Endor kämpft mit Lieferengpässen

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Der bayerische Computer- und Konsolen-Zubehör-Spezialist Endor kämpft derzeit mit Lieferengpässen. Das zeigen die jüngsten Zahlen. (Foto: Gubin Yury / shutterstock.com)

Dass die Automobilindustrie aufgrund der aktuellen Lieferengpässe bei Halbleitern ganze Produktionsstraßen stilllegen musste, dürften Sie bereits in der Finanzpresse gelesen haben. Dieses Problem betrifft aber nicht nur die Automobilbauer. Auch der Landshuter Computer- und Konsolen-Zubehör-Spezialist Endor leidet unter den Lieferengpässen.

So teilte das Unternehmen im Nachklang zu seiner am 25. August 2021 stattgefundenen Hauptversammlung mit, dass sowohl der Umsatz als auch die Ertragsentwicklung im 1. Halbjahr 2021 unter den aktuellen Logistik-Problemen gelitten haben.

Bevor ich jedoch näher auf die aktuellen Geschäftszahlen der Endor AG eingehe, möchte ich Ihnen das wohl eher in Gamerkreisen bekannte Unternehmen kurz vorstellen.

Die Endor AG im Kurzporträt

Die 1997 gegründete Endor AG mit Sitz in Landshut entwickelt und vermarktet Hardware für die stetig wachsende Computerspiel-Gemeinschaft. Zu den Produkten des Unternehmens zählen Eingabegeräte wie High-End-Lenkräder und Pedale für Rennsimulationen auf Spielkonsolen und PC. Darüber hinaus konstruieren die Landshuter auch Fahrschulsimulatoren.

Die Entwicklung, der Prototypenbau und die Vermarktung der Produkte wird dabei in Eigenregie sowie mit Unterstützung von Technologiepartnern vorwiegend in Deutschland durchgeführt. Hergestellt werden die Produkte größtenteils in Asien.

Endor verkauft seine Gaming-Produkte unter der Marke FANATEC vornehmlich via E-Commerce an Endkunden in Europa, USA, Kanada, Australien und Japan. Die Fahrschulsimulatoren vertreibt Endor in Kooperation mit dem Vogel Verlag.

Lieferengpässe bremsen Endor im 2. Quartal aus

Nachdem Endor im 1. Quartal 2021 die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch fast verdoppeln konnte, brach der Umsatz im 2. Quartal 2021 ein. Als Gründe für diesen Umsatzeinbruch nennt das Endor-Management die anhaltenden Störungen der weltweiten Warenströme, die dazu geführt haben, dass die Produkte aus Asien nicht oder stark verzögert in den Endor-Lagern eintrafen.

Hinzu kamen noch temporäre Verzögerungen in der Entwicklung und Anlaufschwierigkeiten in der Produktion einzelner neuer Produkte, die den täglichen Output reduzierten. Insgesamt erwirtschaftete Endor im 1. Halbjahr 2021 einen Umsatz von 35,4 Mio. Euro und lag damit um 2% unter dem Umsatz im 1. Halbjahr 2020. Das operative Ergebnis (EBIT) im 1. Halbjahr 2021 lag jedoch nur noch bei 2,6 Mio. Euro, nach zuvor 10,2 Mio. Euro.

Verhaltene Prognosen für das laufende Jahr

Endor-Chef Thomas Jackermeier rechnet damit, dass auch das 3. Quartal 2021 schwierig sein wird. Für das Gesamtjahr 2021 wird ein Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres oder leicht darüber erwartet. Das operative Ergebnis wird unter Vorjahr erwartet.

Trotzdem bleibt Endor-Chef Jackermeier optimistisch, was die Zukunft angeht: „Die Nachfrage gerade nach den neu vorgestellten Produkten ist enorm, und die positiven Effekte werden wir 2022 deutlich spüren“.

Sollten die Lieferengpässe im Laufe des Jahres behoben werden können, wird Endor im kommenden Jahr wieder auf den Wachstumskurs zurückkehren. Längerfristig gesehen hat die Endor-Aktie noch Potenzial nach oben, da die derzeitigen Probleme des Unternehmens meines Erachtens vorübergehender Natur sind.

Abschließender Hinweis: Die Aktie wird in Deutschland nur an ausgewählten Börsenplätzen gehandelt und nur in einem vergleichsweise kleinen Volumen. Sollten Sie in die Endor-Aktie investieren wollen, ist es ratsam, dies mit einem Limit zu tun.

Knaus Tabbert RED – Björn Wylezich

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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