LPKF-Aktie mit Dämpfer für die Investoren

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Die LPKF Laser-Aktie ist im Korrekturmodus: Die Anleger senken nach einem verschobenen Großauftrag den Daumen, das Management zeigt sich dennoch zuversichtlich. (Foto: Phongphan / Shutterstock.com)

Nachdem vor einigen Wochen die LPKF Laser-Aktie noch deutlich Rückenwind erfuhr, ist inzwischen wieder Ernüchterung unter den Anlegern eingekehrt. Der Kurs der Papiere ist auf 21 Euro gesunken und hat sich damit deutlich von seinem Jahreshoch bei 29 Euro entfernt. Zwar wurde der Jahresausblick bestätigt, aber die Hoffnung der Investoren auf einen Großauftrag im LIDE-Bereich wurde zunichte gemacht.

Mit Lasersystemen zum Erfolg

Bevor wir auf die aktuellen Eckdaten zum zurückliegenden Quartal eingehen, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell erst einmal näher vorstellen. Mit über 600 Mitarbeitern ist LPKF Laser & Electronics AG (die Abkürzung steht für ‘Leiterplatten-Kopierfräsen’) ein deutscher Hersteller von Maschinen und Lasersystemen zur Mikromaterialbearbeitung. Diese kommen in der Elektronikfertigung, der Medizintechnik, der Automobilbranche und im Solarbereich zum Einsatz.

Zentrales Element der Systeme ist ein Laserstrahl, der zur Bearbeitung von Oberflächen eingesetzt wird. Kunden verwenden diese Technologie zum einen bei der Entwicklung und Bearbeitung von Leiterplatten. Zum anderen setzen immer mehr Produzenten auf Laseranlagen, die zum Teil herkömmliche Produktionsverfahren ablösen.

LPKF mit ereignisreicher Unternehmensgeschichte

Nachdem der Konzern bis 2014 auf der Erfolgswelle surfte, folgte für LPKF eine schwere Zeit. Das einstige Wachstumsgeschäft der früheren Jahre, die LDS-Sparte, brach regelrecht weg. Mit den LDS-Maschinen lasern Leiterbahnen direkt auf Kunststoff auf – eine platzsparende Technologie, die vor allem von Handy- und Tablet-Produzenten genutzt wird. Hier wurden in den Vorjahren so viele Maschinen abgesetzt, dass jetzt schlichtweg kein Bedarf mehr für neue Geräte vorhanden war.

Der Umsatzrückgang in diesem Bereich konnte auch durch ein anziehendes Geschäft mit Systemen zum Schneiden von Leiterplatten nicht ausgeglichen werden. Unterm Strich rutschte der Konzern in die roten Zahlen und musste 2015 und 2016 zum ersten Mal in der mehr als 40-jährigen Firmengeschichte einen Verlust verbuchen.

Turnaround geglückt

Doch mit striktem Kostenmanagement und einer Diversifizierung auf noch breitere Abnehmerbranchen gelang dem Garbsener Konzern ein eindrucksvoller Turnaround. Seit 2017 schreibt der Laserspezialist wieder schwarze Zahlen. Selbst nach einem 31%-igen Umsatzrückgang auf 96,24 Millionen Euro im Corona-Jahr 2020 blieb der Garbsener Konzern profitabel. Am Ende stand immer noch ein kleiner Nettogewinn von 5,34 Millionen Euro in den Büchern.

Zweites Quartal noch deutlich unter Vorjahr

Im abgelaufenen zweiten Quartal lag der Umsatz mit 20,1 Millionen Euro aber gut ein Drittel unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Operativ fiel ein Verlust von 1,7 Millionen Euro an, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn vor Zinsen und Steuern in Höhe von 5,2 Millionen Euro in den Büchern stand. Dabei waren es vor allem Probleme im Geschäft mit Technologie zur Herstellung von Solarmodulen, die für Bremseffekte sorgten. Dies sollte sich aber in der zweiten Jahreshälfte bessern.

Prognose bleibt bestehen

Positiv entwickelten sich hingegen der Auftragsbestand, der sich auf knapp 54 Millionen Euro mehr als verdoppelte. Der Auftragseingang legte unterdessen auf gut 30 Millionen Euro zu (+70%). Auch wenn der eigentlich avisierte Großauftrage in der LIDE-Technologie, die in der Serienfertigung von Glaswafern in der Halbleiterindustrie eingesetzt wird, in diesem Jahr wahrscheinlich nicht mehr verbucht werden kann, die Prognose bleibt bestehen.

So sollen im laufenden Geschäftsjahr Umsätze zwischen 110 und 120 Millionen Euro durch die Bücher gehen. Das entspricht einem Umsatzplus zwischen 14 und 25%. Auch bei der Profitabilität soll es wieder aufwärts gehen. Die LPKF-Konzernführung peilt eine Vorsteuergewinnmarge (EBIT) von 10 bis 13% an. Das liegt zwar deutlich unter dem 2019er Niveau, als die Marge noch bei über 19% gelegen hat, aber eben auch deutlich über dem Level des Vorjahres (7,8%).

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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