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Ist das jetzt eigentlich schon ein Crash?

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Die Frage bekomme ich gerade aus dem Freundkreis häufiger gestellt. Einfache Antwort: Ja, teilweise. Je nach Index und Sektor. Denn abhängig von der Definition ist ein Crash in der Regel bereits ein Rückgang um die 20 Prozent. Idealerweise passiert das wesentlich schneller als momentan. Dann crasht es richtig und Sie haben auch das Gefühl, dass die Kurse deutlich rasant nach unten wegbrechen.

Bei uns passiert so etwas derzeit nicht. Klar, wir haben ab und zu Tage, in denen es 3 oder 4 Prozent nach unten geht. Doch dann kommt wieder eine Gegenbewegung und wir gehen nicht wirklich in den freien Fall über. Unser Crash klemmt. Und verzögert sich. Aber er ist dennoch im Chart zu erkennen. Nur (noch?) nicht in jedem.

Schauen wir uns die Kurse an: Der NASDAQ 100 Technology Sector hat bereits 35 Prozent seit dem Allzeithoch Ende November verloren. Der NASDAQ 100 steht bei minus 27,8 Prozent. Unser S&P 500 ziert sich noch. Obwohl er es jetzt unter die 4.000 Punkte geschafft hat, haben wir hier „nur“ einen Verlust von 17,6 Prozent.

Einige Analysten definieren einen Crash nicht mehr ab 20, sondern bereits ab 18 Prozent. Wir kratzen selbst nach dieser Definition erst daran. Interessant wird es deshalb in den kommenden Tagen. Wenn die großen Spieler sich an ihre eigenen Crash-Regeln halten müssen und der Index 18 oder 20 Prozent verliert. Dann werden sie vermutlich noch mehr verkaufen und das Geld in Sicherheit bringen.

Relativ stabil wirkt der Dow Jones. Hier sehen wir lediglich einen Verlust von 13 Prozent seit dem Allzeithoch Anfang Januar. Das ist gefühlt noch meilenweit von einem offiziellen Crash entfernt.

Tech-Werte mit extremen Verlusten

Der Tech-Sektor ist eindeutig schwer betroffen. Vielleicht spüren deshalb so viele Anleger die stark gefallenen Kurse in ihrem Depot: Weil ein Großteil in Wachstum investiert ist und da tut es dann weh, wenn Amazon seit November um 43 Prozent einbricht. Etsy steht sogar bei einem Minus von 73,5 Prozent! Schier unglaublich. Da soll noch einer sagen Kryptowährungen seien extrem volatil und dort sei Vorsicht geboten…

Beeindruckend – im negativen Sinne – finde ich auch NVIDIA. Das Grafikkarten-Powerhouse hat seine Marktkapitalisierung seit November um 51 Prozent reduziert. Ja, es crasht ganz gewaltig. Facebook verlor in der Spitze fast 56 Prozent. Pardon, Meta! Insofern ist die Idee von Mark Zuckerberg alles auf das Metaversum zu setzten vielleicht doch nicht so verkehrt, wie der Aktienkurs es vermuten lässt. Schließlich sind die großen Tech-Werte reihenweise umgefallen.

NVIDIA wird sogar vom Metaverse profitieren. Irgendwer muss schließlich die Grafik berechnen, die wir in der VR-Brille angezeigt bekommen. Netflix crasht bisher 75 Prozent nach unten. Hier habe ich nichts von Metaverse gehört. „Ready Player One“ können Sie dort anschauen und eine Idee bekommen, wie das Metaversum letztlich funktionieren könnte.

Insofern muss ich Mark in diesem Punkt in Schutz nehmen. Wenn alle Türme um ihn herum einbrechen, lag es wohl kaum an seiner Idee, dass Meta ebenfalls einen Ausverkauf hingelegt hat. Es war wohl einfach ein passender Zeitpunkt. Denn schlecht finde ich den im Nachhinein jetzt gar nicht.

Überlegen Sie mal: Wenn sowieso der gesamte Tech-Sektor umkippt, kann er mit seinem Unternehmen auch neue Wege einschlagen. Hätte er Facebook nicht in Meta Platforms umbenannt, wäre der Kursverlauf vermutlich nicht viel besser gewesen. Schließlich ziehen die Investoren gerade überall Geld ab.

Da ist der Zeitpunkt so gesehen sogar perfekt, in diesem Crashumfeld einen Grundstein für etwas Neues, Mutiges zu legen. Ob die Idee aufgeht, weiß ich auch nicht. Das sehen wir in ein paar Jahren. Aber ja, wir haben einen Crash – zumindest im Sektor Technologie. Und jetzt gilt es zu schauen, ob sich andere Sektoren anstecken und den gesamten Markt zum Einsturz bringen.