Fuchs Petrolub mit solidem 1. Halbjahr

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Die Stammleser unter Ihnen kennen bereits den deutschen Schmiermittel-Spezialisten Fuchs Petrolub, der vor wenigen Tagen Zahlen für das 1. Halbjahr 2022 vorgelegt hat. Denjenigen unter Ihnen, die das Unternehmen noch nicht kennen, möchte ich es zunächst kurz vorstellen, bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe.

Das in Mannheim ansässige und bereits im Jahr 1931 gegründete Familienunternehmen Fuchs Petrolub vertreibt und produziert weltweit Schmierstoffe. Seit einigen Jahren ist das Unternehmen weltweit die Nummer 1 unter den unabhängigen Produzenten von Schmierstoffen. Fuchs erzielte im vergangenen Jahr mit seinen knapp 6.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,87 Mrd. Euro.

Halbjahreszahlen und Ausblick im Fokus

Schauen wir uns nun die Halbjahreszahlen im Detail an: Fuchs hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres den Umsatz um 16% auf 1,64 Mrd. Euro gesteigert. Das Wachstum, das in allen wichtigen Regionen erzielt werden konnte, war nach Angaben des Unternehmens überwiegend preisgetrieben. Die Regionen Nord- und Südamerika sowie Asien-Pazifik konnten überdies von hohen positiven Währungseffekten profitieren.

Das operative Ergebnis (EBIT) sank im Vergleich zum starken Vorjahreszeitraum um 11 Mio. Euro bzw. 6% auf 180 Mio. Euro. Die operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) sank von 13,5 auf 11%. Der Nettogewinn ging um 5% auf 129 Mio. Euro zurück. Hier machen sich die diversen Krisen bemerkbar (Ukraine-Krieg, steigende Energiekosten).

Der Ausblick für das laufende Jahr sieht wie folgt aus: Beim Umsatz wird ein Wert am oberen Ende der zuvor kommunizierten Bandbreite von 3,0 bis 3,3 Mrd. Euro erwartet. Das operative Ergebnis (EBIT) wird auf Vorjahresniveau und damit am unteren Ende der Bandbreite von 360 bis 390 Mio. Euro erwartet.

Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen in der Chemiebranche wäre das eine starke Leistung.

Fuchs Petrolub kauft bis zu 10% der eigenen Aktien zurück

Wie viele andere Unternehmen auch nutzt das Management des Mannheimer Familienunternehmens Fuchs die aktuell u.a. inflations- und kriegsbedingt günstigen Aktienkurse, um eigene Aktien zurückzukaufen.

Der Vorstand von Fuchs hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 21. Juni ein Aktienrückkaufprogramm in Bezug auf Stammaktien und Vorzugsaktien beschlossen. Vorgesehen ist der Erwerb von Stamm- und Vorzugsaktien im Umfang von bis zu maximal 10% des Grundkapitals.

Das Aktienrückkaufprogramm hat bereits am 27. Juni begonnen und soll bis maximal 29. März 2024 laufen. In diesem Zeitraum sollen bis zu 6.000.000 Aktien, davon bis zu 3.000.000 Stammaktien und bis zu 3.000.000 Vorzugsaktien zu einem Gesamtkaufpreis von bis zu maximal 200 Mio. Euro (ohne Erwerbsnebenkosten) erworben werden.

Meine aktuellen Analysen zeigen an, dass auf dem zur Zeit niedrigen Niveau sowohl die im MDAX notierte Vorzugsaktie von Fuchs Petrolub als auch die Stammaktie attraktiv bewertet ist.

Falls Sie sich jetzt noch fragen, was die Unterschiede zwischen Stamm- und Vorzugsaktien sind: Darauf werde ich morgen hier im „Schlussgong“ ausführlich eingehen.