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Software-Aktien: US-Werte haben die Nase vorn

Software-Aktien: US-Werte haben die Nase vorn
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Inhaltsverzeichnis

In der Software-Branche bleiben Unternehmen aus den USA auf der Überholspur. Während der US-amerikanische Standardwerteindex Dow Jones im vergangenen Halbjahr praktisch auf der Stelle trat, legte der Branchenindex Dow Jones U.S. Software um 25% zu. Bei den deutschen Pendants war die Kursentwicklung weniger erfreulich. So notiert der deutsche Branchenindex DAXSektor Software gegenüber dem Stand vor 6 Monaten nahezu unverändert und nur minimal besser als der Standardwerteindex DAX, der um rund 2% nachgab.

Stock-Picking bleibt das A&O

Mein Ansatz auf US-Werte zu setzen, hat sich somit als richtig erwiesen. Mein Favorit Microsoft legte im vergangenen Halbjahr um über 30% zu und hat den Dow-Jones-Index deutlich geschlagen und zusätzlich den Branchenindex hinter sich gelassen. Die Aktien von Adobe Systems gehörten ebenfalls zu den Gewinnern der Branche.

Beide Aktien bieten auch noch ein vernünftiges Verhältnis von Aktienbewertung zum Gewinnwachstum. Bei dem Unternehmen Salesforce zeichnete sich ein ungünstiges Verhältnis ab. Die Salesforce-Aktie zeigte eine deutlich schwächere Kursentwicklung und lief auf Jahressicht kaum besser als der Dow-Jones-Index und schlechter als der S&P-500-Index.

Aktienbewertung und ein Shareholder-Value-Ansatz sind mit entscheidend

Die üppigen Gewinne und Liquiditätspolster geben den Software-Unternehmen die Möglichkeit, eigene Aktien zurückzukaufen und höhere Dividenden auszuschütten. Während die Dividendenrenditen bei Software-Aktien eher niedrig ausfallen, sorgen Aktienrückkäufe für einen zusätzlichen Kursschub. Durch den Rückkauf und Einzug der eigenen Aktien sinkt die Aktienanzahl, was den Gewinn pro Aktie erhöht und dessen Wachstum beschleunigt.

Auf der anderen Seite ist davon auszugehen, dass die zum Teil sehr üppigen Aktienoptionsprogramme weiter auf einigen Aktienkursen lasten werden. Auch Adobe und Microsoft nutzen Aktienoptionsprogramme, jedoch in weit geringerem Maße als z.B. Salesforce. Bei Microsoft beliefen sich die Aufwendungen für Aktienoptionen laut letztem Quartalsbericht auf 8% des Nettogewinns, bei Adobe waren es 22%. Bei Salesforce betrug das Verhältnis von Aktienoptionsaufwendungen zum Unternehmensgewinn im 3. Quartal rund 174%. Dies führt zu einer steigenden Aktienanzahl, was die Kursaussichten dämpft.

Positiver Ausblick

Wenngleich die Wirtschaftslage angesichts der wieder aufkeimenden Covid-19-Krise gedämpft ist, erscheint das Marktumfeld für Software-Unternehmen weiterhin positiv. Die stetig steigende Bedeutung des Internets für Unternehmen und Verbraucher lässt auch die Nachfrage nach Software-Produkten steigen.

Die Pandemie sorgt mit Trends wie Homeschooling und Homeoffice sowie die zunehmende Freizeit, die Verbraucher mit Endgeräten verbringen, für einen zusätzlichen Schub. Überdies ist davon auszugehen, dass viele Unternehmen die Marktmacht haben, um die Preise weiter zu erhöhen. So bieten die Software-Aktien auch einen guten Inflationsschutz. Ich bleibe daher weiterhin optimistisch für die Branche gestimmt.