L’Oréal: Französischer Dividenden-Champion

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Der französische Kosmetik-Konzern L’Oréal ist ein europäischer Dividenden-Champion, den Sie auf Ihrer Dividenden-Beobachtungsliste haben sollten. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Nachdem ich Ihnen am vergangenen Donnerstag hier im Schlussgong mit dem Schweizer Nahrungsmittel-Riesen Nestle bereits einen internationalen Dividenden-Champion vorgestellt habe, folgt heute mit dem französischen Kosmetik-Konzern L’Oréal ein weiterer interessanter Dividenden-Wert.

Das Unternehmen hatte bis einschließlich 2019 ganze 35 Jahre in Folge die Dividende angehoben. Damit war der französische Kosmetik-Riese der König der europäischen Dividenden-Aristokraten (so werden Unternehmen genannt, die mindestens 25 Jahre in Serie ihre Dividende angehoben haben).

2020 wegen Corona keine Dividenden-Erhöhung

Auch 2020 war bei L’Oréal eine weitere Anhebung fest eingeplant. Doch dann kam die Corona-Krise. Letztlich verzichtete das Unternehmen auf die Dividendenerhöhung und zahlte wie im Vorjahr 3,85 Euro je Aktie an die Anteilseigner aus.

Mit weltweit bekannten Marken ist der 1909 gegründete und im französischen Clichy ansässige Kosmetik-Konzern aber hervorragend aufgestellt, um zukünftig wieder die Dividende anheben zu können. Daneben besticht die Aktie auch durch einen besonders stabilen Aufwärtstrend und ist damit ein perfektes Langfrist-Investment.

Im laufenden Jahr wieder höhere Dividende

Im laufenden Jahr wird L’Oréal die Dividende um 4% auf 4,00 Euro erhöhen (in den beiden Vorjahren lag die Dividende bei 3,85 Euro). Daraus ergibt sich in diesem Jahr zwar „nur“ eine Dividendenrendite von gut 1,2%. Doch da die Dividende immer weiter steigt, steigt auch die Dividendenrendite Jahr für Jahr.

Für eine Investition in L’Oréal-Aktien spricht darüber hinaus die Tatsache, dass die Gründerfamilie Bettencourt nach wie vor 33% der Anteile hält. L’Oréal ist also ein Familienunternehmen. Das ist meist positiv. Denn Familien verfolgen langfristige Ziele und denken nicht in Quartalen, sondern in Generationen.

L’Oréal kommt gestärkt aus der Krise

Geschlossene Friseursalons sorgten dafür, dass auch bei dem Kosmetik-Riesen das Geschäft teilweise fast zum Erliegen kam. Doch die Franzosen sind erstaunlich gut durch die Krise gekommen. Dafür war zum einen das starke Asien-Geschäft verantwortlich.

Die hohe Nachfrage in China konnte die Einbußen in Nordamerika und Europa weitgehend kompensieren. Sehr stark entwickelte sich auch der Online-Handel, der im Jahresvergleich um 62% wuchs. Darüber hinaus erfreuen sich auch dermatologische Hautpflegemittel, die über Apotheken vertrieben werden, großer Beliebtheit.

Unter dem Strich ging der Umsatz im Geschäftsjahr 2020 um 6% auf knapp 28 Mrd. Euro zurück. Der Nettogewinn lag mit rund 3,6 Mrd. Euro um 5% unter dem Vorjahreswert. Im 4. Quartal 2020 zogen die Erlöse schon wieder um 5% an.

Historische Dividenden-Rechnung

Kommen wir zum Schluss noch zu der historischen Dividenden-Rechnung, die Sie bereits von Nestlé kennen: Aktionäre, die im Jahr 2001 (also vor 20 Jahren) L’Oréal-Aktien zum Preis von 79,12 Euro erworben haben und in diesem Jahr eine Dividende von 4,00 Euro erhalten, können sich über eine Dividendenrendite von 5,06% freuen.

L’Oréal-Aktionäre, die erst vor rund 10 Jahren bei Kursen von 83,24 Euro eingestiegen sind, kommen in diesem Jahr auf eine Dividendenrendite von 4,81%. Für Neueinsteiger liegt die Dividendenrendite derzeit bei gut 1,2% – wird aber zukünftig aufgrund der Erhöhungen stetig wachsen. Daher ist und bleibt die L’Oréal-Aktie ein interessantes Dividenden-Investment.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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