UiPath Aktie nach dem Börsengang – eine Chance für Anleger?

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Die UiPath Aktie ist mit viel Furore an der Börse gestartet - ist die Euphorie rund um den Robotik-Softwareexperten gerechtfertigt? (Foto: MaximP / shutterstock.com)

UiPath ging im April mit viel Furore an die Börse. Durch den Börsengang konnte die in Rumänien gegründete und in New York ansässige Softwarefirma etwa 1,3 Mrd. US-Dollar erlösen. Abzüglich der Kosten flossen dem Automatisierungsspezialisten 692,4 Mio. Dollar zu.

Nachdem die Aktien bei 56 US-Dollar bei den Investoren platziert wurden, kletterten die Aktien zeitweise auf über 85 US-Dollar. Zuletzt ist die UiPath Aktie etwas zurückgekommen, dennoch wird das Unternehmen mit über 35 Mrd. US-Dollar an der Börse bewertet. Keine Frage, die Erwartungen der Investoren an das wachstumsstarke Unternehmen sind groß, doch was steckt hinter dem Robotik- und Automatisierungsspezialisten?

UiPath nach dem Börsengang – Was steckt hinter der Firma?

UiPath wurde ursprünglich unter dem Namen DeskOver im Jahr 2005 von den beiden rumänischen Unternehmern Daniel Dines und Marius Tîrcă in Bukraest gegründet. Später folgte die Umbenennung und im Jahr 2017 wurde der Hauptsitz nach New York verlagert, um näher am Kunden zu sein.

Das Softwarehaus sieht sich heute als Marktführer im sogenannten Markt für Robotic Process Automation (RPA). Das bedeutet, UiPath entwickelt vornehmlich Software-Bots (Software-Roboter), um Geschäftsprozesse zu automatisieren. Diese Bots lernen selbstständig durch künstliche Intelligenz (KI) hinzu, wodurch Arbeitsergebnisse vielfach verbessert werden können.

Durch die von UiPath erzielten Automatisierungen lassen sich Zeit- und Kostenersparnisse im Arbeitsprozess realisieren und somit den Weg zur digitalen Transformation beschleunigen.

Mit zunehmender Automatisierung ist auch eine bessere Kundenzufriedenheit erzielbar, da Mitarbeiter nicht mehr monotone Tätigkeiten erledigen müssen, sondern mehr Zeit für Fragen von Kunden haben. Durch die Entlastung geht oft auch mehr Mitarbeiter-Zufriedenheit einher.

Unter dem Strich wird durch den Einsatz von Automatisierung ein Unternehmen effizienter und effektiver, was letztendlich wieder zu höheren führen kann. Die Venture-Kapitalfirma Accel hält etwa 24 % an UiPath, EarlyBird Capital ca. 9,5 % und CapitalG etwa 6,9 %. Auch Firmengründer und Firmenchef Daniel Dines hält noch 6,5 % der Klasse A Aktien.

UiPath in Zahlen

Für das vergangene Aprilquartal meldete UiPath einen Umsatzsprung auf 186,2 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 65% gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand der jährlich wiederkehrenden Umsätze summierte sich auf 652,6 Mio. Dollar, ein Zuwachs von 64%.

Dabei musste UiPath noch einen Verlust von 239,7 Mio. Dollar oder 1,11 Dollar je Aktie hinnehmen. Ohne Berücksichtigung von Sonderaufwendungen entstand ein Minus von 2 Cent je Aktie. Analysten hatten mit einem Verlust von 5 Cent je Aktie sowie mit Einnahmen von 168,6 Mio. Dollar gerechnet. Zum Quartalsende betreute UiPath mehr als 8.500 Kunden.

Analysten rechnen bei UiPath im laufenden Fiskaljahr 2022 nochmal mit roten Zahlen, aber mit deutlich steigenden Umsätzen, nachdem UiPath im Fiskaljahr 2021 seine Erlöse um 81% auf 607,6 Mio. Dollar steigern konnte. In 2021 fiel ein Nettoverlust von 94,7 Mio. Dollar an.

Zukunftsmarkt Automatisierungssoftware

Analysten schätzen, dass UiPath auch in den kommenden Jahren weiter zweistellig wachsen wird, denn der Markt für Automatisierungssoftware verspricht sehr hohes Wachstum.

Laut Forrester Research ist dieser Markt bereits von 10 Mrd. US-Dollar in 2015 auf 17 Mrd. US-Dollar in 2020 gewachsen. Im Jahr 2024 soll der Automatisierungssoftware-Markt ein Volumen von 30 Mrd. US-Dollar erreichen. Insgesamt wird der adressierbare Markt für Automatisierungsprozesse im Unternehmensbereich auf über 60 Mrd. US-Dollar taxiert.

Was ist das Besondere an UiPath?

UiPath will ein voll automatisiertes Unternehmen Realität werden lassen. Dies soll durch die Automatisierung von Geschäftsprozessen in Kombination mit Programmierschnittstellen-Management (APIs) und künstlicher Intelligenz (KI) erreicht werden.

Dadurch sollen Unternehmen de facto menschliche Arbeitskräfte durch Roboter oder Software ersetzen können, wodurch manuelle Tätigkeiten bald der Vergangenheit angehören könnten. Ziel von UiPath ist eine vollumfängliche Automatisierungsplattform, die Unternehmen effizienter macht.

Um seine Vision zu verwirklichen, hat UiPath zuletzt den Spezialisten Cloud Elements aufgekauft. Dadurch will UiPath die Automatisierung von Benutzeroberflächen mit Bildgebung und API-Management kombinieren, um erweiterte und flexible Automatisierungsprozesse zu ermöglichen.

Fazit: UiPath setzt neue Maßstäbe in der Automatisierung

Fans von Automatisierungslösungen können sich freuen. Mit UiPath ist ein technisch starkes Unternehmen an die Börse gegangen, das neue Maßstäbe in puncto Automatisierungssoftware setzt.

Die Softwaresuite von UniPath glänzt mit einer intuitiven Benutzeroberfläche und einem breiten Funktionsumfang. Softwarebots lassen sich via Programmierschnittstelle individuell auf die Bedürfnisse zugeschnitten entwickeln. Darüber hinaus ist die Software über den App-Store einfach erweiterbar.

Das starke und schnelle Kundenwachstum zeigt, dass die Software bei Unternehmen ankommt. Anleger müssen allerdings beachten, dass UiPath noch rote Zahlen schreibt und mit über 35 Mrd. US-$ bereits relativ hoch bewertet ist. Zudem wagen sich auch andere Unternehmen wie Microsoft und ServiceNow in den Markt für Automatisierungssoftware. UiPath daher nur für spekulative Anleger interessant, die einen längeren Anlagehorizont und einen Marktführer im Bereich RPA (Robotic Process Automation) im Depot haben wollen.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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