebiete kontinuierlich aus. Im Februar 2019 hat die FDA die Zulassung für das neue „Ion“ Robotik-System für Lungenbiopsien erteilt. Im zweiten Quartal wurden 20 Ion-Systeme ausgeliefert, womit die installierte Basis auf 70 angewachsen ist. Insgesamt wurden 1.500 Eingriffe mit dem System in den letzten drei Monaten durchgeführt.

Beim Konzerngewinn ging es ebenfalls kräftig aufwärts: Am Ende legte der Nettogewinn um mehr als das siebenfache auf 517 Millionen Dollar zu. Dies entspricht einer Gewinnmarge von 35,4%. Je Aktie wurde ein Gewinn von 4,25 Dollar erzielt. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten waren im Vorfeld der Zahlen lediglich von einem Gewinn von 2,35 Dollar je Anteilschein ausgegangen.

Der operative Turnaround macht sich auch im Aktienkurs bemerkbar. Gerade haben die Papiere ein neues Rekordhoch markiert und der Börsenwert ist inzwischen auf über 112 Milliarden Dollar angestiegen.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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