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LPKF-Aktie mit Dämpfer für die Investoren: Wie es nach der Gewinnwarnung jetzt weitergeht

Inhaltsverzeichnis

Nachdem die LPKF Laser-Aktie im vergangenen Jahr noch einen richtig guten Lauf hatte, stockt es im Börsenjahr 2021: Seit dem Jahreswechsel reduzierte sich der Aktienkurs von 29,30 Euro auf inzwischen unter 16 Euro. Ausschlaggebend für den jüngsten Kursrutsch war die Korrektur der Gesamtjahresprognose, mit der die Anleger auf dem falschen Fuß erwischt wurden.

Mit Lasersystemen zum Erfolg

Bevor wir auf die aktuelle Gewinnwarnung eingehen, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell erst einmal näher vorstellen. Mit über 600 Mitarbeitern ist LPKF Laser & Electronics AG (die Abkürzung steht für ‚Leiterplatten-Kopierfräsen‘) ein deutscher Hersteller von Maschinen und Lasersystemen zur Mikromaterialbearbeitung. Diese kommen in der Elektronikfertigung, der Medizintechnik, der Automobilbranche und im Solarbereich zum Einsatz.

Zentrales Element der Systeme ist ein Laserstrahl, der zur Bearbeitung von Oberflächen eingesetzt wird. Kunden verwenden diese Technologie zum einen bei der Entwicklung und Bearbeitung von Leiterplatten. Zum anderen setzen immer mehr Produzenten auf Laseranlagen, die zum Teil herkömmliche Produktionsverfahren ablösen.

LPKF mit ereignisreicher Unternehmensgeschichte

Nachdem der Konzern bis 2014 auf der Erfolgswelle surfte, folgte für LPKF eine schwere Zeit. Das einstige Wachstumsgeschäft der früheren Jahre, die LDS-Sparte, brach regelrecht weg. Mit den LDS-Maschinen lasern Leiterbahnen direkt auf Kunststoff auf – eine platzsparende Technologie, die vor allem von Handy- und Tablet-Produzenten genutzt wird. Hier wurden in den Vorjahren so viele Maschinen abgesetzt, dass jetzt schlichtweg kein Bedarf mehr für neue Geräte vorhanden war.

Der Umsatzrückgang in diesem Bereich konnte auch durch ein anziehendes Geschäft mit Systemen zum Schneiden von Leiterplatten nicht ausgeglichen werden. Unterm Strich rutschte der Konzern in die roten Zahlen und musste 2015 und 2016 zum ersten Mal in der mehr als 40-jährigen Firmengeschichte einen Verlust verbuchen.

Turnaround geglückt

Doch mit striktem Kostenmanagement und einer Diversifizierung auf noch breitere Abnehmerbranchen gelang dem Garbsener Konzern ein eindrucksvoller Turnaround. Seit 2017 schreibt der Laserspezialist wieder schwarze Zahlen. Selbst nach einem 31%-igen Umsatzrückgang auf 96,24 Millionen Euro im Corona-Jahr 2020 blieb der Garbsener Konzern profitabel. Am Ende stand immer noch ein kleiner Nettogewinn von 5,34 Millionen Euro in den Büchern.

Jahresprognose wird zusammengestrichen

Doch zuletzt musste der Laserspezialist einen operativen Rückschlag verbuchen. Finanzboss Christian Witt ruderte bei der Jahresprognose deutlich zurück: Statt einem Umsatz am unteren Rand des Korridors zwischen 110 und 120 Millionen Euro stellt der Manager nun eine Bandbreite von 92 bis 102 Millionen Euro in Aussicht. Zugleich wurde die Zielspanne für die Gewinnmarge gekappt. Ursprünglich peilte LPKF eine Spanne zwischen 10 und 13% an. Nun soll die operative Gewinnmarge zwischen -2 und 6% liegen.

Projektverzögerungen und Logistikengpässe

Als Ursache nennt die Konzernführung Projektverzögerung bei einem chinesischen Kunden und anhaltende Probleme in der globalen Logistik. Diese führten dazu, dass versandfertige Solarsysteme im Wert von bis zu 11 Millionen Euro und andere Systeme im Wert von ca. 6 Millionen Euro nicht wie geplant noch in diesem Jahr ausgeliefert werden können. Die Anleger erleben damit ein Déjà-vu. Bereits im dritten Quartal hatte der Konzern mit einer ähnlichen Verschiebung von Solarprojekten zu kämpfen.

Fazit: Die heruntergeschraubten Jahresziele waren eine Enttäuschung für die Anleger. Treffen die Aussagen des Konzerns aber zu, dann handelt es sich lediglich um eine Verschiebung der Umsätze in das erste Quartal 2022. An den langfristigen Wachstumszielen und geplanten Investitionen hält LPKF zudem fest. Dennoch zeigt die Kursentwicklung, dass die Anleger momentan sehr nervös sind und schlechte Nachrichten zu deutlichen Reaktionen führen.