Upstart Holdingss: Aktie der führenden KI-Kreditplattform geht nach starken Zahlen durch die Decke

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Upstart Holdings setzt nach starken Zahlen Kursrally weiter fort: US-Fintech revolutioniert Kreditvergabe mit Hilfe Künstlicher Intelligenz. Anleger zeigen sich begeistert (Foto: fotogestoeber)

Während sich der Großteil der Technologieaktien in diesem Jahr im Zuge der Sektor-Rotation schwer tut, konnten die Papiere der Upstart Holdings bei den Anlegern punkten: Seit dem Jahreswechsel schossen die Papiere der führenden KI-gestützten Kreditplattform um beinahe 300% in die Höhe. Vor allem die nach Vorlage der Geschäftszahlen nochmals deutlich angehobene Gesamtjahresprognose ließ die Anleger jubeln und verlieh dem Aktienkurs kräftigen Rückenwind.

Upstart Holdings revolutioniert die Kreditvergabe

Bevor wir zu den aktuellen Zahlen kommen, möchte ich Ihnen den US-Konzern erst einmal näher vorstellen: Upstart ist eine der führenden, durch künstliche Intelligenz gestützten, Kreditplattformen. Das Ziel der Plattform ist es, den Zugang zu finanzierbaren Krediten zu verbessern und gleichzeitig das Risiko und die Kosten für die Partnerbanken zu reduzieren.

Der riesige Markt mit Verbraucherkrediten

Dabei dreht sich im Prinzip alles um den gewaltigen Markt mit Verbraucherkrediten, für den Upstart auf eine innovative Art die künftigen Ausfallraten prognostiziert. Zum Hintergrund: Der aktuelle Prozess, der in den USA in der Kreditbranche eingesetzt wird, wurde vor rund 30 Jahren entwickelt und hat sich seither nur wenig weiterentwickelt. Dabei legt der sogenannte FICO-Score fest, welche Kreditwürdigkeit ein zukünftiger Schuldner hat und welchen Zinssatz die Bank ihm berechnen muss, um ihr Ausfallrisiko im Griff zu behalten. Allerdings hat das System seine Schwächen: Diese eher statischen Modelle führen dazu, dass viele Menschen nicht oder zu schlechten Konditionen Kredite aufnehmen können.

Upstart setzt auf Künstliche Intelligenz

Die Software von Upstart verbessert diesen Kreditprüfungsprozess mit Hilfe künstlicher Intelligenz. Über umfangreiche Datenbanken mit Kredittransaktionsdaten und Gläubigerinformationen analysiert die Software, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls ist. Pro Kreditvertrag erfasst Upstart dazu bis zu 1.600 Variablen. Bemerkenswert: Es werden sogar Information des College, an dem der Kreditnehmer seinen Abschluss gemacht hat sowie Kurse, an denen er teilgenommen hat und seine Punktzahlen überprüft. Somit bildet das neue System ein viel genaueres Bild des Kreditnehmers.

Upstart selbst verdient den Großteil seiner Umsätze über die Vermittlung von Krediten, für die der Konzern Provisionen erhält.

Win-Win-Situation für alle Beteiligten

Die Ergebnisse der Upstart Holdingss-Software können sich sehen lassen: Die Kreditgenehmigungen der Partnerbanken erhöhten sich 26%, während sich der Zinssatz für die Kreditnehmer gleichzeitig um 1% reduzierte. Zumal bei gleicher Genehmigungsquote nach Unternehmensanalysen die faulen Kredite um 75% sanken.

Upstart Holdingss mit starkem Jahresstart….

Mit seiner Positionierung konnte der Konzern zuletzt eindrucksvolle Wachstumsraten erzielen. Im zurückliegenden Quartal kletterten die Umsätze um 89,6% auf 121,35 Millionen Dollar. Insgesamt wurden über die Plattform 169.705 Kredite im Gesamtwert von 1,73 Milliarden Dollar vermittelt – ein Plus von 102% zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Auch bei der Profitabilität machte das Fintech Fortschritte. Statt 6% wie im Vorjahr erreichte Upstart eine bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 17%. Am Ende betrug der bereinigte Gewinn 22 Cent je Aktie, was 7 Cent über den Erwartungen der Analysten lag.

….und deutlich angehobener Jahresprognose

Auch für den restlichen Jahresverlauf zeigt sich Upstart zuversichtlich und schraubt die Umsatzerwartungen nach oben. Inzwischen erwartet Firmenboss Dave Girouard einen Umsatz von 600 Millionen Dollar. Das liegt nicht nur massiv über dem Vorjahreswert von 227,6 Millionen Dollar, sondern auch 100 Millionen Dollar über der ursprünglichen Konzernplanung.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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