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Regulierung lastet wie Damoklesschwert über chinesischen Tech-Giganten

Inhaltsverzeichnis

Die hohen Kursschwankungen bei chinesischen Technologieaktien halten weiter an. Auch wenn die gerade vorgelegten Geschäftszahlen von Tencent durchaus respektabel waren, bleibt die Aktie weiter schwankungsanfällig. Zumal die Wachstumsraten im Gaming-Geschäft an Schwung verlieren. Des Weiteren ist unsicher, wie sich die zunehmende Regulierung auf die zukünftigen Geschäftsperspektiven auswirken wird.

Tencent im Portrait

Tencent wurde bereits im Jahr 1998 gegründet und gilt als einer der ältesten Internetkonzerne Chinas. In den meisten Bereichen ist der Konzern Marktführer, zum Beispiel mit dem Messenger WeChat, der weltweit mehr als 1,2 Milliarden aktive Nutzer hat. Bei WeChat handelt es sich um einen echten Alleskönner, der mit zahlreichen Funktionen Nutzern dabei hilft, den Alltag zu organisieren, zu kommunizieren, Online-Einkäufe und Bankgeschäfte zu tätigen.

Darüber hinaus weitet Tencent seine Geschäfte in immer mehr Zukunftsfelder aus. So besitzt der Konzern zahlreiche Beteiligungen in den Bereichen Elektromobilität, der Großteil der Einnahmen (ca. 30%) kommt jedoch aus dem Online-Spielegeschäft.

Wachstumsdynamik lässt nach

Der weltweite Marktführer von Onlinespielen (Gaming) und mit Abstand größte Social-Media-Betreiber in China steigerte im zweiten Quartal seine Umsätze um 20% auf umgerechnet rund 18,2 Milliarden Euro. Damit hat sich das Wachstum zum Vorquartal, als noch ein Plus von 25% erzielt wurde, abgeschwächt.

Gleichzeitig erhöht sich der Gewinn um rund 29% auf 42,6 Milliarden Yuan bzw. rund 5,5 Milliarden Euro. Damit wurden die Analystenschätzungen deutlich um 37,4% übertroffen. Aber Sie sollten bedenken: Der Gewinn wurde stark von Aufwertungen im Beteiligungsportfolio beeinflusst. Umgerechnet rund 2,6 Milliarden Euro steuerten Investmenterträge aus den zahlreichen Technologiebeteiligungen des Konzerns zum Gesamtgewinn bei.

Online-Spiele stehen für rund ein Drittel der Erträge

Lassen sie uns einen Blick in die einzelnen Geschäftsbereiche werfen: Bei Online-Spielen erzielte Tencent ein Umsatzwachstum von 12% auf rund 5,6 Milliarden Euro. Damit tragen die Spiele 31% zu den gesamten Konzernerlösen bei. Dabei versucht Tencent mit Hochdruck, die Pipeline für die Zukunft zu füllen. Allein in diesem Jahr tätigte Tencent bislang 76 entsprechende Zukäufe im Gaming-Sektor.

Payment und Cloud-Services als Ertragsperlen

Deutlich starker wuchs Tencent im Bereich FinTech and Business Services, der größtenteils aus dem Online-Payment und Cloud Computing Business besteht. Dort konnte der Tech-Gigant ein Umsatzwachstum von 40% erreichen. Nach einem Zuwachs von 47% im Vorquartal bleibt die Sparte der Wachstumstreiber und trägt mittlerweile 30% zum Gesamtumsatz bei.

Regulierung bleibt das große Fragezeichen

Für die Zukunft dürften sich die Anleger aber auf weiteren Gegenwind durch die Pekinger Regulierungskampagne einstellen. Auf Druck der Regierung hat Tencent im August 2021 die Spielzeit- und Ausgabenbeschränkungen für Minderjährige in China weiter verschärft, über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus. Darüber hinaus werden Käufe von Spielern unter zwölf Jahren im Spiel nun ganz verhindert. Auch das Thema „Kapitalbeschaffung“ dürfte sich zunehmend erschweren: Zuletzt wurde das geplante Zweitlisting der Tochter Tencent Music an der Hongkonger Börse wegen regulatorischer Unsicherheiten vorerst verschoben.

Für Anleger dürfte die zukünftige Entwicklung daher mit hohen Unsicherheiten verbunden sein. Grundsätzlichen hohe Chancen müssen sich Investoren mit hohen Kursschwankungen erkaufen.