Wachstumsumfeld mit Lieferengpässen

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Die Welt wird digitaler, vernetzter, smarter. Die Nachfrage nach Chips und Halbleiter ist so hoch, dass es zu Lieferengpässen kommt. (Foto: Alexander Tosltykh / shutterstock.com)

Kaum eine andere Branche hat so gute Wachstumsaussichten wie die Chip- und Halbleiterindustrie.

Die Welt wird digitaler, vernetzter, smarter. Die Anwendungsfelder für Chips und Halbleiter haben sich vervielfältigt. Neben dem Internet der Dinge, dem autonomen Fahren und der Elektromobilität, sind es der Gaming-Bereich, die Medizintechnik und die industrielle Sensorik, welche die Attraktivität des Marktumfeldes ausmachen. Die Branche profitiert von unterschiedlichsten Entwicklungen.

Jede für sich genommen, birgt ein Milliardenpotenzial. So verwundert es nicht, dass in dieser Branche überdurchschnittlich viele gut bewertete Unternehmen enthalten sind. Durch die hohe Nachfrage überrascht es weiter nicht, dass es zu erheblichen Produktions- und Lieferengpässen kommt. Die Corona-Krise, die die Logistikketten im Welthandel zusätzlich verlangsamt hat, begünstigt diese Effekte.

Doch der Produktionsengpass war nicht immer so. Zuvor herrschten Überkapazitäten im Markt, die manche Unternehmen fast in einen ruinösen Preiswettbewerb gedrängt hatten. Die Chip- und Halbleiterindustrie gilt als besonders konjunkturempfindlich. Spätestens gegen Ende des Jahres sollten sich die Produktionsengpässe aufgelöst haben.

Der Kampf um die beste Technik

In diesem konjunkturgeprägten Wachstumsumfeld ist der Wettbewerb nicht weniger intensiv. Das beweist der harte Konkurrenzkampf zwischen AMD, Intel und NVIDIA. Während NVIDIA bei GPUs klar die Nase vorn hat und mit seinen Grafikprodukten nicht nur die Gaming-Welt, sondern auch die Autobauer begeistert, geht es bei AMD und Intel um die Innovationsführerschaft bei den Hochleistungsprozessoren. Intel besticht mit einem Marktanteil von über 80%, kämpfte zuletzt aber mit Entwicklungsschwierigkeiten im eigenen Haus. AMD hat die Produktion ausgelagert und sich ausschließlich auf das Chip-Design spezialisiert. In der Rückschau war das die richtige Entscheidung, denn der kleine Konkurrent ist am Marktführer technisch vorbeigezogen.

Intel produziert für die Konkurrenz

Intel parierte mit einem Strategieschwenk und möchte künftig auch Chip-Produzent für Konkurrenten werden – ein genialer Schachzug. Denn in der Chip-Produktion kommt es vor allem auf Größen- und Skaleneffekte an. Wie profitabel die Fremdproduktion sein kann, zeigen Samsung Electronics und TSMC, die praktisch für alle großen Tech-Unternehmen fertigen. Mit Intel reiht sich der erste große US-Konzern in diese Liga ein.

Marktführer kaum angreifbar

Wie wichtig Größen- und Skaleneffekte für die eigene Marktposition sind, zeigen auch Applied Materials und Lam Research. Beide Unternehmen zählen in ihrem Segment zu den Weltmarktführern und können von jungen Konkurrenten kaum mehr angegriffen werden. Die Rekordergebnisse sprechen eine klare Sprache. Ein Ende dieser Erfolgsgeschichten ist noch lange nicht in Sicht. Sie fangen gerade erst an.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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