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In den Emerging Markets lauern unkalkulierbare Risiken

In den Emerging Markets lauern unkalkulierbare Risiken
Goran Bogicevic / shutterstock.com
Inhaltsverzeichnis

Wer russische Aktien in seinem Depot hat, bleibt jetzt darauf sitzen. Kurz nach der Invasion wurde die Moskauer Börse geschlossen und hat seitdem nicht wieder geöffnet. Und auch an den deutschen Börsen wurde der Handel mit russischen Papieren eingestellt. Wenn sie wieder gehandelt werden, müssen Besitzer mit weiteren Verlusten rechnen.

Daran erkennen Sie, welche Risiken bei Investments in den sogenannten Emerging Markets lauern. Das aktuelle Beispiel russischer Aktien ist zwar der mit Abstand dramatischste Beleg dafür, aber beileibe nicht der einzige.

Russischer RTS-Index liegt mehr als 60% unter seinem Höchststand

Am Donnerstag, dem 24. Februar, begann Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine. An diesem Tag verlor der DAX in der Spitze knapp 6% und ging mit einem Minus von 4% in den Feierabend.

Weitaus heftiger fiel der Verlust an der Börse in Moskau aus. Der RTS-Index, der seit November vergangenen Jahres schon rund 40% verloren hatte, büßte an diesem Tag nochmals die Hälfte seines Werts ein. Am darauffolgenden Freitag konnte sich der Index etwas erholen. Zum Handelsende lag der RTS aber mehr als 60% unter seinem Allzeithoch, das er Anfang 2008 – vor der Finanzkrise – erreicht hatte.

Und dabei wird es voraussichtlich nicht bleiben. Wird der Handel in Moskau, der nun schon seit mehr als zwei Wochen ausgesetzt ist, wieder aufgenommen, dürfte ein weiterer Kursrutsch anstehen.

Auch der chinesische Markt liegt weit unter seinen Hochs

Schwellenländer gehören in jedes Depot – so lautete über Jahre der Ratschlag von Investmentprofis, die den aufstrebenden Märkten gigantisches Wachstumspotenzial und Anlegern riesige Gewinnchancen bescheinigten. Mit dem einprägsamen Kürzel “BRIC” (Brasilien, Russland, Indien, China) wurden die Märkte der Zukunft beworben. Jetzt zeigt sich, dass das eine eklatante Fehleinschätzung war.

Seit Anfang 2021haben sich die Emerging Marktes deutlich schlechter entwickelt als die etablierten Märkte der Industriestaaten. Auch in China geht es mit den Kursen seit geraumer Zeit gen Süden. Ein Auslöser für die Abschläge der jüngeren Vergangenheit waren die Eingriffe der chinesischen Regierung in die Wirtschaft. So haben beispielsweise große Internetkonzerne wie Alibaba unter massiven Regulierungen zu leiden. Der chinesische Index Shanghai Enterprises liegt mehr als die Hälfte unter seinem Rekordhoch, das bereits 2015 erreicht wurde.

Unterschätzen Sie nicht die politischen Risiken

Seit Anfang der 1990er-Jahre haben die Emerging Markets ihren Anteil an der globalen Wirtschaftsleistung zwar von 36 auf 58% ausgeweitet. Die Kursentwicklung spiegelt dies jedoch nicht wider. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der MSCI World Index, in dem die Aktienmärkte der Industrieländer gebündelt sind, im Schnitt um 13,4% pro Jahr verbessert. Der MSCI Emerging Markets Index kommt im gleichen Zeitraum dagegen nur auf eine durchschnittliche Jahresrendite von 6,3%.

Der Grund für die größtenteils enttäuschende Entwicklung ist das politische Umfeld. Länder wie Russland, China oder auch Brasilien sind keine Demokratien. Hier prägen Populismus, Korruption und schwere staatliche Eingriffe das Bild. Das sorgt dafür, dass große Investoren ihr Kapital abziehen. Als Folge des Krieges hat der Indexanbieter MSCI russische Aktien sogar aus seinen Indizes gestrichen.

Das Beispiel Russland wie auch die Entwicklung in China verdeutlichen die enormen Risiken, die in den Schwellenländern lauern. Für Sie als Anleger ist es daher besser, sich von diesen Märkten weitgehend fernzuhalten.