DAX 30 – Unternehmen und ihre Rolle im Leitindex

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Die Zusammensetzung und Gewichtung der im DAX 30 vertretenen Unternehmen ändern sich regelmäßig. Hier lesen Sie, welche Rolle sie spielen. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Der DAX 30 bildet die wichtigsten börsennotierten Konzerne Deutschlands ab – die sogenannten Blue Chips. Was auf den ersten Blick nach einem einfachen System klingt, ist bei genauerer Betrachtung schon etwas komplizierter.

Das hat vor allem 2 Gründe: Zum einen kann sich die Stärke und Größe von Unternehmen im Laufe der Zeit verändern. Dadurch können einzelne Firmen aus dem DAX 30 herausrutschen, während andere neu hinzukommen.

Zum anderen haben nicht alle Aktien im DAX ein Gewicht von 1/30. Vielmehr bestimmt eine komplizierte Formel, wie groß der Anteil einer einzelnen Aktie an der Gesamtentwicklung des deutschen Leitindex ist.

Die Unternehmen im DAX 30

Ein Konzern muss grundsätzlich gewisse Bedingungen erfüllen, um in den DAX 30 aufgenommen werden zu können: So müssen die infrage kommenden Unternehmen zum Beispiel ihren juristischen oder operativen Sitz in Deutschland haben.

Ausnahmen können hier lediglich solche Betriebe bilden, die in einem EU- oder EFTA-Staat (Europäische Freihandelsassoziation) ansässig sind, aber den Großteil ihres Handelsumsatzes in Deutschland erwirtschaften.

Im September jedes Jahres kann die Indexzusammensetzung bei Bedarf angepasst werden. Dabei gilt es, die 30 umsatzstärksten deutschen Aktien zu finden.

Es kann jedoch zu außerordentlichen Anpassungen kommen, wenn ein DAX 30-Unternehmen nicht mehr zu den 45 stärksten gehört. Auch kann ein Konzern, welcher sich zu einem der 25 stärksten entwickelt, zu einem außerordentlichen Termin in den Leitindex aufgenommen werden.

Unter Berücksichtigung weiterer Kriterien wird auf diese Weise der DAX 30 zusammengesetzt. Es muss jedoch auch noch eine Gewichtung der einzelnen Aktien erfolgen.

Die Gewichtung der Unternehmen im DAX 30

Bei der Gewichtung kommt es nicht primär auf den gesamten Börsenwert oder das gesamte Kapital eines Unternehmens an. Eine sehr entscheidende Größe ist auch die Menge der frei handelbaren Aktien. Es geht also um den Anteil des Streubesitzes an der gesamten Marktkapitalisierung eines Konzerns.

Demnach fließen Aktien, die der jeweilige Betrieb selbst hält, nicht in die Berechnung ein. Auch Großaktionäre mit einem Anteil von 5% oder mehr bleiben bei dieser Berechnung unberücksichtigt. Auf diese Weise wird die Gewichtung bestimmt. Der Einfluss einer Einzelaktie ist dennoch begrenzt. Höchstens 10% darf das Indexgewicht betragen.

DAX 30: Aufsteiger, Absteiger und Dauergäste

Von den Unternehmen, die 1988 im DAX starteten, hat es übrigens nur knapp die Hälfte geschafft, sich durchgehend dort zu positionieren. Zu diesen Schwergewichten zählen beispielsweise die Allianz, Volkswagen und Siemens.

Firmen wie Degussa, Mannesmann oder die Deutsche Babcock waren zwar beim Start dabei, mussten den DAX 30 jedoch im Laufe der Zeit wieder verlassen. Von den sogenannten Absteigern haben es außerdem nur 2 geschafft, jemals wieder in den DAX 30 aufzusteigen: Continental und Infineon.

Es rückten darüber hinaus auch häufig Unternehmen nach. Adidas, Beiersdorf und SAP gehören hierbei zu den Aktien, die sich nach ihrem Aufstieg dauerhaft im DAX 30 halten konnten.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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