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Dax bleibt Spielball des Weltgeschehens

Dax bleibt Spielball des Weltgeschehens
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Inhaltsverzeichnis

Auch in der dritten Handelswoche seit Beginn des Krieges in der Ukraine sind die Aktienmärkte geprägt von hoher Volatilität. Politische Signale zwischen Hoffnung und Ernüchterung sowie eine allgemeine Verunsicherung der Anleger sorgen für teils immense Kursschwankungen – in beide Richtungen.

Dax verbucht kräftiges Wochenplus

War der Dax Anfang März noch unter die Schwelle von 13.000 Punkten abgerutscht, beendete er die zurückliegende Handelswoche auf seinem Tageshoch bei mehr als 14.400 Zählern. Doch auch wenn der Leitindex damit auf Wochensicht ein Plus von 5,7 Prozent verbuchen konnte – von Entwarnung ist man auch am Frankfurter Parkett noch weit entfernt.

Das gilt umso mehr, als sich schon jetzt direkte Auswirkungen des Kriegsgeschehens auch für die deutsche Wirtschaft zeigen: Höherer Ölpreis, steigende Inflation, zusätzliche Lieferengpässe und politisch verhängte Wirtschaftssanktionen haben wesentliche Rückwirkungen auch auf Deutschland und Europa.

Wirtschaftsforscher kappen Konjunkturprognosen

Zuletzt hatten unter anderem die deutsche Bundesregierung, der Internationale Währungsfonds sowie auch zahlreiche Wirtschaftsforschungsinstitute vor den Auswirkungen des Krieges auf die Konjunkturentwicklung gewarnt. Die Jahresprognosen für das Wirtschaftswachstum, etwa in Deutschland und dem Euroraum, wurden nach unten korrigiert. Der Aufschwung sei zwar nicht abgesagt, verschiebe sich aber erneut.

So geht das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung für das laufende Jahr nur noch von einem deutschen Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent aus. Noch vor drei Monaten hatten die Experten mit 3,9 Prozent Wachstum gerechnet. Stattdessen soll es im kommenden Jahr endlich zum erhofften Aufschwung kommen: Für 2023 prognostizieren die Wirtschaftsforscher nun ein Wachstum von 3,6 Prozent (zuvor: 2,5 Prozent).

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine Prognose ebenfalls nach unten korrigiert, und das schon zum zweiten Mal: War man zunächst noch von 5,1 Prozent Wirtschaftswachstum in Deutschland für das Gesamtjahr 2022 ausgegangen, wurde der Wert bereits im Dezembergutachten auf 4 Prozent abgesenkt – und nun noch einmal nahezu halbiert auf nur noch 2,1 Prozent.

Deutsche Bank warnt vor Inflationsanstieg auf 7 Prozent

Die Inflationsrate, schon jetzt bei mehr als 5 Prozent angekommen, könnte noch weiter in die Höhe schießen. Eine große Mehrheit der deutschen Industrieunternehmen hat bereits jetzt mit den Folgen zu kämpfen – und gibt zumindest einen Teil der Preissteigerungen auch an die Kunden weiter.

Waren Ökonomen der Deutschen Bank zuvor lediglich von einer Inflationsrate von 4,2 Prozent ausgegangen, wurde die Prognose zuletzt auf 5,5 Prozent angehoben. Im schlimmsten Fall könnten sogar bis zu 7 Prozent möglich sein, je nach weiterer Entwicklung im geopolitischen Konflikt um die Ukraine.

Bange Blicke nach China

Das alte Sprichwort, wonach politische Börsen kurze Beine haben, gilt angesichts globaler Herausforderungen nur noch bedingt. In der Pandemie waren es in erster Linie politische Entscheidungen, die für monatelange Beschränkungen gesorgt haben. Nun sind es die Folgen einer militärischen Auseinandersetzung, die sich über Jahre oder Jahrzehnte in den internationalen Handelsbeziehungen niederschlagen könnten.

Während Russland als Absatzmarkt für deutsche Unternehmen eher zweitrangig ist, wäre die Gefahr eines tiefgreifenden wirtschaftlichen Einbruchs umso höher, wenn sich die geopolitischen Spannungen auf China ausweiten würden. Sollte sich Peking hinter Moskau stellen, hätten Berlin und Brüssel ein Problem – und zwar eines, das die bisherige Dimension noch einmal in den Schatten stellen würde.

Dax ab Montag mit 2 neuen Mitgliedern

Doch abseits des verunsichernden Weltgeschehens gibt es auch ganz banale, turnusmäßige Neuigkeiten in Frankfurt: Die Zusammensetzung des Dax wurde einmal mehr überprüft. Mit Wirkung zum 21. März steigen die Aktien des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck AG sowie des Rückversicherers Hannover Rück in die Dax-40 auf. Weichen müssen dafür Beiersdorf und Siemens Energy, deren Papiere künftig im MDax gelistet sein werden.

Während Hannover Rück in der Vergangenheit schon einmal für einige Monate in der ersten Börsenliga mitspielte, handelt es sich bei der Daimler Truck AG um einen echten Börsenneuling: Erst seit Dezember werden die Papiere des Unternehmens am Parkett gehandelt, das aus der Aufspaltung des Stuttgarter Konzerns Daimler hervorging. Dessen Aktien sind unter dem neuen Namen der vormaligen Autosparte, Mercedes-Benz Group, ebenfalls im Dax vertreten.