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Warum es sich für Sie auszahlt, auf „langweilige“ Aktien zu setzen

Warum es sich für Sie auszahlt, auf „langweilige“ Aktien zu setzen
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Inhaltsverzeichnis

Kürzlich habe ich Ihnen an dieser Stelle über Warren Buffett berichtet. Die Investorenlegende geriet seit dem Corona-Crash wegen seiner konservativen Anlagestrategie verstärkt in die Kritik. Während Technologie- und Wachstumswerte einen Höhenflug erlebten, hinkte Buffetts Performance hinterher. Deshalb wurde der Value-Investor kritisiert, er lasse mit seinem Grundsatz, nur in Unternehmen zu investieren, deren Geschäftsmodell er verstehe, zu viele Chancen im Tech-Sektor verstreichen.

2020, als viele Corona-Profiteure und Digitalisierungsgewinner im Rally-Modus waren, verzeichnete die Aktie von Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway nur ein Mini-Plus von 2%. Seitdem aber hat die Notierung um rund 40% zugelegt und notiert nahezu auf ihrem Rekordhoch. Viele Technologie- und Wachstumswerte sind zuletzt dagegen abgestürzt. Jetzt zeigt sich, das Buffett offensichtlich nicht so falsch liegt.

Auf „langweilige“ Aktien zu setzen, zahlt sich aus

Ihnen als Anleger wird immer wieder gesagt, dass Sie, wenn Sie höhere Renditen erzielen möchten, auch ein größeres Risiko in Kauf nehmen müssen. Dies gilt in der Finanzmarkttheorie als unumstößliches Gesetz. Und tatsächlich erscheint diese weit verbreitete Ansicht durchaus logisch.

Vermutlich werden Sie überrascht sein. Aber empirische Untersuchungen der Entwicklung an den Aktienmärkten zeigen genau das Gegenteil. Bereits in den 1970er-Jahren fanden Wissenschaftler heraus, dass sich risikoarme Aktien, also Papiere mit geringen Schwankungen, langfristig besser entwickeln als risikoreiche Aktien mit hoher Volatilität.

Das „Risiko-Paradoxon“: Hohe Erträge durch geringes Risiko

Experten sprechen hierbei vom sogenannten „Risiko-Paradoxon“. Tatsächlich klingt es paradox, dass sich höhere Renditen erzielen lassen, indem Sie als Anleger auf eher „langweilige“ Aktien mit geringen Kursschwankungen setzen. Doch genau das beweisen statistische Untersuchungen.

Dr. Pim van Fliet und Jan de Koning, die Autoren des Buchs „High Returns From Low Risk“ (Hohe Erträge durch geringes Risiko), verwendeten bei ihrer Untersuchung einen Pool aus 1.000 US-Aktien und bildeten daraus zwei Depots, die quartalsweise angepasst wurden. In eines kamen immer die 100 Aktien mit der niedrigsten Volatilität, in das andere die 100 Werte mit der höchsten Volatilität.

Die beiden Autoren untersuchten die Entwicklung des amerikanischen Aktienmarkts seit 1929. Die Ergebnisse sind erstaunlich: Mit den risikoreichen Aktien wurden aus 100 investierten Dollar über einen Zeitraum von mehr als 80 Jahren gerade einmal knapp 1.000 Dollar. Das Portfolio mit den risikoarmen Papieren wuchs dagegen im gleichen Zeitraum auf einen Wert von über 10 Mio. Dollar an.

Höhere Risiken zahlen sich auf Dauer nicht aus

Auf lange Sicht lassen sich mit risikoarmen Papieren systematisch deutlich höhere Renditen erzielen als mit Aktien mit hoher Volatilität. Eine erstaunliche Erkenntnis, wie ich finde.

Wie bei jeder Strategie gibt es allerdings auch bei diesem Ansatz einen Haken: In Rally-Phasen hinken die „langweiligen“ Papiere oft hinterher. Bei Anlegern kann dann schnell mal das Gefühl aufkommen, etwas zu verpassen. Das erfordert Disziplin. Auf der anderen Seite sind die defensiven Aktien in Korrekturphasen aber eben meist deutlich stabiler, sodass unter dem Strich langfristig eine überdurchschnittliche Performance rauskommt.

Für Sie als Anleger lohnt es sich auf lange Sicht nicht, höhere Risiken einzugehen. Die Aktie von Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire ist das beste Beispiel dafür.