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Dax: Anleger so nervös wie seit 2 Jahren nicht mehr

Dax: Anleger so nervös wie seit 2 Jahren nicht mehr
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Inhaltsverzeichnis

Seit dem 24. Februar gibt es nicht nur in den Nachrichtensendungen, sondern auch am Parkett nur noch ein dominierendes Thema: den Krieg in der Ukraine.

Anleger auf Richtungssuche – Tendenz: abwärts

Der Einmarsch russischer Truppen aus mehreren Richtungen war von langer Hand vorbereitet und von Europa wie auch den USA beobachtet und befürchtet worden, doch alle diplomatischen Bemühungen führten im Kreml nicht zum gewünschten Erfolg. Russlands Machthaber Wladimir Putin befahl den Einmarsch, der auch vor der ukrainischen Hauptstadt Kiew nicht Halt macht.

Seitdem sind nicht nur Politiker ziemlich ratlos, auch Anleger tun sich schwer, eine Richtung zu finden. Auf mehrere heftige Kursverluste folgten zwischenzeitlich kräftige Gegenbewegungen, mit rund 8 Prozent verzeichnete der Dax gar einen der höchsten Tagesaufschläge seiner Geschichte.

Dax markiert Jahrestief unter 13.000 Punkten – dann setzt Gegenbewegung ein

Doch insgesamt geht es abwärts. Hatte der Dax um den Jahreswechsel herum noch über 16.000 Punkten gelegen, notierte das Barometer Anfang März unterhalb der Schwelle von 13.000 Zählern und markierte damit ein neues Jahrestief. Ähnlich herbe Verluste wie in den vergangenen Wochen hatten Anleger zuletzt im Frühjahr 2020 erleiden müssen, als die ersten Corona-Fälle das Land in Atem hielten und in die ersten Lockdown-Maßnahmen führten.

Der militärische Konflikt in Europa bringt aus wirtschaftlicher Sicht gleich mehrere Probleme mit sich. Seit Monaten haben Unternehmen bereits mit Unterbrechungen in ihren Lieferketten zu kämpfen, Materialengpässe und Chipkrise machen die Lage nicht einfacher. Nun aber sind manche Handelsrouten vorerst komplett unterbrochen.

Europas Unternehmen mehrfach getroffen

Hinzu kommt der Rückzug aus dem Russlandgeschäft, der auch viele der hiesigen Unternehmen trifft, die Ware nach Russland exportieren oder von dort importieren. Die harten wirtschaftlichen und ökonomischen Sanktionen, die die Europäische Union, Großbritannien und die Vereinigten Staaten gegen Russland verhängt haben, treffen auch die hiesige Wirtschaft. Zwar ist Russland für die meisten Exportunternehmen Deutschlands kein allzu relevanter Absatzmarkt – die größten Gewinne werden weiterhin in Europa, China und den USA erzielt –, doch einen Dämpfer für die Volkswirtschaften bedeuten die Sanktionen allemal.

Besonders belastend wirkt sich zudem nicht nur für Verbraucher, sondern auch für die Industrie sowie etliche weitere Branchen die Inflationsdynamik aus, die durch den Krieg und damit verbundene erneut steigende Energiepreise noch einmal an Fahrt aufnimmt. Wer die Wohnung heizen und das Auto betanken will, spürt das inzwischen deutlich im Geldbeutel – und spart bei sonstigen Konsumausgaben.

Luftfahrt besonders stark unter Druck

Die Luftfahrtbranche ist gleich doppelt getroffen: Nicht nur das Kerosin wird teurer, zudem müssen auch längere Umwege geflogen werden, weil ein Überflug der umkämpften Gebiete den meisten Airlines als zu riskant gilt. Dadurch werden nicht nur Flugtickets für Reisende teurer, sondern auch für Luftfracht müssen Kunden tiefer in die Tasche greifen.

Dass Russlands Präsident außerdem immer wieder mehr oder weniger offen mit einem Atomschlag droht, sollte die Nato in das Geschehen eingreifen, lässt die Nervosität an manchen Tagen zusätzlich ansteigen. So ungewiss der weitere Verlauf des Krieges am heutigen Tage auch ist, eines steht bereits fest: Das Verhältnis zwischen Russland auf der einen und Europa sowie den USA auf der anderen Seite ist nachhaltig beschädigt, eine Normalisierung dürfte Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern. Das wird die Wirtschaft nachhaltig belasten und Anleger beschäftigen.