Zebra Technologies-Aktie setzt Kursrally ungebremst fort

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Zebra Technologies: Aktie des KI-Spezialisten kratzt nach Übernahme an Allzeithoch. Börsenwert steigt auf über 30 Milliarden Dollar (Foto: spainter_vfx/Shutterstock)

Das Schlagwort Künstliche Intelligenz (kurz KI) ist in aller Munde und hat in den letzten Jahren bei einigen Aktien für zum Teil spektakuläre Kursbewegungen gesorgt. Auch die Papiere des US-Konzerns Zebra Technologies konnten von dieser Euphorie profitieren. Seit dem Jahreswechsel kletterte die Aktie um mehr als 50% in die Höhe. Auf Sicht der letzten fünf Jahre summiert sich das Kursplus sogar auf beinahe 780%.

Zebra Technologie: Der Spezialist für Datenerfassung- und verarbeitung

Auch wenn die Firma hierzulande eher unbekannt sein dürfte, Zebra Technologies ist beileibe kein Startup mehr. Das Unternehmen wurde bereits im Jahr 1969 gegründet und beschäftigt inzwischen über 8.200 Mitarbeiter. Die in Illinois ansässige Gesellschaft ist auf die Herstellung von Barcode-Druck- und Lesetechnologien spezialisiert.

Die Firma ist auch ein Anbieter von Enterprise Asset Intelligence und stellt Anwendungen zur Kontrolle von Maschinen und Arbeitsprozessen her. Beispiele von diesen Produkten und Arbeitsprozessen sind Datenfassungssysteme wie Drucker, Barcode Scanner sowie auch Echtzeit-Ortungssysteme und Radiofrequenz-Überwachungsmodule.

Datenverfügbarkeit treibt Automatisierung voran

Dabei profitiert Zebra Technologies von der Automatisierungswelle, die quer durch zahlreiche Industrien rollt. Die zunehmende Verbreitung von IT und internetbasierter Automatisierung in Einzelhandel, Logistik und Produktion bedeutet, dass immer mehr Daten erfasst und analysiert werden müssen. Hier kommen Zebras Produkte ins Spiel. Die mobilen Computer und RFID (Radiowellen-Identifikations)-Geräte erfassen in Echtzeit jede Menge Daten, was Unternehmen dabei hilft, ihre Roboter zu überwachen und die Produktivität zu steigern. Das geht so weit, dass sogar Spieler in der National Football League (NFL) mit RFID-Tags ausgestattet sind, um ihre Leistung in Echtzeit zu überwachen.

Kräftiges Wachstum in den letzten Jahren

Mit seiner Positionierung konnte der US-Konzern in den zurückliegenden Jahren beachtliche Zuwachsraten erreichen. Seit 2014 kletterte der Umsatz von 1,67 Milliarden Dollar auf 4,48 Milliarden Dollar in 2000. Zeitglich verbesserte sich der Gewinn von 32 auf 504 Millionen Dollar.

Im vergangenen Quartal hielt die hohe Wachstumsdynamik an: Zebra Technologies steigerte die Umsätze auf 1,8 Milliarden Dollar – ein Zuwachs um 44,4%. Unter dem Strich erzielte der Konzern einen Nettogewinn von 219 Millionen Dollar beziehungsweise 4,57 Dollar je Aktie. Das entspricht einem Anstieg von 89,6% zum Vorjahresquartal und lag deutlich über den Erwartungen der Analysten (4,12 Dollar je Aktie).

Gezielte Zukäufe für zusätzliches Wachstum

Neben dem organischen Wachstum setzt Zebra Technologies auch auf Zukäufe: Im dritten Quartal soll die Akquisition von Fetch Robotics final abgeschlossen werden. Die autonomen mobilen Roboter von Fetch Robotics werden für optimierte Kommissionierungslösungen und die Automatisierung manueller Materialtransporte in verschiedenen Einrichtungen eingesetzt.

Vor wenigen Tagen gab Zebra Technologies zudem den Kauf von antuit.ai  bekannt. Die Integration der KI-gestützten Nachfrageprognoselösung von antuit.ai in das Portfolio von Zebra ermöglicht es Einzelhändlern und Konsumgüterherstellern, ihre Planung und Ausführung zu kombinieren, ihre Margen zu optimieren und das Umsatzwachstum zu steigern.

Den Anlegern scheint die Strategie zu gefallen. Nach der jüngsten Kursentwicklung kratzt die Aktie an ihrem Allzeithoch und der Börsenwert ist auf über 31 Milliarden Dollar angestiegen.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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