So steht es um diesen Zulieferer

Leoni Symbolbild Autoteile_shutterstock_529877353_FabrikaSimf

Die Autobranche wandelt sich. Das sorgt für Chancen – und Risiken. Wir haben die Aktie von Leoni analysiert. (Foto: FabrikaSimf / shutterstock.com)

Welche Rolle können Automobilzulieferer in der Mobilitätswende spielen? Findige Unternehmen dürften mit genau den richtigen Teilen für die elektrische Zukunft punkten. Andere sitzen eher auf Ladenhütern und könnten schon bald vom Markt verschwinden. Grund genug, bei Zulieferern ganz genau hinzusehen. Wir haben für Sie Leoni analysiert und zeigen, ob sich ein Investment in die Aktie lohnen kann.

Zunächst aber ein paar Eckdaten zum Unternehmen. Der international führende Lieferant von Drähten, Kabeln und kompletten Bordnetz-Systemen hat sich in den letzten 30 Jahren vom mittelständischen Betrieb zu einem global agierenden Konzern entwickelt. Hauptabnehmer der Produkte sind die Auto-, Elektrogeräte-, Kommunikations- und Investitionsgüterindustrie. Der lukrative Bereich Bordnetz-Systeme steht für rund 40% der Gesamterlöse.

Gute Zahlen heben Stimmung

Leoni hat im 1. Quartal bei Umsatz und operativem Ergebnis (EBIT) die Markterwartungen übertroffen. Der Umsatz legte um 11,5% auf 1,35 Mrd € zu, und das EBIT vor Sondereffekten sowie vor VALUE-21-Kosten verbesserte sich von -17 auf +39 Mio €. Durch die konsequente Umsetzung des Performance- und Strategieprogramms VALUE 21 wurden bisher 600 Mio € Kosteneinsparpotential erreicht. Der freie Cashflow lag mit -100 Mio € erwartungsgemäß unterhalb des ausgeglichenen Vorjahreswertes, der seinerzeit erheblich von Sale-and-Leaseback-Transaktionen profitiert hatte.

Mit dem Verkauf der Leoni Schweiz AG sowie der Einigung über den Verkauf von margenschwachen Geschäftsbereichen der Leoni Kerpen GmbH wurden erste Meilensteine bei der Verbesserung des Portfolios erzielt. Durch die Fortführung dieser Bereiche mit neuen Eigentümern könnten dort mehr als 160 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Leoni baut mit einem neuen Partner K.K. IRISU das Robotikgeschäft in Japan aus. Gemeinsam soll für die Kunden vor Ort ein Mehrwert und die Basis für weiteres Wachstum geschaffen werden. Der Vorstand hob seine Prognose an und geht 2021 von einem deutlichen Umsatzanstieg aus (vormals lediglich im niedrigen zweistelligen Prozentbereich). Die Grundlage dafür bildet die stärker als bislang erwartete Nachfrageerholung im Automobil- und Industrieumfeld.

So sehen wir die Aktie

Der Fokus liegt nach wie vor auf der konsequenten Umsetzung aller notwendigen Maßnahmen, um die Leistung und Effizienz auch künftig zu verbessern. Für Anleger kann das eine Chance sein. Die Aussichten haben sich zuletzt verbessert, aber die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Eine Dividende zahlt Leoni nicht, das zeigt, dass das Unternehmen aktuell andere Sorgen hat. Bleiben Sie bei der Aktie am Ball, Handlungsdruck gibt es aber nicht.

Leoni Symbolbild Autoteile_shutterstock_529877353_FabrikaSimf

Leoni-Aktie: Übernahmegerüchte hauchen Aktie wieder Lebensenergie einLeoni Aktie im Aufwind. Europas führender Bordnetzhersteller gerät in das Visier von indischem Autozulieferer › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz