Monday.com: Anleger fliegen auf Börsenneuling und treiben Kurs nach den Zahlen massiv in die Höhe

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Kurs des Börsenneulings Monday.com geht nach starken Zahlen durch die Decke: Immer mehr Großkunden setzen auf die Workflow-Software des israelischen Start-ups (Foto: ricochet64 / shutterstock.com)

Bereits zum Börsengang des israelischen Start-ups an der Börse Nasdaq stuften zahlreiche Analysten die Bewertung der Firma als ambitioniert ein. Doch seither kennt die Aktie nur eine Richtung – nach oben. Der Anbieter von Workflow-Software zum Selber Bauen trifft offenbar den Nerv der Zeit, wie die gerade präsentierten Geschäftszahlen zum abgelaufenen Quartal deutlich zeigen.

Mit kräftigen Wachstumsraten konnte das Unternehmen die Erwartungen spürbar übertreffen. Entsprechend positiv reagierten die Anleger, die den Kurs in den letzten beiden Tagen um mehr als ein Drittel nach oben trieben. Damit notieren die Papiere inzwischen bei 338 Dollar und damit signifikant über dem Ausgabepreis von 140 Dollar, zu dem die Aktie im Rahmen der Erstzeichnung vor gut zwei Monaten noch zu haben war.

Monday.com – mit No Code zum Erfolg

Bevor wir auf die aktuelle Geschäftsentwicklung im Detail kommen, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell des israelischen Start-ups erst einmal vorstellen: Monday.com stellt mit sogenannter No-Code- oder Low-Code-Software einzelne Bausteine zur Verfügung, mit denen Unternehmen ohne beziehungsweise mit nur wenig Programmieraufwand Workflow-Prozesse und Projekte digitalisieren können. Die Einsatzbereiche sind vielfältig und können vom Marketing, der Personalverwaltung, Kundenbeziehungen oder die Softwareentwicklung betreffen.

Dabei verfügt der Konzern über renommierte Kundschaft. Sogar Großkonzerne wie Universal Mucis, Mars, Bayer oder auch die US-Armee setzten auf die Monday.com-Software.

Umsatzwachstum von 94% im zweiten Quartal

Zuletzt zeigte das Unternehmen ein dynamisches Wachstum: Im zurückliegenden Quartal kletterten die Umsätze um 94% auf 70,6 Millionen Dollar in die Höhe. Das lag 8,51 Millionen Dollar über den Konsensschätzungen.

Bemerkenswert: Die sogenannte Net Retention Rate (NRR) erhöhte sich bei Kunden mit mehr als 10 Nutzern zum Vorquartal von 121% auf 125%. Dabei handelt es sich um eine der wichtigsten Kennziffern in der Analyse von Subskriptions-Geschäftsmodellen. Zum Hintergrund: Die NRR besagt, wie sich der Umsatz mit Bestandskunden im Zeitablauf verändert und wird berechnet als Umsatz der Vorperiode minus “Churn Rate” (Umsatz, der durch Kundenverluste oder geringere Preise fehlt) zuzüglich der “Expansion Rate” (zusätzlicher Umsatz mit diesen Kunden durch Nutzungssteigerung, Upsell, Preiserhöhungen).

NRR-Werte über 100% bedeuten ein Wachstum des Umsatzes mit der Bestandskundschaft und sind gleichzeitig ein Hinweis auf hohe Kundenzufriedenheit.

Insgesamt erhöhte sich der jährlich wiederkehrende Umsatz von 78 Millionen Dollar (Q2 2020) auf 161 Millionen Dollar.

Großkunden gewinnen an Bedeutung

Deutlich nach oben ging es auch bei der Anzahl der Großkunden, die mehr als 50.000 Dollar an Jahresumsatz generieren: Im Jahresvergleich konnten 326 neue Kunden in dieser Kategorie gewonnen werden (+224%). Damit ist die Zahl der Großkunden bei Monday.com auf 470 angestiegen. Darunter finden sich namhafte Adressen wie BBC, Carrefour oder auch der Fitnessbike-Hersteller Peloton.

Verlust weiter reduziert

Unter dem Strich konnte Monday.com seinen Non-GAAP-Betriebsverlust von -14,9 Millionen Dollar (Q2 2020) auf -9,9 Millionen Dollar verringern. Damit lag der Verlust je Aktie bei 26 Cent, was deutlich über den Erwartungen der Analysten in den Banken lag. Diese waren im Vorfeld von einem Verlust von 1 Dollar je Anteilschein ausgegangen.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2021 stellt das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 280 bis 282 Millionen Dollar in Aussicht (+74% bis +75%). Gleichzeitig wird ein Betriebsverlust von 91 bis 93 Millionen Dollar erwartet.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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