Vodafone wird noch digitaler

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Die Aktie von Vodafone war in den vergangene n Jahren eine große Enttäuschung. Dabei sind die Aussichten nicht so schlecht. (Foto: M DOGAN / Shutterstock.com)

Die Quartalsberichtssaison hat die Märkte in diesen Tagen fest im Griff. Dabei sind immer wieder Sonderbewegungen zu beobachten. – je nachdem, ob das Zahlenwerk besser oder schlechter als erwartet ausfiel. Unabhängig von den Quartalsberichten rückt aber die britische Vodafone immer mehr ins Blickfeld – auch ohne Vierteljahreszahlen. Der Grund: Das Unternehmen befindet sich im Umbau und setzt auf eine zunehmende Digitalisierung.

Mobilfunkanbieter führen fast ein „Schattendasein“ an der Börse

Längst sind die Zeiten vorüber, in denen man das Mobiltelefon nur zum Telefonieren benutzte. Inzwischen sind die Handys aus dem Alltag kaum wegzudenken. Und während die Hersteller dieser Geräte immer wieder Erfolgszahlen präsentieren – siehe Apple – geraten die Mobilfunkanbieter, die das „Telefonieren und Surfen“ überhaupt ermöglichen, fast in Vergessenheit.

Das lässt sich beispielsweise an der Kursentwicklung von Vodafone deutlich erkennen: Vor rund 20 Jahren war die Aktie des Unternehmens in etwa viermal so teuer wie heute. Und auch in diesem Jahr gibt es für die Anteilseigner bislang wenig Grund zur Freude: Die Aktie verlor 2021 bislang knapp 10%.

Optimismus für die Zukunft

Wobei die Aussichten des Unternehmens besser sind als die schwache Kursentwicklung: Auf der jüngsten Investorenkonferenz zeigte der Konzern auf, dass die digitale Zukunft längst begonnen hat. Jetzt will er mehr Digitalangebote anbieten und eine vertiefte Kundenbindung erzielen, damit der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer gesteigert werden kann. Letzteres will Vodafone erreichen, indem es mehrere Produkte kombiniert anbietet.

Zudem sollen im Gegenzug die Kundenbetreuer minimiert werden – um den Service aber weiter auszubauen, wird der Chatbot Tobi weiterentwickelt. Bereits im vergangenen Monat wurden fast 2/3 der Kundenanliegen ohne einen menschlichen Kundenberater gelöst. Derzeit werde das Funktionsspektrum von Tobi so erweitert, dass der Chatbot aktiv Verkäufe durchführen kann. Die menschlichen Kundenbetreuer werden somit nahezu überflüssig und dieser Kostenblock kann eingespart werden. Insgesamt beschäftigt Vodafone mehr als 100.000 Menschen weltweit.

Fundamentalkennzahlen mit Luft nach oben

Auch der Blick auf die Fundamentalzahlen zeigt das Potenzial: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 14, verbunden mit einer Dividendenrendite von knapp 7%, präsentiert sich der britische Konzern glänzend. Die Marktkapitalisierung ist zudem nur halb so hoch wie die des Mitbewerbers Deutsche Telekom. Kein Wunder also, dass auch die meisten Analysten über die weitere Performance positiv gestimmt sind.

Für das laufende Jahr strebt der Telekommunikationskonzern ein bereinigtes operatives Ergebnis vor Leasingkosten (Ebitda AL) in Europa von 15 bis 15,4 Mrd. Euro sowie einen bereinigten Mittelzufluss (Free Cashflow) von mindestens 5,2 Mrd. Euro an. Inwieweit dieses Ziel erreicht werden kann, werden dann die Quartalszahlen belegen, die aber erst Mitte des kommenden Monats zur Veröffentlichung anstehen.

Anleger sollten sich im Klaren darüber sein, dass es viel Geduld erfordert, auf eine generelle Trendwende bei der Vodafone-Aktie zu warten. Schnelle Gewinne scheinen hier eher unwahrscheinlich. Immerhin wird das Warten aber mit einer Dividendenrendite von über 7% versüßt.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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