SNP verkauft polnisches Tochter-Unternehmen

Software – monsitj ado

Der Software- und IT-Spezialist SNP Schneider-Neureither & Partner verkauft seine polnische Tochter an den deutschen IT-Dienstleister All for One Group. (Foto: monsitj / Adobe Stock)

Der deutsche Software-Gigant SAP hat überraschend früh sehr starke Quartalszahlen veröffentlicht und gehörte daher heute zu den größten DAX-Gewinnern. Auch im SAP-Umfeld gibt es spannende Nachrichten. Der IT- und Software-Spezialist SNP hat sein SAP-Dienstleistungsgeschäft in Polen an das IT-Beratungs- und Dienstleistungs-Unternehmen All for One Group SE veräußert.

Der Verkauf wurde zwar schon vor einiger Zeit angekündigt – ist nun aber abgeschlossen. Trotz dieser guten Nachricht entwickelte sich die SNP-Aktie zuletzt in einem schwächeren Gesamtmarkt – insbesondere für Technologie-Titel – negativ. Für mich ein Stück weit unverständlich, da auch die jüngsten Zahlen solide ausgefallen sind.

SNP: Die Transformations-Spezialisten

Ein paar Worte zum Unternehmen: SNP wurde 1994 in Heidelberg von dem im vergangenen Jahr unerwartet verstorbenen Dr. Andreas Schneider-Neureither gegründet und ist seit 2000 an der Börse. Das Unternehmen unterstützt Organisationen dabei, ihre Geschäftsmodelle anzupassen und neue Technologien zu nutzen.

Software und Services von SNP vereinfachen es, betriebswirtschaftliche oder technische Änderungen in den Geschäftsanwendungen umzusetzen. SNP-Kunden sind globale Unternehmen aus allen Branchen, darunter viele der größten Unternehmen der Welt.

SNP agiert weltweit und hat für seine namhaften Kunden bereits über 10.000 internationale Projekte realisiert. Die Fußball-Fans unter ihnen kennen SNP möglicherweise auch als Sponsor der Bundesligisten TSG Hoffenheim.

Details zum Verkauf der polnischen SNP-Tochter

Blicken wir noch einmal im Detail auf den Verkauf der polnischen SNP-Tochter an den deutschen IT- und Software-Spezialisten All for One Group: Zum 1. Halbjahr 2021 erwirtschaftete die SNP Poland Sp. z o.o. einen Umsatz von rund 13 Mio. Euro und ein operatives Ergebnis (EBIT) in Höhe von 1,0 Mio. Euro.

SNP-Chef Michael Eberhardt  kommentiert den Verkauf wie folgt: „Mit dem Verkauf stärken wir die Fokussierung auf unser SAP-Transformationsgeschäft.“ Und weiter: „Mit All for One sind wir geschäftlich schon seit vielen Jahren eng verbunden. Wir sind daher überzeugt, den richtigen strategischen Partner für unser Geschäft in Polen gefunden zu haben.”

Beide Unternehmen arbeiten eng und erfolgreich zusammen, und der Verkauf der polnischen SNP-Tochter an die All for One Group soll die Partnerschaft zwischen beiden Unternehmen weiter stärken.

Solide Halbjahreszahlen

Zum Schluss noch einige Eckdaten aus dem jüngsten Halbjahresbericht von SNP: Das Unternehmen konnte den Umsatz in den ersten 6 Monaten dieses Jahres um 10% auf 75,7 Mio. Euro steigern. Der Service-Umsatz stieg um 5% auf 52,1 Mio. Euro und der Software-Umsatz um 24% auf 23,6 Mio. Euro.

Der Auftragsbestand legte um 29% auf 132,8 Mio. Euro zu. Anhand der Zahlen wird deutlich, dass sich SNP immer mehr zu einem margen- und wachstumsstarken Software-Unternehmen entwickelt, was aus meiner Sicht eine zunehmend höhere Bewertung rechtfertigen sollte.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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