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Stratec-Aktie: Diagnostik-Spezialist im Visier von Finanzinvestoren

Inhaltsverzeichnis

Übernahmegerüchte sorgen in der Regel für starke Kursausschläge So auch in der vergangenen Woche bei der Stratec-Aktie. Auch wenn sich alle Beteiligten extrem zugeknöpft gaben, der Kurs sprang deutlich um 20% in die Höhe. Offenbar haben gleich mehrere Finanzinvestoren (KKR, EQT, CVC und Permira) ein Auge auf den Spezialisten für Diagnostiklösungen geworfen. Dabei kommen die Spekulationen nicht von ungefähr. Schon im Februar berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg über einen möglichen Verkauf des 40,55%-igen Anteils der Gründerfamilie Leistner. Die Übernahme des Anteilspakets würde eine öffentliche Pflichtofferte an alle übrigen Aktionäre erzwingen.

Marktführer bei Diagnostik-Automatisierungs-Lösungen

Mit Stratec haben es die Finanzinvestoren auf ein lukratives Unternehmen abgesehen. Typisch für viele Familienunternehmen hat sich auch Stratec in einer gewinnträchtigen Nische positioniert: Das 1979 gegründete Unternehmen ist mittlerweile weltweit führender Anbieter von Automatisierungs-Lösungen im Diagnostik-Bereich. Darunter verbergen sich: vollautomatische Analyse-Systeme, Software für das Labordaten-Management und Lösungen zur Proben-Vorbereitung und -stabilisierung in der molekularen Diagnostik.

Die Analyse-Systeme des Konzerns werden zumeist in Zusammenarbeit mit Partner-Firmen wie Abbott Diagnostics, DiaSorin oder Siemens entwickelt. Zur Anwendung kommen die Geräte in Laboratorien, Blutbanken und Forschungs-Einrichtungen.

Hohe Wettbewerbs-Qualität

Der Wettbewerbs-Vorteil des Familien-Unternehmens ergibt sich aus der führenden technischen Expertise und umfangreichem Prozess- und Anwendungs-Know-how. Stratec nutzt dies für die Lieferung von effizienten und benutzerfreundlichen Analysen-Systemen. Zugleich verfügt die Firma über langfristige Erfahrungen und ausgezeichnete Beziehungen zu allen wichtigen In Vitro Diagonostik-Betrieben – eine nur schwer replizierbare Position.

In diesem regulierten Markt sind die Markteintritts-Barrieren hoch. Stratec erleichtert den Kunden den Zulassungs-Prozess aufgrund seiner Erfahrung und umfangreichen Dokumentation. Eine schnellere und günstigere Entwicklung von Geräten gegenüber den eigenen Lösungen der Diagnostik-Unternehmen fördert unverändert den Trend zur Auslagerung.

Stratec profitiert von der Pandemie

Während der Pandemie liefen die Geschäfte für den Konzern mit seinen rund 1.400 Mitarbeitern auf Hochtouren. Unter anderem kamen die Maschinen des Unternehmens auch bei Labortests für Viren wie Sars-CoV-2 zum Einsatz. Im zurückliegenden Geschäftsjahr kletterten die Umsätze um 14,9% auf 287,3 Millionen Euro.

Gleichzeitig stieg der operative Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) auf 54,27 Millionen Euro (+30%). Die EBIT-Marge erhöhte sich entsprechend um 2,2 Prozentpunkte auf 18,9%. Am Ende stand ein Gewinn von 45,1 Millionen Euro beziehungsweise 3,73 Euro in den Büchern. Die Dividende wurde für 2021 um 5 Cent auf 95 Cent angehoben.

Vorsichtiger Blick für das laufende Geschäftsjahr

Für das laufende Jahr zeigte sich Stratec hingegen vorsichtig. Für 2022 rechnet Firmenboss Marcus Wolfinger mit einem Umsatz auf dem Niveau des Vorjahresniveaus und mit einem Rückgang bei der EBIT-Marge. Diese soll im Korridor zwischen 16,5 bis 18,5% liegen. Als Grund wurde neben einem schwächeren Produktmix vor allem auf höhere Kosten bei den Rohstoffen und der Logistik verwiesen.

Die Anleger scheint das momentan wenig zu stören. Nach dem jüngsten Kurssprung infolge der Übernahmegerüchte liegt der Börsenwert von Stratec bei über 1,4 Milliarden Euro.