Marqeta Aktie: Ein neuer Fintech-Star kommt an die Börse

Fintech – shutterstock_615050396

Mit Marqeta steht der größte Fintech-Börsengang des Jahres an - was ist besonders an Marqeta und was können Anleger erwarten? (Foto: Mikko Lemola / shutterstock.com)

Mit Marqeta steht der nächste Milliarden-Börsengang eines Fintech-Unternehmens vor der Tür. Die kalifornische Firma will noch in den nächsten Wochen an die Börse und dadurch rund 100 Mio. US-Dollar erlösen.

Der Börsengang von Marqeta wird mit großer Spannung erwartet, gilt dieser als der größte Fintech-Börsengang des Jahres. Branchen-Insider sehen eine mögliche Bewertung von 10 bis 15 Mrd. US-Dollar für den kalifornischen Fintech-Newcomer, der in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Doch was genau fasziniert Großinvestoren wie Visa, Goldman Sachs & Co, die bereits früh in Marqeta investiert haben?

Marqeta Börsengang – Was steckt hinter dem neuen Fintech-Star?

Marqeta wurde bereits im Jahr 2009 von Jason Gardner gegründet, der auch das Unternehmen führt. Der Hauptsitz des Fintech-Stars liegt im kalifornischen Oakland, insgesamt ist Marqeta bereits in 36 verschiedenen Ländern der Welt tätig.

Marqeta versteht sich als moderne Kreditkarten-Plattform, welche die Infrastruktur (Programmierschnittstellen etc.) zur Verfügung stellt, damit andere Firmen wie Goldman Sachs, DoorDash, Square, Uber usw. ihre eigenen Karten herausgeben können. Dies bedeutet: Marqeta ermöglicht Firmen die Herausgabe von Visa- oder Mastercard-Kreditkarten, ohne dass die Firma direkt eine Partnerschaft mit einer Bank unterhalten muss. Genau darum kümmert sich Marqeta, die eine Partnerschaft mit der Sutton Bank und der MetaBank unterhält.

Durch diese Arbeit im Hintergrund entlastet Marqeta die Firmen bei der Zahlungsabwicklung und ermöglicht Unternehmen, komplexere und flexiblere Finanzprodukte zu entwickeln.

Seit Bestehen hat Marqeta bereits über 320 Mio. Karten herausgegeben und allein in 2020 ein Zahlungsvolumen von 60 Mrd. US-Dollar und rund 1,6 Mrd. Zahlungstransaktionen abgewickelt.

Marqeta in Zahlen

Bereits im Vorjahr konnte Marqeta 150 Mio. US-Dollar von mehreren Investoren (Coatue, Vitruvian Partners, Visa etc.) einsammeln, wodurch der Fintech-Star bereits mit 4,3 Mrd. US-Dollar bewertet wurde.

Für das Gesamtjahr 2020 meldete Marqeta einen Umsatzsprung auf mehr als 290 Mio. US-Dollar, eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Der Nettoverlust summierte sich dabei noch auf 47,7 Mio. Dollar, nach einem Minus von 58,2 Mio. Dollar im Jahr vorher.

Im ersten Quartal 2021 kletterten die Erlöse um 123 % auf 108 Mio. Dollar, während sich der Nettoverlust leicht auf 12,8 Mio. Dollar reduzierte, nach einem Minus von 14,5 Mio. Dollar im Jahr vorher. Allerdings war der Cash-Flow mit 17,87 Mio. Dollar bereits positiv, nachdem das Transaktionsvolumen um 167 % auf 24 Mrd. US-Dollar zulegen konnte.

Was ist das Besondere an Marqeta?

Marqeta betreibt ein offenes Programmierschnittstellen-System (APIs), das einige Vorteile gegenüber anderen Plattformen, insbesondere für Entwickler bietet. Dadurch lassen sich Zahlungsprodukte nicht nur einfacher, sondern auch schneller entwickeln. Marqeta hat hier einen klaren Entwickler-Fokus.

Über diese sog. Application Programming Interfaces (APIs) lassen sich komplexe und speziell auf den Firmenkunden zugeschnittene Finanzprodukte entwickeln. Dies umfasst z.B. Zahlungslösungen wie „Jetzt kaufen, später bezahlen“. Geschäfte können so z.B. virtuelle Kreditkarten einrichten, mit denen Kunden auf der Online-Seite schnell und einfach zahlen können.

Auch Krypto-Börsen wie Coinbase vertrauen inzwischen auf Marqeta und dessen Programmierschnittstellen, wodurch Kunden mit Kryptowährungen im Laden bezahlen können, während beim Händler das Geld in Euro oder US-Dollar gutgeschrieben wird.

Zudem kümmert sich Marqeta auch um die Sicherheit bei der Zahlungsabwicklung. So wird z.B. der Zahlungsvorgang tokenisiert, wodurch Kunden bezahlen können, ohne ihre Kreditkartendaten offenlegen zu müssen.

Fazit: Eine Karte, unendliche Möglichkeiten

Mit dem Börsengang von Marqeta dürfte ein sehr wachstumsstarkes Fintech-Unternehmen den Kurszettel bereichern. Marqeta will mit einer modernen Plattform nicht nur Banken und Fintechs, sondern auch andere große Marken dabei helfen, innovative Kredit-Produkte zu entwickeln. Dies geschieht über ein System, dass den gesamten Zahlungszyklus abdeckt.

So können Firmenkunden nicht nur auf Entwicklerwerkzeuge zugreifen, sondern auch das Zahlungsprogramm verwalten (z.B. Betrugsfälle und Gutschriften managen). Mithilfe von Marqeta sind Firmen in der Lage, Zahlungslösungen in ihr eigenes Angebot zu integrieren und zwar ohne großen Aufwand. Diese Art von Lösungen war zuvor nur etablierten Anbietern vorbehalten, die einen starken Bezug zur Finanzindustrie hatten.

Marqeta finanziert sich durch eine kleine Gebühr, die auf alle Zahlungstransaktionen erhoben wird. Je mehr neue Produkte also über Marqeta-APIs entstehen und je höher das Transaktionsvolumen liegt, desto stärker profitiert auch Marqeta.

Anleger sollten jedoch beachten, dass ein Großteil der Zahlungstransaktionen (über 90%) über eine herausgebende Bank (Sutton Bank) abgerechnet werden. Zudem schreibt Marqeta noch rote Zahlen. Daher ist die Marqeta Aktie nur für spekulativ orientierte Anleger interessant, die eine Fintech-Aktie als Depot-Beimischung suchen.

Kreditkarten – Oliver Hoffmann – shutterstock_169493330

Blockchain-Kreditkarte für Flüchtlinge soll bei der Integration helfenMit einer Blockchain-Kreditkarte sollen Flüchtlinge besser integriert werden. Durch die belegte Identität sollen sie z.B. arbeiten können.  › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz