iRobot-Aktie hinkt im Börsenjahr 2021 dem breiten Aktienmarkt meilenweit hinterher

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Die Aktie des Saugroboterherstellers iRobot ist nach deutlich reduzierter Prognose weiter im Korrekturmodus - wie geht es weiter? (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Hochgelobt und tief gefallen. Kein Sprichwort könnte passender die Kursentwicklung des Roboterspezialisten iRobot beschreiben. Immerhin sackten die Papiere von 160 Dollar im Februar bis zuletzt 60 Dollar in den Keller. Damit hinkt die Aktie dem breiten Markt um Lichtjahre hinterher. Dabei ist die Anlageidee hinter dem Konzern so simpel wie einleuchtend:. Immer mehr Menschen steigen auf Haushaltsroboter um und lassen sich beim Haushaltsputz durch die kleinen, smarten Geräte unterstützen.

Inzwischen haben Saugroboter einen weltweiten Marktanteil von deutlich über 20% erreicht, was einer Verdopplung in den letzten Jahren entspricht. Doch während der Aktienkurs lange Zeit nur den Weg nach oben kannte, beginnt die Euphorie unter den Anlegern erste Risse zu bekommen. Zunehmende Konkurrenz belastete die Stimmung zuletzt ebenso wie Probleme in den Lieferketten und eine verhaltene Jahresprognose.

iRobot mit beeindruckendem Marktanteil

Doch weiterhin gilt der Konzern als unangefochtene Größe auf dem Markt für Haushaltsroboter. Den Großteil der Umsätze (über 80%) stammen vom Saugroboter Roomba. Der Rest wird mit komplementären Produkten erwirtschaftet. Im Programm befinden sich u. a.: der Wischroboter Scooba (zum Nasswischen), der Kehrroboter Braava sowie Roboter zum Reinigen von Schwimmbädern und Abflussrinnen.

Mit einem Marktanteil von z. T. 75% in einzelnen Märkten wie den USA ist iRobot trotz der zunehmenden Konkurrenz der unangefochtene Marktführer. Lediglich im stark wachsenden chinesischen Markt hinkt der Konzern seinen Rivalen deutlich hinterher.

Analysten erwarten deutliches Marktwachstum

Auch wenn iRobot der mit Abstand größte Player ist und mittlerweile weit über 20 Millionen Einheiten verkauft hat, ist der Markt noch lange nicht gesättigt. Davon gehen zumindest die Marktforscher von Markets Research Private aus. Sie bescheinigen der Branche weiterhin satte Zuwachsraten von jährlich 24% bis 2023. Momentan ist der Markt noch stark Nordamerika-lastig. Doch auch in Europa und zunehmend dann auch in Asien werden die kleinen Helfer in immer mehr Haushalten eingesetzt werden.

Beeindruckende Geschäftsentwicklung in den letzten Jahren….

Mit seiner Positionierung hat der Konzern in den letzten Jahren eine beeindruckende Erfolgsgeschichte hingelegt. Lag der Umsatz im Jahr 2006 noch bei 189 Millionen Dollar, so gingen im zurückliegenden Geschäftsjahr bereits 1,4 Milliarden Dollar an Umsatz durch die Bücher. Dabei erzielte iRobot einen Nettogewinn von 147 Millionen Dollar, was einer Gewinnspanne von 10,28% entspricht.

….aber zuletzt nur noch minimales Wachstum

Allerdings ließ die Wachstumsdynamik zuletzt deutlich nach. Im dritten Quartal erzielte der Roboterspezialist nur noch ein Umsatzplus von 6,7% auf 440,7 Millionen Dollar. Neben einem herausfordernden Marktumfeld macht das Management vor allem die Halbleiterkrise dafür verantwortlich.

Auch Ergebnisseitig musste der Konzern einen Dämpfer wegstecken. Das operatives Ergebnis fiel massiv von über 80 auf 40,5  Millionen Dollar. Am , was unter dem Vorjahreswert von über 80 Mio. US-Dollar liegt. Mit einem Nettoergebnis je Aktie in Höhe von 2,06 Dollar blieb iRobot trotzdem sehr deutlich in den schwarzen Zahlen.

Was die Anleger aber viel stärker erschreckt hat, war die deutlich reduzierte Jahresprognose. Während der Umsatz mit 1,55 bis 1,59 Milliarden Dollar nur leicht unter der vorherigen Planung liegt, soll am Ende nur ein Gewinn von 1,15 bis 1,74 Dollar je Aktie hängenbleiben. Das liegt signifikant unter der bisherigen Prognose von 2,25 bis 3,15 Dollar.

iRobot schnappt sich Luftfilter-Spezialisten

Unterdessen setzt der Konzern auch auf gezielte Übernahmen. Zuletzt hat iRobot den Luftreiniger-Produzenten Aeris Cleantec aus der Schweiz geschluckt. Das 2015 gegründete Unternehmen entwickelt und vertreibt eine Reihe von hochwertigen und leistungsstarken Luftreinigern, um die Luftqualität in Wohnungen zu verbessern.

Mit der mobilen App von Aeris können die Nutzer ihren Luftreiniger aktivieren, die Ventilator-Geschwindigkeit steuern, die Luftqualität in Innen- und Außenräumen vergleichen und zunehmend andere intelligente Technologien nutzen. Damit will das Unternehmen sein Produktspektrum und den adressierbaren Markt erweitern. Ob der Aktienkurs damit in Schwung kommt, wird sich erst noch zeigen müssen.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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