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Dermapharm – ein Nischenanbieter aus München

Inhaltsverzeichnis

In den vergangenen zwei Jahren wurden vor allem die großen Impfstoffhersteller von den Anlegern bejubelt. Dabei übersehen viele die geheimen Gewinner, die an den Impfstoffen mitverdienen. Mit Dermapharm, eine deutsche Aktie aus dem Pharma-Bereich, stelle ich Ihnen ein Unternehmen vor, das beim Corona-Impfstoff seine Finger im Spiel hat.

Klein, aber fein

Schon seit 30 Jahren mischt Dermapharm aus München in der Pharma-Branche mit, seit 2018 auch an der Börse. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt patentfreie Arzneimittel und Gesundheitsprodukte. Über 900 Arzneimittelzulassungen für mehr als 380 pharmazeutische Wirkstoffe besitzt das SDAX-Unternehmen bereits. Zu den Kernmärkten gehören Deutschland, Österreich und die Schweiz. Das Geschäftsmodell umfasst zudem ein Parallelimportgeschäft, das unter der Marke axicorp betrieben wird. Außer für sein organisches Wachstum ist Dermapharm auch für seine erfolgreichen Übernahmen bekannt.

Hohe Margen erneut verbessert

Höhere Einkaufspreise und knappe Ressourcen – Dermapharm hat trotz aller Schwierigkeiten 2021 ein Rekordergebnis erzielt. Sowohl der Umsatz als auch das operative Ergebnis (EBITDA) erzielten neue Höchstmarken. Der Umsatz erhöhte sich um 18,8% auf den Höchstwert von 942,9 Mio. €. Das EBITDA nahm um 92% auf 354,4 Mio. € zu. Damit erzielte Dermapharm das erfolgreichste Jahr der rund 30-jährigen Firmengeschichte. Dementsprechend verbesserte sich die EBITDA-Marge von 23,2 auf 37,6%.

Organisches Wachstum

Den größten Anteil zum Umsatz steuerte die Sparte Markenarzneimittel bei, deren Umsatz sich um 35,9% erhöhte. Gründe für den Umsatzanstieg waren neben organischem Wachstum durch Volumengewinne vor allem die hohe Nachfrage nach immunstärkenden Produkten, allen voran die Präparate der Dekristol- und Dekristolvit-Familie, Therapeutika zur Hypersensibilisierung. Die Nachfrage dürfte spürbar von Covid-19 profitiert haben. Außerdem hat Dermapharm Comirnaty, den Corona-Impfstoff von Biontech, produziert.

Die Sparte Pflanzliche Extrakte erzielte einen Umsatz von 72 Mio. € und bewegte sich damit leicht über dem Wert des Jahres 2020. Die Sparte profitierte von einer weltweit gestiegenen Nachfrage nach pflanzlichen Extrakten, was sich vor allem positiv auf das US-Geschäft auswirkte. Allerdings wurde dieser Effekt durch einen schwachen US-Dollar negativ beeinflusst.

Gezielte Zukäufe

Dermapharm verfügt vor allem in Deutschland auf ausgewählten Therapiegebieten über eine führende Marktposition. Bei der Weiterentwicklung des Geschäfts setzt der Vorstand außer auf organisches Wachstum auch auf gezielte Zukäufe. Vor rund 3 Jahren wurde die spanische Firma Euromed, die auf Kräuterextrakte und natürliche Wirkstoffe für die pharmazeutische, kosmetische und die Lebensmittelindustrie spezialisiert ist. Anfang 2022 akquirierte Dermapharm die C3-Gruppe, einen Hersteller von pharmazeutischem Cannabis.

Robustes Geschäftsmodell

Auch in diesen herausfordernden Zeiten erweist sich das Geschäftsmodell als robust. Durch das wachsende Produktsortiment ist der Konzern in attraktiven Nischenmärkten mit vergleichsweise hohen Markteintrittsbarrieren sehr gut aufgestellt. 2022 dürfte das Unternehmen von der geplanten Legalisierung von Cannabis und der Kooperation mit Biontech profitieren.