Jenoptik: Aktie mit Kurssprung – so geht es jetzt weiter

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Die Jenoptik-Aktie kann sich nach angehobener Prognose vom schwächelnden Gesamtmarkt abkoppeln: Dank eines Sprungs beim Auftragseingang. (Foto: spainter_vfx/Shutterstock)

Deutlich vom schwächeren Gesamtmarkt abkoppeln konnte sich in der letzten Woche die Aktie des thüringischen Technologiekonzerns Jenoptik. Der Grund war neben Eckdaten zum zweiten Quartal vor allem die deutlich angehobene Jahresprognose. Vor allem der kräftige angesprungene Auftragseingang ließ die Anleger jubeln. Allein am Freitag zogen die Jenoptik-Papiere in der Spitze um 7% an und auch am Montag konnte sich die Aktie trotz schwächerem Gesamtmarkt im positiven Bereich behaupten.

Jenoptik im Porträt

Bevor ich auf den aktuelle Prognose eingehe, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell von Jenoptik erst einmal näher vorstellen. Nach dem im Jahr 2006 abgeschlossenen Verkauf des umsatzstarken aber margenschwachen Clean-Systems-Bereichs fokussiert sich Jenoptik vollständig auf das Photonik-Geschäft. Mit Produkten zur Erzeugung (Laser) und der Steuerung (Optiken) von Licht, Sensoren sowie mit kompletten Systemen deckt man die wesentlichen Bereiche entlang der Wertschöpfungskette ab.

Der Technologie-Konzern hat eine führende Position bei:

  • Präzisions-Optiken,
  • Verkehrs-Überwachung,
  • neuen Laser-Technologien,
  • Fertigungs-Messtechnik
  • und einzelnen Anwendungen in der militärischen sowie zivilen Fahr- und Flugzeug-Ausrüstung.

Wesentliche Zielkunden sind öffentliche Auftraggeber oder stammen aus:

  • der Auto- und Halbleiter-Industrie,
  • der Medizintechnik,
  • dem Verteidigungs-Sektor,
  • der zivilen Luftfahrt.

Kräftiges Wachstum im zweiten Quartal

Im zweiten Quartal feierte Jenoptik ein fulminantes Comeback. Bislang wurden zwar nur Eckdaten für den Berichtszeitraum veröffentlicht (Halbjahresbericht kommt erst am 11. August), aber die hatten es in sich: Im Jahresvergleich verdoppelte sich der Auftragseingang fast. Gleichzeitig sprang der Umsatz um 30% in die Höhe. Grund für das gute Abschneiden war neben der hohen Nachfrage nach Halbleiterausrüstung und Biophotonics auch die deutliche Erholung im Automobilsektor.

Jahresausblick nach oben geschraubt

Der Photonikkonzern Jenoptik wird nach einem Rekordquartal optimistischer für das laufende Geschäftsjahr. Der Umsatz soll 2021 jetzt auf 880 bis 900 Millionen Euro steigen. Das entspricht einem Umsatzwachstum von 14,3 bis 17,3%. Für Sie zum Vergleich: Ursprünglich war der Technologiekonzern nur von einem niedrig zweistelligen Umsatzplus ausgegangen.

Auch bei der Gewinnmarge legt Jenoptik einen drauf: So soll das operative Ergebnis von Zinsen, Steuern und Abschreibungen nun bei 19 bis 19,5% liegen. Das sind nochmals 2,5 bis 3 Prozentpunkte mehr als ursprünglich angepeilt. Dazu soll auch ein positiver Sondereffekt aus der Übernahme des Unternehmens Trioptics beitragen, das Mess- und Fertigungssysteme für optische Komponenten herstellt.

Trioptics-Übernahme macht sich bezahlt

Jenoptik hatte die erste Tranche über 75% der Anteile am Optik-Spezialisten Trioptics im letzten Jahr erworben. Die restlichen 25% sollen nach Erfüllung bestimmter definierter Erfolgskriterien zum 31. Dezember 2021 folgen. Zum Hintergrund: Trioptics ist ein internationaler Anbieter von Mess- und Fertigungssystemen für optische Komponenten und Sensoren. Mehr als die Hälfte der Erlöse erwirtschaftet die Gesellschaft in Asien. Die Firma ist hochprofitabel. Bereits vor der Übernahme erzielte die Gesellschaft bei einem Jahresumsatz von rund 80 Millionen Euro eine Vorsteuergewinnmarge (EBITDA) von 27%. Davon profitiert nach der Integration nun auch der Thüringer Technologiekonzern Jenoptik.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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