In Beteiligungsgesellschaften investieren lohnt sich

Eine Aktie ist rein vom Erfolg des jeweiligen Unternehmens abhängig – sollte man meinen. Deshalb richtet sich in Sachen Diversifikation der Gedanke spontan an den Kauf vieler einzelner Papiere, an Fonds, die ausgewählte Titel investieren, oder an ETFs, die ganze Indizes abbilden.

Einfach in Beteiligungsgesellschaften investieren

Doch es gibt Ausnahmen: Aktien, die eine gewisse Streuung in sich vereinen. In Beteiligungsgesellschaften zu investieren, ist eine häufig übersehen Variante, mit der man vom Erfolg mehrerer Unternehmen profitieren kann. Ganz einfach deshalb, weil die Gesellschaften selbst genau davon leben. Ihre Geschäftsaktivität besteht hauptsächlich darin, sich als Aktionär an anderen Firmen zu beteiligen.

Anders als Holdings investieren Beteiligungsgesellschaften in Unternehmen nicht nur, um etwa mit über 50 % die Mehrheit zu erlangen und operativ deren Aktivitäten oder Führungsriege zu bestimmen. Vielfach geht es um Anteile von 3 % bis ca. 7 %. Zwar lässt sich auch damit ein gewisses Wörtchen mitreden, doch Hauptziel ist in dem Fall, Kurszuwächse und Dividenden einzustreichen.

Wer sich überlegt, in Aktien großer Beteiligungsgesellschaften zu investieren, sollte natürlich auch deren Geschäftsentwicklung und Bilanzen genau ansehen. Dabei ist die Zahl der Investments nur ein Kriterium. Die letzten Engagements dürfen nicht zu lange zurückliegen.

Erfolgreiche Gesellschaften entdecken fortlaufend neue Kandidaten. Am besten bevor sie vom Radar der Aktienmärkte erfasst werden, und häufig bevor sie an die Börse gehen. In dem Fall kann man als Privatanleger zeitig vom Potenzial auch solcher Firmen mitprofitieren.

Von Warren Buffet profitieren

Bekanntestes Beispiel ist Berkshire Hathaway. Die Gesellschaft der Börsenlegende Warren Buffet hält neben etlichen Mehrheitsbeteiligungen zahllose Anteile an den verschiedensten Unternehmen weltweit – von weniger bekannten Perlen und Newcomern bis zu Größen wie Coca-Cola, IBM, Münchner Rück, Procter & Gamble oder Walmart.

Wer von Buffets Erfolgsstrategie profitieren will, kann einfach in dessen Beteiligungsgesellschaft investieren. In den letzten fünf Jahren brachte deren Aktie über 122 % Plus. Allerdings gibt es hier keine Dividenden. Die mag der Großinvestor zwar selbst, doch er steckt sein Geld lieber in Übernahmen oder Aktienrückkäufe.

Mit BlackRock die Großen abdecken

Bei BlackRock wiederum gibt es wenigstens eine Dividendenrendite von 2,29 %. Fast 175 % brachte die Aktie auf Fünfjahressicht. Die Beteiligungsgesellschaft ist der weltgrößte Vermögensverwalter – hierzulande vor allem durch den ETF-Ableger iShares bekannt. Allein die Beliebtheit der Anlageform beschert hohe Mittelzuflüsse.

Mit über 4 Bio. US-$ verwaltet BlackRock mehr Geld als der jährlichen Wirtschaftsleistung Deutschlands entspricht. Der Fonds investiert nahezu in alles, was Rang und Namen hat. Und zwar nicht nur Apple, IBM oder Nestlé – bei fast allen Dax-Unternehmen taucht BlackRock in der Aktionärsliste auf.

Top-Renditen made in Germany

Andere Beteiligungsgesellschaften wiederum sind eher an Mehrheitsbeteiligungen interessiert. Als Private Equity-Firmen bauen sie gezielt Unternehmen auf, restrukturieren sie oder bringen sie nach einer Sanierung gewinnbringend an die Finanzmärkte. Viele von ihnen sind auf bestimmte Bereiche wie Mittelstand, Arzneimittel oder Maschinenbau spezialisiert.

Einer der internationalen Player ist KKR & Co. L.P. aus New York. Die Aktie überzeugt jedoch mit 30 % Plus in den letzten fünf Jahren nicht besonders. Letztes Jahr rutsche KKR sogar in die roten Zahlen.

Interessanter ist schon Aurelius aus Grünwald bei München. Die Aktie brachte im selben Zeitraum 318 % Plus, auf zehn Jahre sogar über 500 %. Bei MBB Industries waren es gar 1.231 %. Die Berliner konzentrieren sich auf den Erwerb und das Management von Beteiligungen. Der Einstieg erfolgt meist bei ungelösten Nachfolgen, Finanzierungs- und Ertragsproblemen oder Teilveräußerungen im Konzern.

Es ist also durchaus lukrativ, in Beteiligungsgesellschaften zu investieren. Mit einer Aktie holt man sich ein ganzes Portfolio an Beteiligungen ins Depot. Zum Teil auch an Unternehmen, die für Privatanleger ansonsten kaum zugänglich sind. Allerdings sollte man diese Investments nur als Beimischung betrachten. Allein schon deshalb, weil es im Gegensatz zu Fonds oder ETFs gibt es keinen Insolvenzschutz gibt.

6. September 2017

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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