Inflationsschutz: 9 Kriterien für Ihre Aktien-Auswahl

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Mit 9 einfachen Kriterien filtern Sie für sich die Aktien heraus, mit denen Sie unbeschadet durch Krisen und Phasen höherer Inflation kommen. (Foto: macgyverhh/Shutterstock)

In der vergangenen Woche haben wir hier im Schlussgong die jüngsten (sehr hohen) Inflationsraten betrachtet, und ich habe Ihnen versprochen, dass ich Ihnen erläutere, wie Sie sich bzw. Ihr Geld davor schützen können. Wenn Sie bei Ihrer Aktienauswahl die 9 nachfolgenden Kriterien beachten, setzen Sie auf Aktien, die einen hohen Schutz gegen Inflation bieten.

Kriterium Nummer 1: Preissetzungsmacht

Ein Indikator für eine große Preissetzungsmacht ist ein bekannter Markenname. Er bietet gleich mehrere Vorteile. Zum einen erleichtert das die weltweite Expansion, zum anderen sind Kunden/Konsumenten bereit, für Markenartikel mehr Geld zu bezahlen. Die Unternehmen können dann höhere Kosten leichter auf die Kunden abwälzen.

Kriterium Nummer 2: Globale Präsenz

Auch eine Inflationskrise oder Konjunkturdelle trifft nicht jedes Land, nicht jeden Markt, mit gleicher Wucht. Es gibt immer Länder und Regionen, die besonders im Feuer stehen und gleichzeitig andere Länder, die sich relativ wacker halten.

Kriterium Nummer 3: Geringer Investitionsbedarf

Als Faustformel gilt: Wenn durchschnittlich nicht mehr als 40% des Cashflows investiert werden muss, reicht der Puffer für Dividendenausschüttungen und Rücklagen.

Muss ein Unternehmen auch in der Krise permanent viel investieren, kann es passieren, dass das operative Geschäft dafür nicht genug Geld abwirft und die Investitionen mit Hilfe von Krediten finanziert werden müssen, oder eine technologische Weiterentwicklung verpasst wird und der Maschinenpark veraltet. Das schwächt die Zukunftsaussichten enorm.

Kriterium Nummer 4: Niedrige Verschuldung

Eine Eigenkapital-Quote von mindestens 30% sorgt dafür, dass die Unternehmen in Krisen ein finanzielles Polster besitzen.

Kriterium Nummer 5: Güter des täglichen Bedarfs

Sämtliche Auswertungen zeigen, dass Unternehmen, die Güter des täglichen Bedarfs herstellen, in der Krise die besten Überlebens-Chancen besitzen. Der Grund liegt auf der Hand: In schlechten Zeiten können Sie den Kauf eines neuen Autos einige Jahre nach hinten schieben, oder einen Gebrauchtwagen kaufen. Die Autohersteller sind daher krisenanfällig.

Sie werden dagegen auch in Krisenzeiten Ihre Zähne reinigen, sich waschen, essen und trinken. Hersteller von Konsumartikeln und Nahrungsmitteln – also von Produkten des täglichen Lebens – überleben daher auch schwerste Krisen.

Kriterium Nummer 6: Dividendenstärke

Die Dividende gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen bei einem Börsen-Investment. Je nach Untersuchungszeitraum sind Dividenden für 40 bis 60% der Gesamt-Performance der Aktienanlage verantwortlich. Mit Aktien, die regelmäßig hohe Dividenden ausschütten, haben Sie schon die halbe Ernte im Sack. Wichtig ist dabei eine stetige Dividendenpolitik.

Kriterium Nummer 7: Sturmerprobt

Wie krisenfest ein Geschäftsmodell ist, zeigt sich nur in der Praxis. Jede Krise löst eine Pleitewelle aus. Wenn ein Unternehmen mehrere Krisen erfolgreich gemeistert hat und anschließend sogar wieder gewachsen ist, bürgt das für Qualität.

Kriterium Nummer 8: Je einfacher das Geschäftsmodell, desto besser

Die vergangenen Krisen haben gezeigt, dass Unternehmen mit einem einfachen Geschäftsmodell Krisen gut überstehen und von den Investoren auch besser kontrolliert werden können.

Kriterium Nummer 9: Positive Börsen-Performance

Die bisher genannten Kriterien sind wichtig, aber ein abschließender Punkt darf bei Ihrer Aktien-Auswahl nicht fehlen: Mit diesen Aktien wollen Sie langfristig Geld verdienen. Als Kriterium haben wir ausgewählt: Die 10-Jahres-Performance muss positiv sein.

Mein Fazit: Ein Unternehmen muss nicht zwingend alle 9 Kriterien erfüllen, um einen wirksamen Krisen- und Inflationsschutz zu entfalten. Mehr als 1 oder 2 Ausreißer sollte es aber nicht geben.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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