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Pfizer mit zweiter Milliardenübernahme in wenigen Monaten

Pfizer mit zweiter Milliardenübernahme in wenigen Monaten
NicoEINino / shutterstock.com
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Momentan geht es Schlag auf Schlag. Vor allem im Biotechnologiesektor jagt eine Übernahme die nächste. Jetzt hat der Pharma-Gigant Pfizer wieder zugeschlagen. Der Biontech-Partner hatte erst im Sommer Trillium Therapeutics für 2,26 Milliarden Dollar übernommen und jetzt folgt der nächste Streich: Für 6,7 Milliarden Dollar will Pfizer das kalifornische Biotechunternehmen Arena Pharmaceuticals schlucken.

Den Aktionären scheint der Vorstoß zugefallen. Während die Papiere von Arena Pharmaceuticals um 80% nach oben klettern, notierten direkt nach der Meldung auch die Pfizer-Aktien mit einem Plus von über 4% deutlich fester.

Pfizer – weltweit führender Pharmakonzern

Pfizer zählt zu den weltweit größten Pharmakonzernen. Das Unternehmen konzentriert sich primär auf die Entwicklung und Produktion von verschreibungspflichtigen Medikamenten und bietet Arzneimittel in vielen Therapiegebieten an: Die Kompetenzfelder sind in erster Linie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen des zentralen Nervensystems, Rheuma und Schmerzen, Infektionen und HIV-Erkrankungen, urogenitale Erkrankungen, Atemwegsbeschwerden, Augen- und Stoffwechselleiden sowie Krebserkrankungen. Die Produkte des Unternehmens sind in über 150 Ländern rund um den Globus erhältlich.

Covid-Impfstoff sorgt für kräftigen Rückenwind

Zuletzt profitierte Pfizer vor allem von seinem in Kooperation mit Biontech entwickelten Covid-Impfstoff. Im dritten Quartal legte der Umsatz um 130% auf 24,1 Milliarden Dollar zu. Ohne Corminaty (Covid-Impfstoff) hätte das Wachstum nur bei 7% gelegen. In Summe stammten also 13 Milliarden Dollar und damit 53% der gesamten Konzernerlöse aus dem Covid-Impfstoff.

Die Gewinnmarge (Gewinn in Relation zum Umsatz) fiel mit über 33% extrem hoch aus. Unter dem Strich blieb entsprechend ein Nettogewinn von 8,14 Milliarden Dollar hängen.

100% Aufpreis für Arena Pharmaceuticals

Jetzt nutzt Pfizer die erfreuliche Geschäftsentwicklung, um die Medikamenten-Pipeline zu stärken. Für 6,7 Milliarden Dollar will der Pharmariese das Biotech-Unternehmen Arena Pharmaceuticals schlucken. Pfizer bietet 100 Dollar in Bar, was einem Aufpreis von 100% auf den Schlusskurs vor der Übernahme entspricht. Der Deal soll vor allem das Know How im Bereich Entzündungen und Immunologie stärken.

Noch keine Umsätze und hohe Verluste

Arena hat bislang noch kein Medikament auf den Markt gebracht. Bislang erzielt das Unternehmen also noch keine Umsätze und schreibt rote Zahlen. Allein in den ersten neun Monaten fiel ein Verlust von über 460 Millionen Dollar an.

Dabei hat es Pfizer auf das aussichtsreiche Entwicklungsportfolio von Arena Pharmaceuticals abgesehen: Die Firma hat nämlich aussichtsreiche Produkte in der klinischen Entwicklung in den Bereichen Gastroenterologie, Dermatologie sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Als besonderer Hoffnungsträger gilt das Präparat Etrasimod zur Behandlung von Colitis Ulcerosa, einer chronischen Entzündung der Schleimhaut des Dickdarms. Etrasimod befindet sich in der letzten Phase der klinischen Entwicklung. Wells- Fargo-Analyst Derek Archila erwartet derzeit keine weiteren Bieter für Arena. Er traut Etrasimod bei einer Zulassung Spitzenumsätze von 2,5 Milliarden Dollar zu.

Arena Pharmaceuticals-Aktie noch unter Übernahmeofferte

Die Übernahme soll im ersten Halbjahr 2022 finalisiert werden. Derzeit notieren die Arena Pharmaceuticals-Papiere mit 91 Dollar noch rund 10% unter dem Angebotsniveau. Für Pfizer dürfte es einige Zeit dauern, bis der Deal nennenswerte zum Gesamtgeschäft beiträgt.

Anders sieht es beim Pfizer-Hoffnungsträger Paxlovid aus, das zuletzt das Interesse der Anleger auf sich gezogen hat. Das Präparat könnte künftig bei der Behandlung akuter Covid-Erkrankungen eine wichtige Rolle einnehmen. Experten schätzen ein mögliches Umsatzpotenzial von 14 Milliarden Dollar im kommenden Jahr. Damit dürfte Pfizer weiterhin zu den großen Profiteuren der Pandemiebekämpfung zählen.