3D Systems: Aktie des 3D-Spezialisten weiter auf Achterbahnfahrt

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Die Aktie des 3D-Druckspezialisten 3D Systems sendet nach den Zahlen ein kräftiges Lebenszeichen: Umsatz- und Gewinnentwicklung sind deutlich besser als erwartet. (Foto: spainter_vfx/Shutterstock)

Die Aktie des 3D-Druck Pioniers 3D Systems ist und bleibt nichts für schwache Nerven. Einem explosionsartigen Kursanstieg, der die Aktie nach dem Jahreswechsel von 10 bis auf 55 Dollar Anfang Februar nach oben katapultierte, folgte ein kräftiger Kurskollaps. Im Zuge der Sektor-Rotation und der schwächelnden Tech-Aktien rutschten die Papiere wieder bis auf 18 Dollar in den Keller.

Allerdings sendete die Aktie nach Vorlage der Geschäftszahlen vor wenigen Tagen wieder ein Lebenszeichen und zog zwischenzeitlich um 35% an, bevor zum Wochenausklang wieder Gewinnmitnahmen einsetzten.

3D-Systems im Porträt

Das Unternehmen 3D-Systems wurde bereits 1986 vom Erfinder des 3D-Drucks (Rapid-Prototyping-Systems) Charles („Chuck“) Hull gegründet. Heute gehört 3D-Systems zu den führenden Unternehmen im 3D-Druck. Das Unternehmen erstellt Produktkonzeptmodelle, Präzisions- und Funktionsprototypen, Mustervorlagen für Werkzeuge sowie Produktionsteile für die direkte digitale Fertigung. Es nutzt dabei eigene Prozesse, um physische Objekte mithilfe von computergestützter Entwurfs- und Fertigungssoftware oder 3D-Scanning- und 3D-Sculpting-Geräten herzustellen.

Die Einsatzbereiche sind unglaublich vielfältig

Was verbirgt sich eigentlich hinter der zukunftsträchtigen Technologie? Kurz zur Erklärung: Der Begriff 3D Druck beschreibt ein Fertigungsverfahren, bei dem dreidimensionale Werkstoffe und Produkte durch das schichtweise Aufbringen von Materialien hergestellt werden. Durch den Vorgang lassen sich komplexe Werkstücke auf Basis von vorgegebenen CAD-Grafiken herstellen. Gegenüber Spritzgussverfahren oder anderen herkömmlichen Herstellungsprozessen hat der 3D-Druck den Vorteil, dass man beim Fertigungsprozess nahezu ohne Materialverlust und ohne aufwändige Zwischenschritte wie die Herstellung von Gussformen auskommt.

Für den Fertigungsprozess im Bereich 3D-Druck werden vor allem Polymere, Kunstharze, Kunststoffe, Keramik aber auch Metalle verwendet. Aktuell existieren verschiedene 3D-Druckverfahren wie etwa Lasersintering, Electronic Beam Melting, Stereolithographie, oder Digital Light Processing, wobei der Einsatz dieser Verfahren meist durch das jeweils verwendete Grundmaterial vorgegeben wird.

Anwendung findet das 3D-Druckverfahren mittlerweile in vielen Bereichen der industriellen Fertigung, wobei diese additive Produktionsverfahren unter anderem zur Herstellung von Flugzeugteilen, medizinischen Implantaten, Plastik-Teilen, oder Komponenten für die Automobilindustrie verwendet werden.

3D Systems zurück auf dem Wachstumspfad

Zum Jahresstart konnte der Technologiekonzern deutlich besser abschneiden als erwartet: Die Umsätze kletterten um 7,7% auf 146,1 Millionen Dollar nach oben. Das waren 9,47 Millionen Dollar mehr als die Analysten im Vorfeld geschätzt hatten. Dabei wurden Geschäfte vor allem durch die gestiegene Nachfrage in der Gesundheits-Sparte beflügelt. Diese brachte 72,5 Millionen Dollar Umsatz und damit 39% mehr ein als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Im Industriebereich musste der Konzern hingegen einen Umsatzrückgang um 12% auf 73,6 Millionen Dollar ausweisen.

Gewinn deutlich über den Erwartungen

Auch bei der Gewinnentwicklung konnte die Firma die Prognosen deutlich schlagen. Am Ende stand ein Gewinn von 17 Cent je Aktie in den Büchern. Für Sie zum Vergleich: Die Konsensschätzungen lagen lediglich bei 2 Cent je Anteilschein.

An seinen Langfristprognosen hält der 3D-Druckspezialist unterdessen weiter fest: Langfristig soll ein zweistelliges Umsatzwachstum und eine bereinigte Vorsteuergewinnmarge (EBITDA) von 20% erzielt werden. Das liegt deutlich über dem Niveau des zurückliegenden Quartals, als der Konzern nur eine EBITDA-Marge von 13,6% erzielen konnte. Bilanziell sieht es derzeit stabil aus: Zum Quartalsende war 3D Systems schuldenfrei und verfügte über einen Barmittelbestand von 133 Millionen Dollar und über ungenutzte Kreditfazilitäten von 92 Millionen Dollar. Gut möglich, dass der Konzern damit in Zukunft gezielt auf Einkaufstour gehen wird.

Knaus Tabbert RED – Björn Wylezich

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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