Applied Materials und Lam Research sind kaum angreifbar

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Beide Unternehmen zählen in ihrem Segment zu den Weltmarktführern und können von jungen Konkurrenten kaum mehr angegriffen werden. (Foto: michelmond / shutterstock.com)

Applied Materials blieb im 1. Quartal auf Erfolgskurs und hat seinen Umsatz um 24% auf 5,2 Mrd. $ gesteigert.

Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 27,1% auf 1,22 $ je Aktie. Der Konzern konnte seine Marktführerstellung bei Speicher-Hardware wie DRAM oder Flash ausbauen. Zudem lief das Geschäft mit logischen Produkten erstklassig.

Ein Ende dieser Erfolgsgeschichte ist noch nicht in Sicht

Sie fängt gerade erst an. Der Markt für Speicher- und Displaylösungen wächst mit großen Sprüngen. Neben klassischen Computern, Smartphones und Tablets werden künftig immer mehr Alltagsgegenstände vernetzt werden. Das Marktpotenzial hat sich vervielfacht. Applied Materials kann seine Größenvorteile noch aggressiver ausspielen und kostenseitig bessere Margen erzielen als die Konkurrenz. Zudem bestehen langfristige Liefer- und Abnahmeverträge. Mit diesem Umsatzsockel ist es sehr einfach, große Summen in die eigene Forschung und Entwicklung zu investieren.

Bei den logischen Produkten zählt Applied Materials bereits zu den Innovationsführern

Diese Position wird sich noch verfestigen. Zudem rechne ich 2021 mit weiteren Nachholeffekten aus der Industrie. Auch hier ist Applied Materials bestens positioniert und wird von neuen Konjunkturimpulsen profitieren. Die größte Gefahr kommt derzeit aus China. Konkurrenzunternehmen versuchen Marktanteile und Margen streitig zu machen – bislang ohne Erfolg.

Applied Materials ist nicht mehr günstig bewertet. Angesichts der starken Entwicklung bin ich immer noch sehr positiv gestimmt.

Unternehmensporträt

Applied Materials ist Weltmarktführer für Ausrüstungen und Maschinen, mit denen Wafer hergestellt werden – die Vorprodukte für die Produktion von Elektronik-Chips. Die Fabrikation erfolgt in den USA, Israel und Europa. Entwicklungszentren gibt es außer in den USA noch in China, Japan, Südkorea und Taiwan. Ein weiteres Standbein ist das Solargeschäft.

Lam Research profitierte von der hohen weltweiten Chipnachfrage, die sich unmittelbar auf die Gerätehersteller für Wafer auswirkte

So legte der Umsatz im 3. Quartal um 53,7% auf 3,85 Mrd. $ zu, wobei sowohl der Umsatz mit Systemen als auch mit dem Kundensupport gesteigert werden konnte.

Zudem sind die Fabriken der Kunden hoch ausgelastet, was den Verbrauch von Ersatzteilen und Dienstleistungen erhöhte. Der leichte Rückgang der Bruttomarge auf 46,2% war auf höhere Herstellkosten und höhere, coronabedingte Aufwendungen für Mitarbeiter zurückzuführen, die teilweise durch günstige Veränderungen im Kunden- und Produktmix ausgeglichen wurden. Der Rückgang der liquiden Mittel von 6,3 auf 6,0 Mrd. $ resultierte hauptsächlich aus Aktienrückkäufen und Dividenden in Höhe von 1,29 Mrd. $ sowie Investitionen in Höhe von 89,6 Mio. $, die teilweise durch den Cashflow von 1,2 Mrd. $ ausgeglichen wurden. Das operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich von 629,5 Mio. $ auf 1,16 Mrd. $. Unterm Strich stand ein dickes Gewinnplus von 82,3%.

Mit seinen Rekordergebnissen hat Lam Research die Erwartungen des Marktes mehr als übertroffen

Das Unternehmen ist absolut kundenorientiert und hat in die Fertigung und die Ausfallsicherheit der Lieferkette investiert, um den Bedürfnissen seiner Kunden trotz erheblicher Schwierigkeiten durch Corona nachkommen zu können. Das erzeugt Kundenbindung. Ich bin optimistisch in Bezug auf Lams Positionierung und sehen auch in Zukunft ein starkes profitables Wachstum.

Unternehmensporträt

Lam Research wurde 1980 gegründet und ist ein führender Anbieter von Wafer-Ausrüstungen für die Halbleiterindustrie. Lam bietet Anlagentechnik und Serviceleistungen rund um den Betrieb der Systeme. Neben Komplettsystemen zur Wafer-Herstellung offeriert Lam Ausrüstung zur Reinigung von fertiggestellten Wafern. Mit Tochter- und Beteiligungsgesellschaften ist Lam mit Produktionsstandorten in Nordamerika, Europa und Asien vertreten.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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