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Tencent-Aktie nach Verkaufsgerüchten mit Kursplus

Tencent-Aktie nach Verkaufsgerüchten mit Kursplus
Stefano Zaccaria / shutterstock.com
Inhaltsverzeichnis

Die Technologiebranche in China ist im Umbruch. Vor allem die Marktmacht der sogenannten Big-Techs, also der einflussreichen Milliardenkonzerne, ist der Regierung ein Dorn im Auge. Darum tauchen auch immer wieder Zerschlagungsgerüchte auf oder Spekulationen über den Verkauf von bedeutenden Unternehmensteilen machen die Runde. Wie gerade beim chinesischen Technologie-Riesen Tencent: Nachdem der Konzern in den letzten Monaten bereits Aktienpakete an Sea Limited und JD.com abgestoßen hatte, wird jetzt über den Verkauf des Lieferdienstes Meituan spekuliert.

Tencent – der mächtige Tech-Gigant aus China

Tencent Holdings ist eines der führenden Internet-Unternehmen in der Volksrepublik China mit Firmenzentrale in Shenzhen. Zu den Hauptgeschäftsfeldern von Tencent zählen Gaming, Investment und Social Media. Tencent ist gemessen am Umsatz der #1 Spielehersteller weltweit und investiert in mehr als 700 erfolgreiche Startups weltweit.

Selbst an etablierten wie Spotify, Tesla, Activision Blizzard, der chinesischen Videoplattformen Kuaishou Technology (21,6 %) und Bilibili (11,2 %) hält der Konzern große Anteile. Dazu kontrolliert das Unternehmen die beiden größten Social-Media Anwendungen in China, WeChat und QQ.

Meituan-Beteiligung Insidern zufolge auf dem Prüfstand

Ein großes Aktienpaket von 17% hält Tencent auch an dem chinesischen Essenslieferdienst Meituan. Diese Beteiligung steht Spekulationen zufolge nun zum Verkauf und könnte 24 Milliarden Dollar einspielen. Informationen zufolge hat Tencent Berater engagiert, die mögliche Paketverkäufe in die Wege leiten sollen. Mit dem Verkauf soll Informationen zufolge die Regierung beschwichtigt und zugleich Kasse gemacht werden. Tencent war 2014 bei Meituans Konkurrenten Dianping eingestiegen, der ein Jahr später mit Meituan fusionierte.

Meituan-Verkauf wäre der dritte Riesen-Deal in wenigen Monaten

Ganz von ungefähr kommen die Spekulationen nicht. Tencent kündigte im vergangenen Dezember die Veräußerung von rund 86% seiner Beteiligung an JD.com im Wert von 16,4 Milliarden Dollar an und schwächte damit seine Beziehungen zu Chinas zweitgrößtem E-Commerce-Unternehmen. Einen Monat später erlöste Tencent 3 Milliarden Dollar durch den Verkauf eines 2,6-prozentigen Anteils an dem in Singapur ansässigen Glücksspiel- und E-Commerce-Unternehmen SEA Ltd, was als ein Schritt zur Monetarisierung seiner Investitionen bei gleichzeitiger Anpassung der Geschäftsstrategie angesehen wurde. Der milliardenschwere Verkauf von Meituan wäre der dritte spektakuläre Deal innerhalb weniger Monate.

Management verneint Verkaufsgerüchte

Unterdessen verkündete Tencent bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen am Dienstag, dass ein Meituan-Verkauf nicht im Raum stehe. Ob das zutrifft, ist ungewiss. Der Druck der Regierung dürfte weiter zunehmen. Das hat Meituan selbst schon zu spüren bekommen. Der Konzern steht ebenfalls im Visier der chinesischen Aufsichtsbehörden und wurde im Oktober letzten Jahres mit einer Geldstrafe in Höhe von 533 Millionen Dollar belegt, weil er angeblich gegen Antimonopolgesetze verstoßen hat.

Tencent operativ unter Druck

Operativ lief es bei dem wachstumsverwöhnten Tech-Giganten zuletzt nicht mehr ganz so rund. Chinas führender Internetkonzern erlebte zum ersten Mal in seiner Unternehmensgeschichte einen spürbaren Rückgang der Konzernumsätze. Im Quartal zum 30. Juni sanken die Umsätze um 3 % auf 134 Milliarden Yuan (umgerechnet rd. 19,4 Mrd. Euro). Tencent spürt vor allem im Kerngeschäft mit Onlinespielen kräftigen Gegenwind, weil sich der Internetregulator seit über einem Jahr weigert, für die von Tencent neu entwickelten Gaming-Angebote eine Lizenzfreigabe zu erteilen. Ertragsseitig wurden die Analystenerwartungen mit einem Rückgang der Gewinne um 55 % auf 19,2 Milliarden Yuan ebenfalls verfehlt.

Da könnte ein hoher Geldzufluss durch den verkauf des weiter hohe Verluste schreibenden Essenslieferdienstes Meituan vielleicht gerade recht kommen.